Kapitel 4-1

592 Palabras
4 Nora Ich muss in Julians Armen eingeschlafen sein, denn als ich aufwache, beginnt das Flugzeug schon mit dem Landeanflug. Ich öffne die Augen und betrachte diese unbekannte Umgebung. Mein Körper ist wund und schmerzt von dem s*x, den wir gerade hatten. Ich hatte vergessen, wie es mit Julian war, wie zerstörerisch und reinigend diese Achterbahnfahrt aus Schmerz und Ekstase sein konnte. Ich fühle mich gleichzeitig leer und beschwingt, ausgewrungen und doch belebt durch diesen Wirbelsturm der Gefühle. Ich setze mich vorsichtig auf und zucke zusammen, als mein mit Blutergüssen übersäter Po die Laken berührt. Es war einer der intensiveren Einsätze des Gürtels gewesen; ich wäre nicht überrascht, wenn die blauen Flecken eine Weile sichtbar bleiben würden. Ich schaue mich im Raum um und sehe eine Tür, von der ich denke, dass sie zum Badezimmer führt. Da Julian nicht im Zimmer ist, stehe ich auf und gehe zu dieser Tür, da ich mich waschen muss. Zu meiner Überraschung gibt es neben einem echten Waschbecken und einer Toilette auch eine kleine Dusche in diesem Badezimmer. Mit diesen ganzen Annehmlichkeiten wirkt Julians Jet eher wie ein fliegendes Hotel als wie eines der Linienflugzeuge, mit denen ich schon geflogen bin. Ich finde sogar eine in Plastik eingeschweißte Zahnbürste, Zahnpasta und Mundspülung in einem kleinen Regal an der Wand. Ich benutze alles und dusche danach noch schnell. Nachdem ich mich unendlich frischer fühle, gehe ich ins Schlafzimmer zurück und ziehe mich an. Als ich die Hauptkabine betrete, sitzt Julian auf dem Sofa mit einem geöffneten Laptop vor sich auf dem Tisch. Die Ärmel seines Hemdes sind hochgeschoben und legen seine muskulösen Unterarme frei. Von den Falten auf seiner Stirn kann ich ablesen, dass er sich konzentriert. Er sieht so ernst aus – und so umwerfend schön, dass ich einen Moment lang die Luft anhalte. Als würde er meine Gegenwart spüren, schaut er auf, und seine blauen Augen leuchten. »Wie geht es dir, mein Kätzchen?«, fragt er mit leiser und vertrauter Stimme, und ich merke, wie mein Körper von einer heißen Welle überrollt wird. »Mir geht es gut.« Ich weiß nicht, was ich sonst sagen soll. Mein Hintern schmerzt, weil du mich ausgepeitscht hast, aber das ist okay, weil du mir antrainiert hast, es zu genießen? Ja, sicher. Seine Lippen verziehen sich zu einem leichten Lächeln. »Gut. Es freut mich, das zu hören. Ich wollte dich gerade holen kommen. Du solltest dich auf deinen Platz setzen – wir landen bald.« Ich folge seinem Vorschlag und versuche, nicht wegen des Schmerzes zusammenzuzucken, der durch etwas so Einfaches wie Hinsetzen hervorgerufen wird. Ich werde definitiv noch ein paar Tage lang blaue Flecken haben. Ich schnalle mich an und schaue aus dem Fenster. Ich bin neugierig auf das Ziel unserer Reise. Als das Flugzeug die Wolkendecke durchbricht, sehe ich eine große Stadt, die sich unter uns ausbreitet und an deren Ende Berge aufsteigen. »Welche Stadt ist das?«, frage ich und drehe mich zu Julian um. »Bogotá«, antwortet er und schließt seinen Laptop. Er nimmt ihn in die Hand und kommt zu mir, um sich neben mich zu setzen. »Wir werden uns aber nur wenige Stunden dort aufhalten.« »Hast du dort geschäftlich zu tun?« »Das könnte man so nennen.« Er schaut mich leicht belustigt an. »Es gibt etwas, was ich gerne noch erledigen würde, bevor wir zu dem Anwesen fliegen.« »Und was?«, hake ich vorsichtig nach. Wenn Julian sich amüsiert, ist das selten ein gutes Zeichen. »Das wirst du schon bald sehen.« Und damit öffnet er seinen Laptop wieder und konzentriert sich wieder auf das, womit er sich vorher beschäftigt hatte.
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