Früh am Morgen kuschelte ich mich in meinem luxuriösen, elegant eingerichteten Zimmer im Palast ein, einem Bereich, der für angesehene Gäste reserviert war, die an den großen Feierlichkeiten teilnahmen.
Die faszinierende dunkle Einrichtung des Zimmers mit edlen Mahagonimöbeln, die einen Kontrast zu den tiefen, juwelen farbenen Stoffen bildeten, schuf eine Atmosphäre von Intimität und Luxus.
Am besten gefiel mir zweifellos der Balkon, der von aufwendig geschnitzten Holz Geländern umrahmt war und einen atemberaubenden Blick auf die weitläufigen Gärten darunter bot. Als das Morgenlicht hereinbrach, wiegten sich die leuchtenden Blüten sanft im Wind, und ihr Duft vermischte sich in der Luft wie eine süße Serenade.
Als ich mich in einen weichen Sessel auf dem Balkon setzte, wanderte mein Blick über die lebendige Landschaft, wo das Morgenlicht den Himmel in ein sanftes Leuchten tauchte und ein warmes Licht auf das üppige Grün warf.
Meine Gedanken schweiften zu dem vergangenen Abend, dem prächtigen Ball, der sich immer noch wie ein Traum und nicht wie Realität anfühlte. Ich hatte vor einer großen Versammlung gestanden, gekleidet in ein exquisites Seidenkleid, das bei jeder Bewegung schimmerte, und in diesem entscheidenden Moment hatte ich die monumentale Entscheidung getroffen, mein Schicksal als Gefährtin von Alpha-Prinz Jayden anzunehmen.
Die Last dieser Entscheidung lastete schwer auf mir, voller Unsicherheit und Beklommenheit, doch sie besiegelte mein Schicksal auf eine Weise, die nicht mehr rückgängig gemacht werden konnte.
Die Nachricht von meiner Verbindung mit dem Prinzen hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet und war mit allem Pomp und Prunk der Königsfamilie der Welt verkündet worden. In einem Monat würden wir an dem heiligen Paarungsritual teilnehmen, einer alten, traditionsreichen Zeremonie, die unsere Verbindung festigen und unseren Aufstieg zum König und zur Königin einläuten würde.
Die Last dieser bevorstehenden Verantwortung lastete schwer auf meiner Brust, eine komplexe Mischung aus Hochgefühl und Furcht vor einem Schicksal, das ich nie gesucht hatte, mit dem ich mich aber unwiderruflich verbunden sah.
An diesem Morgen kam eine Dienerin, um mir mitzuteilen, dass für die Gäste, die an der Feier teilnahmen, ein einfaches Frühstück Bankett geplant war, aber ich wies sie an, zu sagen, dass ich verhindert sei. Ich wollte niemandem begegnen und mich nicht unterhalten, ich sehnte mich nach Einsamkeit.
Ich habe Prinz Jayden nie als einen Partner angesehen, wie ich mir einen vorstelle; für mich ist er eher ein Anführer, selbst nach dem Gespräch, das wir gestern Abend geführt haben, konnte ich mir uns beide nicht zusammen vorstellen. Ich glaube, meine Zurückhaltung rührt von meiner intensiven Sehnsucht nach meinem wahren Partner her, einem Wunsch, den alle Werwölfe teilen.
Vielleicht liegt es daran, dass meine Eltern keine wahren Partner waren, dass sie diesem Konzept keinen Wert beigemessen haben. Meine Eltern waren kein Schicksalspaar, sondern ein gewähltes Paar, das sich aus eigenen Ambitionen zusammengeschlossen hatte. Diese Entfremdung hat sie wahrscheinlich blind gemacht für die emotionale Sehnsucht, die ich nach meinem wahren Partner empfand.
