Das Morgenlicht warf lange Schatten in Selenas Zimmer, während sie am Fenster stand und mit den Fingern die eisernen Gitterstäbe berührte, die sie gefangen hielten. Das gestrige Abendessen mit Adrian hatte sie zutiefst verunsichert. Seine Worte über einen „Schutz“ vor einer Gefahr wirbelten in ihrem Kopf wie Herbstlaub im Sturm. Sie konnte nicht vergessen, wie seine Augen jede ihrer Bewegungen verfolgt hatten – als würde er nach etwas suchen, das er vor langer Zeit verloren hatte. Doch am meisten blieb seine Warnung über Dmitri in ihrem Gedächtnis – eine unbenannte Bedrohung, die scheinbar direkt hinter diesen goldverzierten Wänden lauerte. Ein scharfer Knall hallte über das Gelände und ließ sie zusammenzucken. Ihr Herz raste, bis ihr klar wurde, dass es nur die Wächter bei ihrer routinem

