Kapitel 106 Ethans Sicht Sie weinte nicht sofort. Das war es, was mir am meisten Angst machte. Maurice saß mit gefalteten Händen im Schoß auf der Bettkante, den Rücken gerade, den Blick starr auf die Wand vor ihr gerichtet. Sie war seit dem Morgen still gewesen. Zu still. Sie hatte kaum etwas gegessen. Sie hatte kaum reagiert, als Lira nach ihr sah und ging. Ich schloss leise die Tür hinter mir und lehnte mich einen Moment dagegen, um sie zu beobachten. Sie wirkte klein, nicht schwach, nur so erschöpft, dass niemand davon heilen konnte. „Du musst es nicht unterdrücken“, sagte ich sanft. Sie drehte sich nicht um. „Tue ich nicht.“ Ich ging näher, langsam, vorsichtig, als könnte sie zerbrechen, wenn ich zu schnell ginge. Ich setzte mich neben sie, so nah, dass sich unsere Arme berühr

