Die Hitze nahm kein Ende. Es war, als hätte die Welt den Atem angehalten, und die Luft schien schwer und drückend über Rivertown zu hängen. Lily fühlte sich ausgelaugt. Jede Nacht war schlimmer als die vorherige, und das Flüstern verfolgte sie mittlerweile auch am Tag – in der Stille ihres Zimmers, in den Schatten der Straßen, selbst im Buchladen ihres Onkels. An diesem Nachmittag entschied sie sich, nicht länger davor wegzulaufen. Sie nahm das Tagebuch ihrer Großmutter und setzte sich auf den alten Schaukelstuhl auf der Veranda. Das Buch war alt, die Seiten brüchig, und der Geruch von Staub und vergangenem Leben stieg ihr in die Nase. Sie blätterte durch die Seiten, bis sie auf eine Eintragung stieß, die sie bisher übersehen hatte. „Sie kommt zu denen, die verzweifelt genug sind, sie zu

