Sobald die Wand hinter ihm wieder fest war, atmete Zaron tief durch, und seine Hände ballten sich zu Fäusten. Er konnte spüren, dass sein Herz raste, sein ganzer Körper angespannt und sein Geschlecht vor Verlangen hart und geschwollen war. Zum Glück hatte sie ihren Blick nicht von seinem Gesicht abgewendet, als er den Raum verließ; hätte sie nach unten geschaut, hätten sich ihre natürlich weiblichen Bedenken in pure Angst verwandelt – und das aus gutem Grund.
Es war beunruhigend, wie stark sein Körper auf sie reagierte. Selbst jetzt konnte Zaron die leichte Süße ihres Dufts immer noch riechen, und seine Hände sehnten sich danach, sie erneut zu berühren, ihre weiche, cremige Haut unter seinen Fingern zu spüren. Er hatte seinen ganzen Willen aufwenden müssen, um zu gehen, sich von ihr zu entfernen, anstatt das zu tun, was sein Körper verlangte: sich tief in ihrem seidigen Fleisch zu vergraben.
Er hatte seit Jahren keine Frau so sehr gewollt.
Seit acht Jahren, um genau zu sein.
Diese Erkenntnis war wie ein Schlag in den Magen. Einen Moment lang drohten die Erinnerungen Zaron erneut aufzufressen, ihn in dieses dunkle Loch voller Verzweiflung zu ziehen. Mit seiner ganzen Willenskraft schaffte er es, seine Gedanken zurück auf das menschliche Mädchen zu lenken – ein viel sichereres Thema für Grübeleien.
In den letzten zwei Tagen hatte er sich um alle ihre Bedürfnisse gekümmert, hatte sichergestellt, dass sie sauber war und bequem lag, während ihre Verletzungen heilten. Er hatte sie gebadet, ihre Haare gewaschen und über sie gewacht, während sie schlief. Jetzt kannte er ihren Körper bereits besser als den der meisten Frauen, die er gefickt hatte, aber trotzdem war er für Emily immer noch ein Fremder.
Ein Fremder, der sein Verlangen nach ihr kaum zügeln konnte.
Er war sich nicht sicher, wann sich sein Wunsch, dem Mädchen zu helfen, in diesen starken, unkontrollierbaren Hunger verwandelt hatte. Am Anfang war alles, was er gesehen hatte, eine verletzte Kreatur gewesen, die geheilt werden musste – eine zerbrechliche menschliche Frau, die mit überraschender Entschiedenheit an ihrem Leben hing. Er hatte ihre Verletzungen heilen, ihre Qualen stoppen wollen, und s*x war das Letzte gewesen, an das er gedacht hatte.
Irgendwann in den letzten zwei Tagen hatte sich das allerdings geändert. Als sich ihr Körper erholte, hatte er begonnen, die Fülle ihrer Brüste zu bemerken, die Weichheit ihrer Lippen, ihre sinnliche Lendenraute … obwohl sie schlank war, war ihre Figur köstlich weiblich, und nach einer Weile war alles, an was er denken konnte, sie zu berühren, sie zu schmecken … sie zu ficken.
Das war verrückt. Auch wenn sie hübsch war, war sie eigentlich überhaupt nicht sein Typ. Während seiner Zeit auf der Erde hatte Zaron herausgefunden, dass er große, schlanke Brünette mochte, die ihn an die krinarischen Frauen erinnerten, nicht zerbrechlich aussehende Blondinen mit eindeutig menschlichen Farbtönen. Kein Krinar hatte so helles Haar oder Augen in dieser eigenartigen blauen Farbe, aber bei ihr – Emily – war diese Kombination merkwürdigerweise anziehend, erinnerte ihn an die Bilder von Engeln, die er in menschlichen Büchern gesehen hatte. Was seine eigene Spezies betraf, war sein kleiner Gast mehr als hübsch.
Sie war geradezu hervorstechend.
Zumindest schien sein Schwanz davon überzeugt zu sein.
Zaron atmete ein weiteres Mal tief durch und zwang seine Hände dazu, sich zu öffnen, da er entschlossen war, seine Ausgeglichenheit wiederzuerlangen. Er hatte keine Ahnung, warum er dieses menschliche Mädchen so unglaublich begehrte, aber Geduld war in diesem Fall der Schlüssel zu allem, Geduld und Selbstkontrolle. Er wollte sie nicht verängstigen. Sie war bereits verwirrt und besorgt, weil sie an einem fremden Ort aufgewacht war, in einem Zustand, den kein Mensch leicht verstehen konnte. Er würde vorsichtig bei ihr vorgehen müssen, ihr die Wahrheit Stück für Stück enthüllen, damit sie nicht in Panik verfiel.
Er wollte nicht, dass sie Angst vor ihm hatte, wenn sie in sein Bett kommen würde.
Und sie würde zu ihm kommen. Dessen war sich Zaron sicher. Eine schnelle Überprüfung des Hintergrunds seines Gastes hatte enthüllt, dass das Mädchen unverheiratet und kinderlos war und allein in einem kleinen Studioapartment in dem Stadtteil Manhattan in New York City lebte. Sie war an niemanden gebunden, und Zaron wollte sie mehr als jede andere Frau seit Larita.
Er wollte sie, und er hatte vor, sie zu bekommen.
Alles, was er brauchte, war ein kleines bisschen Geduld.