Kapitel 14 3. August 1888 Das Lagerleben war schon so sehr Teil von mir geworden, dass mein altes Leben immer weiter in den Hintergrund rückte. Die meisten Mitglieder der Sippe behandelten mich mittlerweile wie eine vom Volk und Großmutter Aneta brachte mir immer mehr Wissen über Kräuter und Heilmethoden bei. Ich schätzte die alte Dame, die einen scharfen Verstand besaß, sehr. „Streck mal deine Hand aus, Kind“, forderte die alte Zigeunerin. Sie hatte eine Flasche geöffnet, in der sie zusammen mit mir die Beinwellwurzeln mit Branntwein angesetzt hatte. Die Flüssigkeit war fast schwarz geworden und verströmte einen aromatischen Geruch, als Großmutter Aneta die Flasche herumschwenkte. Ich tat wie geheißen und streckte eine Hand aus. Großmutter Aneta goss etwas von der Flüssigkeit in mein

