9 Chloe Ich halte Slavas Hand und nähere mich dem Esszimmer, wobei meine weichen Knie fast zusammenschlagen. Ich weiß nicht, warum ich so nervös bin, aber ich bin es. Allein der Gedanke, Nikolai wiederzusehen, gibt mir das Gefühl, dass sich ein tollwütiger Honigdachs in meinem Magen eingenistet hat. Das ist die Mafia-Frage, sage ich mir. Jetzt, wo mir der Gedanke in den Sinn gekommen ist, bekomme ich ihn nicht mehr aus dem Kopf, egal wie sehr ich es versuche. Deshalb beschleunigt sich mein Atem, und meine Handflächen werden jedes Mal feucht, wenn ich an die zynische Wölbung der Lippen meines Arbeitgebers denke. Weil er ein Krimineller sein könnte. Weil ich eine dunkle, rücksichtslose Seite in ihm spüre. Es hat nichts mit seinem Aussehen und der Hitze zu tun, die durch meine Adern fließt

