Die Stille kam schleichend. Zuerst war es kaum wahrnehmbar – ein paar Straßen, die leerer wirkten, als sie sein sollten. Gespräche, die verstummten, bevor sie wirklich begannen. Der Wind, der durch die Maisfelder pfiff, brachte keine Erleichterung, sondern ein Gefühl der Beklemmung. Doch dann wurde die Stille greifbar. Menschen blieben in ihren Häusern, die Fensterläden geschlossen, als hätten sie Angst, das Haus zu verlassen. Die wenigen, die es wagten, über die Straßen zu gehen, bewegten sich wie in Trance – ihre Gesichter blass, ihre Bewegungen mechanisch. Lily beobachtete es aus ihrem Schlafzimmerfenster. Die Straßen von Rivertown, die sonst selbst in der Sommerhitze lebendig waren, wirkten wie eingefroren. Es war, als hätte die Stadt den Atem angehalten. „Es hat begonnen“, flüsterte

