Kapitel 18 – Die Glut der Ewigen Nacht

2073 Words

Der Sommer kam in jenem Jahr mit einer Hitze, die das Nordreich noch nie gekannt hatte. Der Schnee der vergangenen Winter war längst geschmolzen, die Flüsse schwollen an, und die silbernen Bäume trugen Früchte, die schwer und dunkel hingen, als hätten sie das Licht des Himmels in sich aufgesogen. Die Luft roch nach warmer Erde, nach Harz und nach etwas Süßem, das niemand benennen konnte. Das Rudel spürte die Veränderung in den Knochen. Die alten Lieder klangen tiefer, die Nächte länger, und in den stillen Stunden zwischen Monduntergang und Morgendämmerung erwachte etwas Uraltes in jedem Einzelnen. Luna war jetzt siebzehn. Ihre Schönheit hatte eine Tiefe gewonnen, die über das Körperliche hinausging. Ihre Haut schimmerte wie polierter Mondstein, ihre Haare fielen in schweren Wellen bis zur

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