Vom Abgrund berührt-1e

869 Words

Die Nacht war unheimlich still. Eine Stille, die sich nicht friedlich anfühlte – eher wie eine Warnung. Ich stand am Rand der Klippe und starrte in den Abgrund. Die Schwärze bewegte sich wie Wasser, kräuselte sich, obwohl kein Wind wehte. Mein Atem beschlug die kalte Luft, doch ich spürte ihn nicht. Meine Brust war zu eng. Mein Herz… zu laut. Dann war es wieder da. Diese Stimme. *„Sohn…“* Sie schlich sich in meinen Kopf, sanft wie Seide und scharf wie eine Klinge. Meine Knie gaben nach. Ich sank zu Boden und umklammerte meinen Schädel. Die Stimme war in mir, umhüllte Erinnerungen, die mir nicht gehörten – Erinnerungen, die nach Asche und Blut schmeckten. *„Du gehörst mir, Kael.“* „Nein“, keuchte ich. „Du bist nicht real. Du bist nicht…“ Der Wind drehte. Ein Duft stieg aus dem Abgrun

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