Kapitel 22 – Der Flüsterton, der die Knochen bricht

1421 Words

Der dreizehnte Winter begann nicht mit Schnee. Er begann mit Schweigen. Es war kein normales Schweigen, wie es nach einem Sturm eintritt oder wenn der Wind sich für einen Moment legt. Es war ein Schweigen, das sich in die Ohren fraß. Ein Schweigen, das die Trommelfelle drückte, als würde jemand von innen gegen sie atmen. Die silbernen Bäume standen reglos. Kein Blatt zitterte. Kein Ast knackte. Selbst die Früchte, die im Herbst noch blau und glühend gehangen hatten, waren jetzt schwarz geworden, hart wie Kohle, und fielen nicht ab. Sie hingen einfach da, als hätten sie Angst, den Boden zu berühren. Jasmine bemerkte es zuerst beim Aufwachen. Sie lag auf dem Rücken, starrte an die Decke aus dunklem Stein und hörte… nichts. Kein Knistern des Feuers im Nebenraum. Kein Atmen von Kael neben ih

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