Kapitel 3

1332 Words
„Ich will das nicht!“, schrie ich in die tiefe Stille des Waldes hinein, meine Stimme durchbrach die Stille und hallte durch die Bäume, während ich auf dem feuchten Boden kniete und die Kälte in meine Knochen drang. „Ich möchte geliebt werden, ich möchte die Wahl haben, ich möchte entscheiden können, was ich wirklich will“, flüsterte ich. Ich fühlte mich zerbrochen, in Stücke zerfallen, die ich nicht wieder zusammenfügen konnte. Ich wollte das nicht, aber ich hatte keine Wahl. Ein dumpfer Schmerz pochte in meinem Herzen wie eine offene Wunde, die nicht heilen wollte. Es tat so weh, dass ich mich innerlich wie tot fühlte, tot für den Traum, mit dem Menschen zusammen zu sein, für den ich bestimmt war. Aber dieser Traum wurde mir genommen. Warum? Es war das Einzige, was mich trotz allem glücklich hätte machen können. Doch sie gaben mir nicht einmal eine Chance. Als ich kniete, überschwemmten mich Erinnerungen an das, was gerade passiert war, an den unvermeidlichen Moment, der mein Schicksal besiegelte wie eine Fessel um mein Handgelenk. Ich erinnerte mich an die Frage, die mich wie ein Messer durchbohrte. „Davina Bryson, Tochter von Alpha Bryson vom Crescent Moon-Rudel, würdest du zustimmen, meine auserwählte Gefährtin zu werden?“ Um mich herum schallte Gelächter, das Rascheln von Seide flüsterte Geheimnisse, und das Gewicht der erwartungsvollen Blicke erdrückte mich. Die fordernden Augen meiner Eltern, die wollten, dass ich zustimmte, brannten sich in meine Seele. Ich fühlte einen erstickenden Druck, als würden sich die Bäume des Waldes um mich herum schließen und mir keinen Ausweg lassen. Ich war eine Schachfigur in einem Spiel, das ich nicht spielen wollte, und hatte keine andere Wahl, als den Anweisungen meiner Eltern zu folgen. Die Bäume ragten über mir auf, ihre Äste wie skelettartige Finger, die nach mir griffen, um meinen letzten Funken Hoffnung zu ersticken. Ich dachte über meine Situation nach: „Ich möchte wirklich nicht die Gefährtin von Prinz Jayden sein. Seit meiner Kindheit lasteten die Erwartungen schwer auf mir. Ich wurde dazu erzogen zu glauben, dass es mein Schicksal sei, Jaydens Partnerin zu werden, damit der Plan meiner Eltern aufgehen würde. Ihre Vision für meine Zukunft war akribisch ausgearbeitet und ließ keinen Raum für meine eigenen Hoffnungen und Träume. Mir wurde beigebracht, meine Gefühle zu verbergen und eine Maske der Zurückhaltung zu tragen. Jede Lektion fühlte sich wie ein Faden an, der mich noch fester an ein für mich vorbestimmtes Leben band.“ „Meine Träume, meine Wünsche, meine Sehnsüchte – sie bedeuten nichts. Warum? Warum konnte ich nicht mit meinem eigenen Schicksalspartner zusammen sein, während andere mit solchen Verbindungen gesegnet zu sein schienen? Vielleicht waren meine Eltern daran schuld.“ „Alles, was ich mir wirklich wünschte, war die Freiheit, das zu tun, was ich wollte, das Leben zu leben, das ich mir wünschte, und mit dem Menschen zusammen zu sein, der für mich bestimmt war, dem Menschen, dem mein Herz und meine Seele gehörten, anstatt mich mit dem Prinzen zu verbinden, den ich nur als einen lieben Bruder betrachten konnte, so wie Amelia. Ich wusste, dass er Gefühle für mich hatte und auch von mir besessen war, aber seine Zuneigung zu mir war wie ein stiller Sturm, eine Kraft, die ich spüren konnte, aber niemals erwidern konnte. Ich tat einfach so, als würde ich es nicht bemerken.“ „Tief in meinem Inneren verstand ich, warum ich seine Gefühle nicht erwidern konnte. Ich empfinde nichts für ihn, für mich ist er nur mein Prinz. Mein Herz, mein Verstand und meine Seele gehörten unwiderruflich meinem wahren Partner, der da draußen auf mich wartete, versteckt unter dem weiten Gewebe des Nachthimmels, und auf den Tag wartete, an dem sich unsere Wege endlich kreuzen würden. Es war eine Sehnsucht, die mit meinem Wesen verflochten war, eine Hoffnung, dass die Liebe eines Tages einen Weg finden würde, die Grenzen der Erwartungen zu durchbrechen und die Wahrheit meines Herzens zu offenbaren.