Alle Bande abbrechen

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„Ich kann dir 1,5 Millionen geben. Und du kannst versuchen, den Rest aufzubringen. Ich werde diesen Kretin nicht heiraten.“ Ihre Stimme senkte sich zu einem tiefen, gleichmäßigen Ton, während sie sprach. Ihre Augen verengten sich vor Entschlossenheit, und ihr Mund formte eine schmale Linie. Cathleen verhielt sich mehr wie William, aber im Gegensatz zu Avery war sie kein verzogenes Gör. Ihre beunruhigende Gelassenheit jagte William einen Schauer über den Rücken, während er sich darauf vorbereitete, dass sie vor Wut explodieren würde. Stattdessen sprach sie mit kalter Präzision und schleuderte ihre Worte wie geschärfte Dolche, die die Spannung im Raum durchschnitten. „Finn zu heiraten ist unsere einzige Option für Omas Überleben. Baby, bitte. Oma zählt auf dich.“ Der Name Oma löste eine Reihe von Emotionen in ihr aus. Sie konnte nicht anders, als ein Gefühl von Trost und Nostalgie zu verspüren, doch gleichzeitig war da ein Hauch von Schuld und Bedauern. Ihr Gesicht verriet diese widersprüchlichen Gefühle, als sie einen schweren Seufzer ausstieß. „Sechs Monate. Ich werde diesen Idioten nur für sechs Monate heiraten, und dann sind wir fertig. Erwarte nicht, dass ich Kinder mit diesem Narren bekomme. Erwarte nicht, dass ich mit ihm bei öffentlichen Anlässen erscheine, denn ich empfinde nichts für ihn und ich bin keine Escort-Dame. Ruf ihn an und teile ihm meine Bedingung mit. Wenn er zustimmt, dann können wir weitermachen.“ Cathleens Blick wurde kalt, als sie ihren Vater ansah und schließlich erkannte, dass sie keinen Platz in dieser Familie hatte. Der ständige Mangel an Liebe und die endlosen Versuche, sie zu demütigen, kochten in ihr hoch und trieben sie dazu, alle Verbindungen ein für alle Mal abzubrechen. Sie sah sie so, wie sie wirklich waren: manipulativ und toxisch, und sie wusste, dass es Zeit war, sich zu befreien. Cathleens Lippen kräuselten sich nach oben und enthüllten einen Blitz weißer Zähne, doch ihre Augen blieben kalt und distanziert. „Oh, und Vater, es gibt noch eine weitere Bedingung.“ William hob langsam den Kopf und begegnete dem Blick seiner Tochter. Sein Gesicht blieb hart und stoisch, seine Emotionen waren hinter einer Wand aus Stahl verborgen. Doch dann lächelte Cathleen ihn plötzlich an, ihr helles Lächeln durchdrang seine Verteidigung wie ein Sonnenstrahl, der durch Sturmwolken bricht. „Welche Bedingung?“ Williams Stimme zitterte, als er schließlich den Mut fand zu fragen, doch seine Worte wurden vom scharfen Glanz in den Augen seiner Tochter unterbrochen. Sie fixierte ihn mit einem listigen Grinsen, ließ sein Herz rasen und seine Handflächen schwitzen. Er spürte ihre Macht über ihn, wie ein Raubtier, das mit seiner Beute spielt. „Du und deine Frau habt jede Gelegenheit genutzt, um mich bloßzustellen. Ihr belügt die Öffentlichkeit und behauptet, ich sei ein adoptiertes Kind. Ihr erkennt nie an, dass ich dein erstes Kind bin oder dass du vor Dora mit meiner Mutter verheiratet warst.“ Cathleen hatte die Frau ihres Vaters nie bei ihrem Namen genannt; sie hatte sie immer Mom genannt, doch heute nannte sie sie nur bei ihrem Vornamen. „Ich habe nichts gegen Dora, und ich respektiere sie, aber sie hat mich nie als Mitglied dieser Familie betrachtet, und du, Vater, hast all das unter deinem Dach zugelassen. Ich wurde in diesem Haus all die Jahre gemobbt und zu einer Sklavin gemacht, und du hast nie etwas getan oder gesagt. Also, da ich eine Peinlichkeit bin und du keinerlei Absicht hast, irgendjemandem zu sagen, dass ich deine Tochter bin, will ich alle Bande zu dir und deiner kostbaren Familie abbrechen.