Kapitel Vier
Mein Herz raste wie verrückt in meiner Brust, als ich mit Jay auf den Fersen durch die Tür trat.
Im Inneren war ein großer Raum, der schwach beleuchtet und völlig leer war. Keine Möbel und keine Menschen – außer dem Mann, der uns die Tür geöffnet hatte. Er stand ruhig da und betrachtete uns mit seinem dunklen Blick.
Die Tür hinter uns glitt zu.
Ich wischte heimlich meine verschwitzten Handflächen an der Vorderseite meines Kleides ab und hoffte, dass der Mann meine nervöse Geste nicht bemerkte.
»Hallo«, sagte Jay und trat nach vorn, um sich neben mich zu stellen. Zu meiner Überraschung war die Stimme meines Freundes ruhig, und er hatte ein kokettes Lächeln im Gesicht. »Wir haben gehört, dass hier eine Party stattfindet. Stimmt das?«
Der Mann antwortete einen Moment lang nicht und ließ meine Angst ansteigen. Dann sprach er, und seine tiefe Stimme klang amüsiert. »Das könnte man so sagen.«
»Großartig.« Jay strahlte ihn an. »Genau dafür sind wir hier.«
Ich spürte eine Welle der Bewunderung für meinen Freund. Ich hatte immer gewusst, dass Jay eine tolle soziale Kompetenz hatte, aber das hier war alles andere als eine typische Partyumgebung. Trotz all seiner Abneigung, hier zu sein, zeigte sich Jay eindeutig von seiner besten Seite.
»Ihr beide?«, fragte der Mann und klang immer noch amüsiert.
»Ja.« Ich zwang ein strahlendes Lächeln auf meine Lippen. Wenn Jay das tun konnte, konnte ich es auch. »Wir sind sehr … neugierig.«
»Ah.« Der Mann lachte, ein tiefer, sinnlicher Klang, der mir einen Schauer über den Rücken schickte. »Neugierig, also. Dann folgt mir.«
Er drehte sich um und begann, zur anderen Seite des Raumes zu gehen. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Wie die Krinar, die ich im Fernsehen gesehen hatte, ging der Mann nicht einfach, vielmehr glitt er, und jede seiner Bewegungen war von unmenschlicher Kraft und Anmut erfüllt.
Es gab keinen Zweifel mehr.
Ich hatte gerade meinen ersten Krinar kennengelernt.
Jay berührte meinen Arm, und mein Blick richtete sich auf ihn. Auf seinem Gesicht konnte ich die gleiche Ehrfurcht und Aufregung sehen, die ich empfand. »Oh, mein Gott«, formte ich lautlos mit meinen Lippen, und er nickte, mit vor Schock weit aufgerissenen Augen.
»Komm schon«, sagte ich wieder lautlos, deutete mit meinem Kinn in Richtung des Krinar, und wir beide eilten ihm nach, wobei wir fast rennen mussten, um mit ihm Schritt zu halten.
Der Krinar blieb am anderen Ende des Raumes vor einer Wand stehen und machte eine kurze winkende Handbewegung. Ungläubig sah ich dabei zu, wie sich die Wand auflöste und eine ovale, mannshohe Öffnung entstand. Ich konnte gerade noch ein Keuchen unterdrücken. Ich hatte natürlich gewusst, dass die Krinar über eine fortschrittlichere Technologie verfügen, aber ich hatte sie noch nie live gesehen.
Das würde ich definitiv in meinen Artikel aufnehmen.
Als ich gerade den ersten Abschnitt meiner Geschichte im Kopf verfasste, trat der Krinar durch die Öffnung und verschwand dahinter. Da ich ihn nicht verlieren wollte, ging ich ihm nach, und Jay folgte mir.
Wir kamen in einen abgedunkelten Flur. Nachdem wir etwa vier Meter gegangen waren, standen wir vor einer weiteren Wand. Der Krinar wartete darauf, dass wir aufholten, und dann schuf er eine zweite Öffnung, durch die ich mehrfarbige Lichter sehen und pulsierende Musik hören konnte.
»Hier sind wir«, sagte er, und sein Englisch war so perfekt wie das eines Amerikaners. Ich hatte mich schon immer gefragt, woher die Außerirdischen die Sprachen der Erde so gut kannten. Es wurde spekuliert, dass sie eine Art neuronale Sprachimplantate hatten, aber niemand wusste das mit Sicherheit.
Das war eine weitere Sache, der ich heute Abend vielleicht nachgehen könnte.
»Wow, wie cool«, rief Jay aus und spielte seine Rolle als verrückter Partygänger bis zur Perfektion. »Ich liebe es, wie ihr das macht, Mann.«
Der Krinar hob seine Augenbrauen an, würdigte diese Aussage aber nicht mit einer Antwort. Stattdessen ging er hinein, wieder mit dieser bemerkenswerten animalischen Anmut. Jay, der seinen Vorsichtigkeitszauber gebrochen zu haben schien, folgte ihm, ohne zu zögern. Nach einer kurzen Pause ging ich ihnen nach, und mein Herz klopfte mit einer Mischung aus Angst und Aufregung.
Wir waren offiziell in einem X-Klub.