Sie haben sozialen Status und Macht über die Vorstellung gestellt, sich mit seinem Schicksalspartner zu verbinden. Mein Vater hatte seine wahre Partnerin, eine Omega, abgelehnt, weil er sie für zu zerbrechlich hielt, und stattdessen eine starke Partnerin mit Alpha-Blut bevorzugt. Er strebte nach Stärke und Prestige und gab sich mit meiner Mutter zufrieden, einer Frau, deren Ambitionen schnell jede Zuneigung überwogen, die sie für ihren unbekannten Partner empfunden haben mochte. Ihre Verbindung war eine aus Vernunftgründen.
Infolgedessen war jeder Anschein echter Gefühle zwischen meinen Eltern nur eine Fassade, die gekonnt für die Öffentlichkeit inszeniert wurde. In den Medien und im Königreich wurden sie als eines der glamourösesten und liebevollsten Paare unter den gewählten Partnern dargestellt, eine blendende Demonstration der Einheit.
Hinter verschlossenen Türen jedoch fehlte es ihnen an Zuneigung, ihre Beziehung war frei von Wärme und Liebe. Ich fühlte mich wie eine bloße Verpflichtung, ins Leben gerufen, um einen Traum zu erfüllen, der nicht meiner war. Die Gleichgültigkeit mir gegenüber war eklatant, das Interesse meiner Mutter an ihrem Titel als Luna übertraf bei weitem ihr Interesse an der Erziehung ihres eigenen Kindes, ihr mütterlicher Instinkt schien von ihrem Ehrgeiz überschattet zu sein.
Mein Großvater, der ehemalige Alpha des Red Moon-Rudels und jetzt ein angesehenes Mitglied des Ältestenrats, war für mich immer eine Stütze der Stärke und Weisheit gewesen. Das Red Moon-Rudel war berühmt und eines der ältesten existierenden Rudel, gegründet auf einem Erbe von Ehre und Mut.
Ich erinnerte mich an die unzähligen Stunden, die wir zusammen verbracht hatten, während ich seinen Geschichten lauschte und aus seinen Erfahrungen lernte. Seine Augen leuchteten mit einem Feuer, das mit jedem Jahr heller zu brennen schien, und seine Stimme dröhnte mit Autorität und flößte allen, die ihm zuhörten, Respekt ein.
Mein Großvater, einer der stärksten und gütigsten Ältesten, die ich je gekannt habe, behandelte mich mit einer Sanftheit, die inmitten der Kälte der Ambitionen meiner Eltern erfrischend war.
Seine Güte stand oft im Gegensatz zur Gleichgültigkeit meiner Mutter, und er drückte sein tiefes Bedauern darüber aus, dass ich von ihnen vernachlässigt wurde. Ich schätzte die Momente, die wir miteinander verbrachten, und fühlte mich auf eine Weise gesehen und geliebt, wie ich es bei meinen Eltern nie getan hatte.
Er trug eine schwere Last und beklagte, dass er meiner Mutter nicht beigebracht hatte, Liebe überMacht zu stellen. Der Verlust meiner Großmutter, seiner Schicksalsgefährtin, hatte ihn geprägt und dazu geführt, dass er die Erziehung meiner Mutter vernachlässigte. Oft versuchte er, die elterliche Liebe zu kompensieren, die meine Eltern mir nicht geben konnten. Der Gedanke, ihn und Amelia zurückzulassen, war fast unerträglich.
Als ich auf dem Stuhl saß und in meinen Gedanken versunken war, umhüllte mich die Stille meines Zimmers mit ihrer düsteren Umarmung. Plötzlich hallte ein leises Klopfen an meiner Zimmertür durch die Stille und riss mich zurück in die Realität. „Herein“, rief ich, meine Stimme kaum laut genug, um die Stille zu durchbrechen, in der Hoffnung, die Last meiner Trauer abzuschütteln.
Die Tür schwang auf, und Amelia trat mit einem warmen Lächeln ein, das den Raum mit Licht erfüllte. Ihr langes, dunkles Haar floss wie ein Fluss aus Seide über ihre Schultern, und das leise Rascheln ihres Haares erfüllte die Luft, wenn sie sich bewegte. Ihr fröhliches Lächeln strahlte Wärme aus und erhellte augenblicklich den dunklen Raum. Sie war wie ein Sonnenstrahl, der die dunklen Winkel meines Geistes erhellte.
