Als ich auf den Flur des zweiten Stocks biege, bleibe ich stehen. Will ich das wirklich? Es ist Daniel Barth. Ich kenne ihn seit Jahren. Sein Vater wurde zu so etwas wie einem Vaterersatz für mich. Na gut, eher der nette Onkel, der viermal im Jahr vorbeikommt. War das schräg? Natürlich ist mir aufgefallen, dass Daniel gut aussieht. Aber reicht das? Sein ‚Prinzessin‘ gibt mir ein gutes Gefühl. Das muss reichen. Vor mir wird eine Tür einen Spalt breit geöffnet und ich kann ein helles Lachen hören. „Danke, Doktor“, schnurrt eine Frauenstimme und die Tür wird weiter geöffnet. Ich kann ihm nicht begegnen. Nicht jetzt. Nicht so! Ohne zu überlegen mache ich auf dem Absatz kehrt und laufe eilig die Stufen hinunter. An der Rezeption knalle ich die Karten mit ‚Barth‘ und ‚Richter‘ auf den Tresen