“ In unserer Welt werden Werwölfe und die zurückgezogen lebenden Lykaner von der Mondgöttin mit einem Seelenverwandten beschenkt, der uns seit unserer Geburt verbunden ist, verbunden mit unserer Seele und unserem Wolf. Die Verbindung zwischen Schicksalspartnern ist heilig. Obwohl es möglich ist, dass zwei Schicksalspartner sich gegenseitig ablehnen, bringt dies immense emotionale Turbulenzen und körperliche Qualen mit sich. Viele, denen die Kraft fehlt, diesen Schmerz zu ertragen, müssen mit schlimmen Folgen rechnen, einschließlich der Gefahr des Todes. Aus diesem Grund sind tatsächliche Ablehnungen in unserer Gesellschaft selten. Nur diejenigen mit außergewöhnlicher Stärke können ihren Partner ablehnen, ohne eine weitere Chance auf eine schicksalhafte Verbindung zu haben, es sei denn, sie gehen eine Verbindung mit einem selbst gewählten Partner ein. Mit der Zeit kann ein selbst gewählter Partner eine starke Verbindung entwickeln, die einer schicksalhaften Verbindung ähnelt, aber nicht so stark ist. Aber die Mondgöttin schenkte dem König die Möglichkeit, einen auserwählten Partner zu wählen, der die gleiche Verbindung haben würde wie ein Schicksalspartner nach der Paarung, auch ohne einen seit der Geburt bestimmten Partner zu haben. Dies sicherte eine Königin, die als echte Partnerin an der Seite des Königs stehen konnte, eine Verbindung unter Gleichen. Seit meiner ersten Verwandlung im Alter von fünfzehn Jahren, als ich mich vollständig in Selena, meine Wölfin, verwandelte, wusste ich, dass ich anders war. Das Fell meines Wolfes ist von einem atemberaubenden Azurblau, einer seltenen Farbe, die im Mondlicht mit einem ätherischen Schimmer glänzt. Blaue Wölfe wie ich sind zwar selten, aber ich weiß, dass ihre Seltenheit nicht automatisch etwas Besonderes bedeutet. Mein Wolf ist jedoch einzigartig, denn meine wahre Besonderheit liegt in meiner tiefen Verbindung zur Natur selbst. Ich finde oft Trost zwischen den Bäumen und Flüssen, wenn ich spüre, wie die Welt um mich herum vor Leben pulsiert. Es ist, als wäre ich eins mit der Natur, im Einklang mit ihren Rhythmen und ihrem Puls. Das Rascheln der Blätter, das Zwitschern der Vögel und das sanfte Plätschern des Wassers finden in mir Widerhall und schaffen Harmonie und Ausgeglichenheit. In meinen Träumen höre ich oft eine leise Stimme, die mir zuflüstert, dass ich für etwas Größeres bestimmt bin und dass meine Kräfte erwachen werden, wenn die Zeit gekommen ist, mein Schicksal zu erfüllen. Die Stimme ist sanft, aber eindringlich und drängt mich, mir selbst zu vertrauen, nicht aufzugeben und an den vor mir liegenden Weg zu glauben. Sowohl Selena als auch ich spüren diese tiefe Verbindung und ahnen, dass wir für etwas Bedeutendes bestimmt sind. Ich habe diese Träume und Gefühle tief in mir vergraben, ein Geheimnis, das ich mit niemandem teile. Selena hat immer darauf bestanden, dass wir unseren Schicksalspartner finden sollten, und dass dieser jemand wirklich Außergewöhnliches sein würde, der nur für uns bestimmt ist. Seit ich zugestimmt habe, Jaydens auserwählte Partnerin zu sein, hat sie kein Wort mehr gesagt und unsere Verbindung blockiert. Ich wusste, dass sie verletzt war, ich verstehe, dass sie nicht wütend auf mich war oder mir Vorwürfe machte, sie wollte einfach nur allein sein. Jede Nacht habe ich denselben Traum, eine ätherische Vision eines Mannes, dessen Identität ein Geheimnis bleibt. In meinem Traum sehe ich nur seinen Rücken. Seine breiten, muskulösen Schultern sind verlockend, sein Körperbau im Mondlicht faszinierend, was mich sowohl beeindruckt als auch einschüchtert. Ich spüre immer eine unbestreitbare Verbindung zu der Person in meinem Traum, als würde ich mich auf einer tiefen, ursprünglichen Ebene zu ihm hingezogen fühlen. Diese Verbindung gibt mir ein Gefühl der Vollkommenheit, das auch nach dem Erwachen in der Realität noch nachwirkt. Obwohl ich ihn nur von hinten gesehen habe, wird mein Verlangen, ihn kennenzulernen, mit jeder Nacht stärker. Ich sehne mich danach, sein Gesicht zu sehen, seinen Namen zu erfahren und die Geheimnisse hinter seiner faszinierenden Ausstrahlung zu verstehen. Ich glaube, er ist mein Partner, und Selena teilt diese Intuition von ganzem Herzen. Ich glaube, mein Verlangen und meine Sehnsucht nach einem Partner kommen zum Teil aus dem Traum, aber ich möchte wirklich meinen Schicksalspartner finden. Ich konnte nicht anders, als über mein ganzes Leben nachzudenken, und plötzlich hallte hinter mir das Geräusch von Schritten wider.
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