Kapitel 1-1

849 Parole
Kapitel 1 Spaceport: Oculus IX – Tief im von Waxianern kontrollierten Territorium. Grausames Gelächter bohrte sich in Edges Bewusstsein. Er hatte gegen die Dunkelheit ankämpfen wollen, aber sie war zu einem angenehmen Zufluchtsort vor dem konstanten Schmerz geworden, der seinen Körper auseinanderzureißen drohte. Auch wenn ihn seine eigene Schwäche beschämte, war Edge sich dennoch bewusst, dass er jede noch so kurze Unterbrechung bereitwillig begrüßen würde, wenn sie ihm Erleichterung von den Höllenqualen verschaffte, die seinen Geist und Körper zerrissen. Nach dem unbarmherzigen Verhör, das er soeben überlebt hatte, hatte er das Gefühl, dass sein Kopf gleich explodieren würde. Er war sich nicht sicher, ob »überlebt« das richtige Wort war. Sein Geist war zersplittert und seine Gedanken überschlugen sich so schnell, dass ihm übel wurde. Sobald ein Gedanke sich zu formen begann, wurde er, wie in einem Kaleidoskop aus Farben, von einem anderen abgelöst, bis Edge sich nur noch schwach und desorientiert fühlte. Was auch immer das für Drogen waren, die seine Kidnapper ihm dieses Mal verabreicht hatten, viel hatte nicht mehr gefehlt, um die minimale Kontrolle, die er noch über seinen Geist hatte, zu brechen. »Hast du gesehen, wie er dieses Mal aus der Nase geblutet hat? Ich schwör’s dir, ich konnte fast riechen, wie das Gehirn von diesem Bastard gebrutzelt hat«, lachte der Wachmann, der ihn am linken Arm festhielt. »Wir haben echt Glück gehabt, dass Deppar uns befohlen hat, ihn doppelt zu fesseln, sonst wären wir jetzt alle tot«, erwiderte der Wachmann auf der rechten Seite. »Was redest du da? Ich habe dieses Mal nur darauf gewartet, dass er anfängt, wie ein Baby zu weinen«, gab der erste Wachmann lachend zurück. »Ich hoffe, dir ist klar, dass er dich als Erstes töten wird, falls er sich jemals befreien kann«, brummelte der zweite Wachmann. »Mach seine Zellentür auf.« Edge hörte, wie ein weiterer Wachmann leise etwas murmelte, dann erfüllte das kreischende Geräusch von Metall gegen Stein die Luft. Ein Stöhnen vermischte sich mit diesem Geräusch. Es dauerte eine Weile, bis Edge begriff, dass es von ihm kam. Jedes Geräusch verstärkte sich in seinem Kopf und verursachte einen scharfen, qualvollen Schmerz, der immer wieder innen an seinem Schädel abprallte. »Er sabbert«, gluckste der erste Wachmann. »Als Nächstes pinkelt er sich noch in die Hose. Er kann noch nicht einmal seinen Kopf heben oder seine Spucke im Mund behalten. Glaubst du wirklich, er könnte gegen mich ankommen?« »Ich habe gehört, dass Deppar genug von ihm hat«, sagte der Wachmann bei der Zelle, während die beiden anderen Wachmänner Edge durch die Tür schleiften und ihn in der Zelle auf den Boden fallen ließen. »Angeblich lässt er jemand anderes kommen, um die Informationen aus ihm herauszubekommen. Ich habe gehört, dass ein anderer Waxianer alles herausfinden will, was der Gefangene über die trivatorischen Truppen und ihre Technologie weiß. Dieser Waxianer soll wohl mit den Drethulanern zusammenarbeiten. Wenn das wirklich stimmt, ist er ein verrückter Bastard. Ich würde mich nicht einmal gegen Bezahlung mit einem Drethulaner abgeben und ich glaube kaum, dass dieser Trivator lange überleben wird, wenn sie ihn erstmal in die Hände bekommen haben.« »Was könnte der Trivator wissen? Er ist schon viel zu lange in Gefangenschaft, als dass er irgendwelche aktuellen und nützlichen Informationen haben könnte. Wenn du mich fragst, hätten dieser andere Waxianer oder der Drethulaner ihn erwischen sollten, bevor er an die Minen verkauft wurde«, erwiderte der erste Wachmann und spuckte neben Edges Kopf auf den Boden. »Nach der Arbeit in den Minen und den Drogen, die Deppar ihm verabreicht hat, ist bei dem Bastard nicht mehr viel Gehirn übrig, das verhört werden könnte. Deppar sollte den großen Bastard besser jetzt töten, bevor er sich noch befreien kann.« »Nun, ich habe dich aber nicht gefragt«, brummelte der zweite Wachmann, während er die Zelle verließ. »Du bist nur ein einfacher Krieger und einfache Krieger tun, was man ihnen befielt. Wenn du nicht nur Geld verdienen, sondern auch lange genug leben willst, um es auch ausgeben zu können, halt lieber die Klappe. Nun komm schon, ich brauch was zu essen.« Die Zellentür schloss sich dröhnend und das Geräusch des Riegels hallte durch den schmalen Korridor. »Da fällt mir ein, Deppar hat gesagt, dass der Gefangene weder zu essen noch zu trinken bekommen soll. Er will ihn für den Besuch des Waxianers so weit wie möglich schwächen«, informierte der zweite Wachmann den Zellenwächter. »Ich habe ihm eh nichts zu essen gegeben. Wir kriegen hier selbst nicht genug, darum habe ich alles gegessen, was hierhergekommen ist. Schmeckt sowieso alles scheiße«, murrte der Zellenwächter. Edge rollte sich in der engen, dunklen Zelle herum, währen die Wachmänner sich weiter unterhielten. Ein Schauder durchfuhr ihn, als die toxischen Überreste der Drogen, die der Waxianer in ihn hineingepumpt hatte, aus seinen Poren strömten. Er kämpfte gegen den Brechreiz an. Das Zittern seines Körpers verstärkte sich, als die Kälte des Zellenbodens in seine schweißnasse Haut drang. »Göttin, lass mich sterben«, flüsterte Edge und hoffte, dass sie barmherzig war und ihm diesen Wunsch erfüllte. »Einen Teufel werde ich tun. Du kannst doch nicht sterben, wo ich dich gerade gefunden habe, Trivator. Ich brauche dich lebendig«, antwortete eine sanfte Stimme.
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