Die Luft vibrierte, als würde sie selbst den Atem anhalten. Der Schatten des Wolfs flackerte – nicht wie etwas, das verschwand, sondern wie etwas, das sich verwandelte.
Sie trat keinen Schritt zurück. Ihre Augen hielten das Glühen fest, das sich verdichtete, formte, verdrehte wie Rauch, der langsam Fleisch annahm. Da war er.
Nicht länger vierbeinig. Kein Fell. Kein Tier.
Ein Mann trat aus dem Schatten – hochgewachsen, nackt bis auf einen Mantel aus dunklem Stoff, der sich um ihn legte wie die Nacht selbst. Seine Augen blieben die gleichen: gelb, glühend, wissend. Seine Haut war wie aus Obsidian geschnitten, mit Spuren von Runen entlang seiner Arme und Brust – Spuren, die nur sie verstand.
Sie sog scharf die Luft ein. Nicht vor Schock. Vor Verlangen.
"Du bist also immer bei mir gewesen," sagte sie leise, und ihre Stimme bebte vor etwas zwischen Furcht und Verlangen.
"Ich war nie weg," antwortete er. Seine Stimme war tief, rau, als würde sie in ihrem Innersten widerhallen. Er trat näher. Kein Laut auf dem Boden. Nur die Hitze, die von ihm ausging, wie ein Feuer, das zu lange unterdrückt wurde.
Seine Hand streckte sich aus, fuhr langsam an ihrer Seite entlang. Nicht grob. Nicht zögernd. Wie jemand, der genau wusste, was sie fühlte. Und was sie wollte. Ihre Haut prickelte unter seiner Berührung, als würde jede Pore ihm antworten.
"Du bist nicht mein Schatten," flüsterte sie, während ihre Finger seinen Oberkörper berührten, über die Runen glitten, die lebendig zu pulsieren begannen. "Du bist mein Verlangen."
Er neigte sich vor, sein Atem heiß an ihrem Hals. "Und du bist mein Feuer," raunte er, bevor seine Lippen ihre Haut berührten – sanft, aber fordernd, wie ein Kuss, der Grenzen sprengte.
Sie ließ sich zurückfallen, gegen ihn, in ihn hinein, als würde sie dort schon immer hingehören. Ihre Finger krallten sich in seine Schultern, während er sie fester an sich zog, als wolle er sie ganz verschlingen – nicht nur mit seinem Körper, sondern mit seiner Dunkelheit, seiner Essenz.