“ „Nein, du tust das für Oma, erinnerst du dich, und seit wann nennst du mich bei meinem Vornamen?“ Doras Stimme tropfte vor Verzweiflung, während sie plante, Cathleen als Schachfigur in ihrem Spiel zu benutzen, um den schwer fassbaren Besitzer der Knight Group International zu entlarven. Sie schmiedete Pläne und manipulierte, in der Hoffnung, dass Cathleen sie durch die Heirat mit Finn direkt zur Quelle führen würde. Doch als Doras hinterhältige Worte aus ihr herausströmten, verhärtete sich Cathleens Blick zu einem durchdringenden Starren, wie ein Wolf, der bereit ist, auf seine Beute zu springen. Nicht länger bereit, ein Opfer von Doras grausamen Spielen zu sein, stand sie aufrecht und furchtlos da, bereit, ihre Wahrheit auszusprechen. Das einst sanfte und schüchterne Mädchen hatte sich in eine Kraft verwandelt, mit der man rechnen musste, was Dora schockierte, die diese heftige Auflehnung von jemandem, den sie immer als schwach angesehen hatte, nie erwartet hatte. „Ich habe nicht mit dir gesprochen, Dora.“ Cathleens Stimme senkte sich zu einem tiefen, befehlenden Ton, der Dora Schauer über den Rücken jagte und sie am liebsten aus ihrem Stuhl springen ließ. Das schüchterne Mädchen war verschwunden, ersetzt durch eine Macht, mit der man rechnen musste. „Wie kannst du es wagen, mich Dora zu nennen? Ich bin deine Mutter!“ Doras Gesicht verzerrte sich vor Wut, während sie schrie, ihre Augen traten hervor und waren rot wie bei einem wilden Tier, das kurz vor dem Angriff stand. Währenddessen war Cathleens Lächeln listig und wissend, ihre Augen funkelten vor Entschlossenheit und Trotz. „Hör zu, dein Name ist Dora; du hast ein Kind, nicht zwei. Denk nie, dass du über mich hinweggehen kannst; ich bin kein Fußabtreter.“ Cathleen sagte dies, während sie sich nun ihrem Vater zuwandte. „Oma ist deine Mutter, nicht meine, Vater. Glaubst du, ich weiß nicht, dass du über ihren Gesundheitszustand lügst? Nun, wenn überhaupt, weiß ich mit Sicherheit, dass es bei dieser Verbindung nicht um Omas Arztrechnungen geht; es geht um eure beiden Egos und um dich.“ Sie sagte dies und zeigte mit dem Finger auf Dora. „Hör auf zu träumen; niemals werde ich ein Tier wie dich Mutter nennen! Verstanden!“ Ihre Worte hingen in der Luft wie ein schwerer Stein, jedes einzelne ein scharfer und bewusster Angriff. Williams Blut kochte, während er den Drang bekämpfte, die Ehre seiner Frau zu verteidigen, wissend, dass es Cathleen nur noch weiter von ihm wegstoßen würde. Er presste den Kiefer zusammen, frustriert und machtlos, während sie weiter ihre Stimme erhob, ihre Verachtung und Missachtung seiner Frau tief schnitten. Doch er blieb still, wissend, dass sie, wenn er zur falschen Zeit sprach, von der Hochzeit weggehen könnte und ihn ohne jeden Status in der Stadt zurücklassen würde. „Warum stellst du Bedingungen? Wir haben dich großgezogen. Du schuldest uns etwas.“ Dora tobte, ihre Stimme stieg zu einem fiebrigen Höhepunkt an, während sie ihr Gift über Cathleen ausspuckte. Dies war ihre bewährte Taktik, eine, die ihr in der Vergangenheit immer ihren Willen verschafft hatte. Und Cathleen, die sich ihnen gegenüber immer verpflichtet gefühlt hatte, hätte alles getan, um sie glücklich zu machen. Doch diesmal zerbrach etwas in Cathleen, und sie weigerte sich, weiterhin eine Marionette zu sein, stand für sich selbst ein mit einer Heftigkeit, die Dora bis ins Mark erschütterte.
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