Heirate Finn

1501 Mots
Cathleens spöttisches Grinsen wurde mit jeder Sekunde breiter, als sie erkannte, dass die Person auf dem Boden ihre grausame Stiefschwester Avery war. Ein bösartiges Lächeln breitete sich auf Cathleens Gesicht aus, als sie den Kopf leicht schieflegte und auf die Frau hinabblickte, die sie einst gequält hatte und nun zu einer bloß gefallenen Untergebenen geworden war. Der Ausdruck von Schock und Bewunderung in Averys Gesicht befeuerte nur Cathleens Gefühl von Macht und Dominanz. Cathleen zeigte ein Grinsen und legte den Kopf schräg, während sie auf die Frau blickte, die nun auf dem Boden saß. Avery starrte sie voller Ehrfurcht an. ‚Avery, dein rechtmäßiger Platz in dieser Hierarchie ist unter mir.‘ Sie schien zu grinsen, als sie diese Worte in ihrem Kopf zu sich selbst flüsterte. Avery, die zu diesem Zeitpunkt auf dem Boden lag, war überwältigt von der Schönheit, die vor ihr stand. Cathleen kniete sich auf Averys Höhe hinunter und half ihr, die Sachen aufzuheben, nachdem sie gefallen war. Sie tat dies mit einem Grinsen im Gesicht, bevor sie Averys Reisepass aufhob. Cathleen konnte nicht aufhören zu lächeln, als ihr klar wurde, dass Avery sie nicht erkannte. Also beschloss Cathleen, so zu tun, als wüsste sie nicht, wer Avery war. Cathleen sah auf Averys Reisepass und lächelte. „Avery Jackson.“ Cathleen las den Namen laut vor. Avery sah aus wie ein Idiot, als sie lächelte und mehrmals mit dem Kopf nickte als Antwort auf Cathleens Bemerkung. Cathleen stand dann auf und entschuldigte sich: „Ich entschuldige mich aufrichtig bei Ihnen, Miss Jackson, für das, was passiert ist. Ich habe nicht darauf geachtet, wohin ich gegangen bin. Nochmals Entschuldigung.“ Cathleens Kopf senkte sich in einer kleinen, reumütigen Verbeugung, eine Geste der Reue, die sowohl anmutig als auch aufrichtig war. Ihre Augen spiegelten die Entschuldigung wider, als sie seufzte, ihre Stimme weich vor Bedauern. Es war eine einfache, aber herzliche Darstellung ihrer wahren Reue. Außer dass es keine war. Das war nur der Anfang. Avery lächelte leicht und starrte die Frau vor ihr ausdruckslos an. „Ma’am, bitte… was benutzen Sie für Ihr Gesicht?“ Bevor Cathleen antworten konnte, erinnerte sich Avery daran, dass sie auf der Flucht war. Sie warf ihre Tasche über die Schulter und begann, so schnell sie konnte zu rennen, um den nächsten Flug zu erreichen. Als Cathleens Taxi ankam, half der Fahrer ihr, die Taschen in den Kofferraum zu laden. Sie stieg ein und nannte dem Fahrer ihre Adresse. Während ihres Aufenthalts im Ausland stieß Cathleen auf eine große Villa in der geschäftigen Stadt New York. Trotz ihrer Größe fühlte sie sich sofort von der eleganten Architektur und der reichen Geschichte angezogen. Aufregung erfüllte sie, als sie sich vorstellte, diesen Ort zu ihrem eigenen zu machen. Und so kaufte sie die Villa, entschlossen, sie in ein Zuhause zu verwandeln, das ihren Stil und Geschmack widerspiegelte. Doch das war nicht alles, was Cathleen im Big Apple tat. Sie hatte auch ein geheimes Unternehmen, verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit. Nur ihr Vater wusste von ihrer erfolgreichen Anwaltskanzlei, die sie von Grund auf aufgebaut und allein geführt hatte. Für Außenstehende mochte Cathleen wie irgendein Mädchen wirken, doch in Wirklichkeit war sie eine zielstrebige Geschäftsfrau mit einem scharfen Verstand und beeindruckenden Erfolgen. Sie hatte unermüdlich gearbeitet, um sich ein erfolgreiches Leben aufzubauen. Als der elegante schwarze Wagen vor ihrem luxuriösen Zuhause hielt, war ihre vertraute Helferin Anna da, um sie zu begrüßen und ihr mit den Sachen zu helfen. Doch selbst während sie lächelte und Höflichkeiten austauschte, spürte sie das Gewicht der Erschöpfung auf sich lasten. Ohne einen Moment zu verschwenden, eilte sie hinein und ging direkt unter die Dusche, das heiße Wasser spülte den Schmutz und den Stress des Tages weg. Sie fiel auf ihr Bett, schloss die Augen und schlief ein, in der Hoffnung auf dringend benötigte Ruhe, bevor sie sich morgen einem weiteren anstrengenden Tag stellen musste. Als die Morgensonne durch den schmalen Spalt im Vorhang fiel, regte sich Cathleen langsam aus ihrem Schlaf. Die warmen Strahlen küssten sanft ihr Gesicht und lockten sie wach. Sie stieg aus dem Bett und unter die Dusche und genoss das heiße Wasser, das über ihre müden Muskeln floss. Nachdem sie sich angezogen hatte, ging sie in die Küche, wo Anna, eine außergewöhnliche Köchin, ein köstliches Frühstück zubereitet hatte, das auf Cathleens Geschmack abgestimmt war. Jeden Bissen genießend, stärkte sie sich für den bevorstehenden Tag. Sie verließ die luxuriöse Villa, stieg in ihren eleganten Maserati und machte sich auf den Weg. Als sie sich ihrer Anwaltskanzlei näherte, klingelte ihr Telefon unaufhörlich; der