Als Tochter des königlichen Beta war Amelia aufgrund ihrer königlichen Abstammung die einzige Gefährtin, die meine Eltern akzeptierten, da ihr Vater der jüngere Bruder des Königs und Onkel von Alpha-Prinz Jayden war.
Doch diese Verbindung war mit einer schweren Last verbunden, denn Amelia war mehr als nur eine Freundin, sie erinnerte mich ständig an die Erwartungen, die auf mir lasteten, Erwartungen, die mich sorgfältig darauf vorbereitet hatten, eines Tages als Partnerin des Prinzen ausgewählt zu werden.
Dieses Schicksal warf lange Schatten auf meine Träume und ließ wenig Raum für Individualität, da jeder Aspekt meines Lebens orchestriert war. Ich fühlte mich oft wie in einem goldenen Käfig gefangen, ein Gefühl, das Amelia nur zu gut verstand, aber was Amelia nicht wusste, war das Geheimnis, das schwer auf meinem Herzen lastete: der Plan meiner Familie, die königliche Familie zu stürzen.
Mein Herz war schwer von der Last des Plans meiner Familie, einem Geheimnis, das alles zwischen uns verändern könnte. Was würde Amelia sagen, wenn sie die Wahrheit wüsste? Würde sie mir zur Seite stehen und meine Schwierigkeiten verstehen, oder würde unsere Freundschaft zerbrechen?
„Hey, wie geht es dir? Warum bist du nicht zum Frühstück gekommen?“, fragte sie, ihre Augen funkelten neugierig, als sie auf mich zukam, ihre Anwesenheit wie ein Hauch frischer Luft. Ihre Stimme war wie Musik, die meine angespannten Nerven beruhigte und meine Stimmung hob. Ich fühlte mich wohl, als sie sich mir näherte, ihre Wärme und Energie waren ansteckend.
Ich brachte ein schwaches Lächeln zustande. „Mir geht es gut, ich möchte nur etwas Zeit für mich“, antwortete ich, obwohl meine Worte schwer fielen und mein Gesicht meine wahren Gefühle verriet. Amelia runzelte die Stirn, als sie mich genauer ansah, ihre Augen voller Besorgnis.
Sie musterte meinen Gesichtsausdruck mit durchdringendem Blick. „Ich sehe, dass dich etwas bedrückt“, sagte sie sanft mit leiser, beruhigender Stimme. „Du weißt, dass ich immer für dich da bin, oder?“ Sie hielt inne, sah mir fest in die Augen und wartete auf meine Antwort.
Ich nickte und meine Augen füllten sich mit Tränen. „Ich weiß“, flüsterte ich und schloss kurz die Augen, um meine Gedanken zu ordnen. Die Last meiner Gefühle drohte mich zu überwältigen, aber Amelias Anwesenheit war ein fester Anker. „Ich denke nur über alles nach.“
Sie setzte sich neben mich, die Wärme ihrer Anwesenheit wie eine tröstende Decke. Ihre sanfte Berührung und ihre ruhige Art schienen mich zu umhüllen und mir Trost zu spenden. „Ich verstehe, wie überwältigend das sein kann“, beruhigte sie mich sanft, ihre Stimme wie Balsam für meine zerrütteten Nerven.
„Halte einfach durch, okay? Alles wird gut, das verspreche ich dir“, sagte sie mit überzeugter Stimme. Sie erwiderte meinen Blick mit einem hoffnungsvollen Lächeln, das wie ein Leuchtfeuer in meinem Nebel der Verzweiflung strahlte, aber die Schatten in mir – die Zweifel, Ängste und Unsicherheiten – schienen unüberwindbar.
„Wann wird es endlich gut werden?“, fragte ich mit einem Seufzer, sah ihr direkt in die Augen und meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, das vor Emotionen brach. Die Worte fühlten sich an, als wären sie meiner Seele entrissen worden, und ich konnte die Verzweiflung und Frustration spüren, die von mir ausging.