Name „Vater“ blinkte auf dem Bildschirm, doch sie ignorierte den Anruf einfach. Ihr Vater, William Jackson, wusste nur zu gut, dass seine eigensinnige Tochter sich nicht leicht beeinflussen ließ. Frustriert beschloss er stattdessen, ihr eine Nachricht zu schicken, in der Hoffnung, dass sie ihre Sturheit erreichen würde. William Jackson: Cathy, Oma ist kritisch krank. Cathleen liebte ihre Großmutter sehr. Ihr Herz raste vor Sorge, als sie mit hoher Geschwindigkeit auf das Haus ihrer Großmutter zufuhr. Sie wollte nichts sehnlicher, als ihre geliebte Großmutter zu sehen, doch ein nagendes Gefühl der Unruhe fraß sich in ihren Kopf. Als sie durch die vertrauten Tore trat und in das Zimmer ihrer Großmutter eilte, wurde sie von einem leeren Bett und einem schweren Gefühl der Angst empfangen. Ihre Stiefmutter und ihr Vater begrüßten sie mit ernsten Gesichtern und bestätigten ihre schlimmsten Befürchtungen: Ihre Großmutter war krank gewesen, und sie hatten es vor ihr verheimlicht. Hin- und hergerissen zwischen Wut über ihre Täuschung und Traurigkeit über die Krankheit ihrer Großmutter kämpfte Cathleen darum, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. Williams Herz war zerrissen, als er über seinen Plan nachdachte. Er wusste, dass Cathleen niemals zustimmen würde, Finn zu heiraten, doch er konnte auch den Gedanken nicht ertragen, die Allianz mit den Knights zu verlieren. Er wusste, dass er Cathleen belügen musste, um sie dazu zu bringen, Finn zu heiraten. Es schmerzte ihn, sie zu täuschen, doch er glaubte, es sei der einzige Weg, sie an seiner Seite zu behalten. Er wusste auch, dass Finn für Cathleen tot war, in dem Moment, als er sie mit seiner anderen Tochter Avery betrogen hatte. Die Erinnerung an Finns Verrat und die Schuld, Avery in ihr kompliziertes Liebesdreieck hineingezogen zu haben, lasteten schwer auf ihm. Doch William konnte Cathleen nicht loslassen, selbst wenn es bedeutete, seine eigene Integrität zu opfern. „Du wirst heute heiraten“, erklärte William, und seine Worte hingen in der Luft und ließen einen Schauer Cathleens Wirbelsäule hinabgleiten. Cathleen sah ihren Vater mit einem eisigen, fragenden Gesicht an. Sie konnte nicht anders, als die Augenbrauen in stiller Herausforderung zu heben und darauf zu warten, dass er seine Worte erklärte. Sie war Anwältin, also war jede ihrer Bewegungen berechnend. William fuhr dann fort: „Avery ist letzte Nacht weggelaufen. Wir brauchen die Knights, um uns mit den medizinischen Kosten für Oma zu helfen. Unser Familienunternehmen läuft nicht gut, also brauchen wir diese Allianz, um Oma zu retten“, erklärte der Mann. „Und du erwartest von mir, dass ich diese Ausrede einer Lüge glaube, Vater?“, fragte Cathleen leise. William schluckte hart, als seine Tochter die Frage stellte. „Warum sollte ich dich anlügen?“, fragte William. „Wie viel brauchst du, und wer ist der Mann, den ich heiraten soll?“ Als Williams Augen die seiner Tochter durchbohrten, sah er dasselbe Feuer und dieselbe Entschlossenheit in ihrem Blick, die ihn selbst zum Erfolg getrieben hatten. Er kannte sie sehr gut, also beschloss er, eine große Summe zu nennen, von der er wusste, dass selbst ihre Kanzlei sie im Moment nicht aufbringen konnte. Sie war eine bekannte Anwältin, jung und intelligent. William hatte jede ihrer Bewegungen verfolgt, während sie im Ausland war, und er wusste, dass sie sich einen Namen gemacht hatte, obwohl sie die Verbindung zu ihm abgebrochen hatte. „3 Millionen Dollar.“ Der Mann erwähnte nicht, dass Finn der Mann war, den sie heiraten sollte, da er wusste, dass seine Tochter ihn niemals heiraten würde; er musste sie nur dazu bringen, der Verbindung zuzustimmen. Cathleen schloss die Augen. Sie hatte das Geld nicht, aber sie wusste, dass sie mit Zeit vielleicht in der Lage wäre, es aufzubringen. William wusste ebenfalls, dass seine Tochter immer ausgebucht war, also könnte sie die Mittel in sechs Monaten beschaffen, wenn man ihr eine Chance gäbe. „Wir müssen das Geld bis morgen haben, und im Moment können nur die Knights uns helfen“, fügte William hinzu. „Wer ist der Mann, den ich heiraten werde?“ William wollte dieser Frage ausweichen, aber im Moment stellte Cathleen nicht viele Fragen auf einmal; es war unvermeidlich. Der Name blieb dem Mann im Hals stecken, sodass es ihm schwerfiel, zu schlucken. Er nahm einen langen Schluck Wasser und versuchte, die plötzliche Enge in seiner Brust zu beruhigen. Er wusste, dass er es sagen musste, doch jede Faser seines Körpers wehrte sich dagegen. Mit einem tiefen Atemzug presste er schließlich die Worte in angespannter Stimme hervor: „Finn.“
Lecture gratuite pour les nouveaux utilisateurs
Scanner pour télécharger l’application
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Écrivain
  • chap_listCatalogue
  • likeAJOUTER