Kapitel 02: Treffen

2288 Words
Aidens POV: Als ich mein Hotelzimmer betrat und die schöne nackte Frau dort stehen sah, war ich überzeugt, dass ich im Himmel angekommen war. Mit ihren langen goldblonden Locken, den schönen grünen Augen und den vollen Lippen war sie ein wahrer Augenschmaus. Je mehr mein Blick nach unten fiel, desto enger wurde meine Hose. Ihre Brüste sind schön, voll und rund. Ich war mir bewusst, dass meine großen Hände nicht ausreichen würden. Ihr Körper war offensichtlich durchtrainiert. An ihrer Stimme konnte ich erkennen, dass sie Haltung hatte und sich nicht scheute, ihre Meinung zu sagen, aber ich freute mich auch darauf, sie meinen Namen rufen zu hören. In dem Moment, als sie sich mit dem Handtuch umdrehte und ich den Fleck an ihrem Hals sah, verschwanden alle meine Gedanken. Jemand hatte sie bereits entführt. Es gab jemanden auf diesem Globus, der der glücklichste Mann auf Erden sein musste, um ihr Gefährte zu sein, und der Trottel war nicht einmal hier bei ihr. Wer würde eine so hinreißende Frau in einem Hotel voller geiler Wölfe allein lassen? Die kalte Dusche brauchte einige Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten, aber kaum war ich zurück im Zimmer, sah ich sie auf den Knien. Das Handtuch auf dem Boden, anstatt es zu benutzen, um sich zu bedecken. Ich empfand ernsthafte Eifersucht auf ein Handtuch. Mein Leben ist jetzt noch erbärmlicher als vorher. Das Wasser, das ich vorhin für die kalte Dusche verwendet hatte, war verschwendet worden. Ich musste mir ein paar Sekunden Zeit nehmen, um meine unangemessenen Gedanken zu verdrängen und zu sehen, dass sie in Wirklichkeit große Schmerzen hatte. Als ich sah, dass sich ihre Augen mit Tränen füllten, fühlte ich mich machtlos. Ich wusste nicht, wie ich ihren Schmerz lindern konnte. Seien wir ehrlich, ich weiß nichts über sie. Ich kenne nur ihren Namen, und sie hat eine umwerfende Figur. Streichen Sie das, nur ihren Namen. Sie hat einen schönen Körper, aber diese Gedanken muss ich mir wirklich aus dem Kopf schlagen. Sie liegt jetzt bewusstlos auf meinem Bett, und ich starre sie an wie ein Ekelpaket. Seit einer Stunde krampft sich ihr Gesicht immer wieder vor Schmerzen zusammen. Schließlich schlafe ich auf der Seite ein, das Gesicht zu ihr gerichtet. Als ich ein paar Stunden später aufwache, bin ich überrascht, dass ich auf dem Rücken liege und Hailey in meinen Armen halte. Ihr Kopf ruht auf meiner Brust, und mein Schwanz wird wieder aufmerksam. Wie um alles in der Welt sollte ich das überleben? Mit meiner freien Hand streiche ich ihr die Haare vor dem Gesicht hinter das Ohr. Ihr Gesicht ist endlich in einem Zustand der Ruhe und Entspannung. Wieder einmal bewundere ich ihre Schönheit, jetzt, wo sie keine Schmerzen mehr hat. Ihr Haar hat einen natürlichen Schwung und riecht herrlich frisch. Ihre Wimpern sind lang und schön. Ihre Lippen flehen mich an, sie zu küssen. Die Haut in ihrem Gesicht ist glatt und weich, mit ein paar Sommersprossen in der Nähe ihrer Nase. Sie hat diese süße, kleine Knopfnase und ist, genau wie ihre Lippen, äußerst attraktiv zum Küssen. Es kostet mich all meine Selbstbeherrschung, nicht auch den Rest ihres Körpers zu bewundern. Ich beschließe, ganz egoistisch, ihre Schönheit zu bewundern, solange sie in meinen Armen liegt. Schließlich habe ich doch nichts falsch gemacht, oder? Es dämmert mir, dass sie wahrscheinlich in Panik geraten wird, wenn sie so aufwacht. Also tue ich, was jeder Mann, der etwas auf sich hält, tun sollte. Nachdem ich aus dem Bett gestiegen bin, nehme ich noch eine kalte Dusche. Ich ziehe mich an und mache mich auf den Weg zum Café. Obwohl es erst fünf Uhr morgens ist, kann ich mir dort eine Tasse Kaffee aus dem Automaten holen. Um meinen Geist zu erfrischen, schnappe ich mir meinen Laptop und beginne zu arbeiten. Seth, mein Beta, taucht etwa dreißig Minuten später im Café auf. Er klopft mir auf die Schulter und sagt: "Guten Morgen, Alpha, du musst eine wunderbare Nacht mit dieser Schönheit in deinem Zimmer gehabt haben!" "Guten Morgen, Seth. Könntest du bitte etwas leiser sprechen? Es gab ein Missverständnis, aber es ist nichts passiert!" Ich versuche, ihn sofort zum Schweigen zu bringen. "Was soll das heißen, es ist nichts passiert? Bitte sag mir nicht, dass du Probleme hattest, mit ihr aufzutreten. Brauchst du irgendetwas?" Er hört nicht auf zu reden. "Seth! Klappe. Die. f**k. Klappe!" zische ich ihn an. Es ist mir egal, wie mein Abend verlaufen ist, aber ich will nicht, dass Seth Gerüchte verbreitet, die nicht wahr sind. Er ist zwar ein fantastischer Freund, aber er kann genauso gut tratschen wie alle anderen. "Ja, Alpha." In seiner Stimme liegt ein Ton der Enttäuschung. "Woher weißt du überhaupt, dass eine Frau in meinem Zimmer ist?" Ich kann nur hoffen, dass Seth nicht hereingekommen ist, wie ich es gestern Abend bei Hailey getan habe. "Als ich auf dem Weg zu deinem Zimmer war, kam sie mit ihrem Koffer heraus." Erklärt er. "Du musst die Klappe halten, okay?" sage ich ihm streng. "In Ordnung", antwortet er mit erhobenen Händen, "kein Wort." Er macht eine Geste, um den Mund zu schließen und wirft den Schlüssel weg. Ich rolle bei dieser Geste mit den Augen. Wir wissen beide, dass es nichts bringen würde. Ich kann nur hoffen, dass er still bleibt, wie er es versprochen hat. Da ich weiß, dass Hailey mein Zimmer bereits verlassen hat, fahre ich meinen Laptop herunter und bringe ihn zurück in mein Zimmer, bevor ich zum Frühstück gehe. "Ich bringe meinen Laptop in mein Zimmer und dann können wir in den Frühstücksraum gehen", informiere ich Seth. Er nickt stumm, und wir gehen in mein Zimmer. Hailey ist mit all ihren Habseligkeiten abgereist. Auf dem Schreibtisch liegt ein Zettel. Es tut mir leid, dass du dein eigenes Zimmer verlassen musstest. Ich hoffe, du hast gut geschlafen. Danke für alles. ****** Hailey Sie hat eine so schöne Handschrift, dass ich immer wieder an sie denken muss. Ich versteckte den Zettel, indem ich meinen Laptop darüber legte. Als ich zur Tür gehe, bemerke ich Seth in der Tür stehen. Er hat noch keinen Schritt ins Schlafzimmer gemacht. "Ihr habt miteinander geschlafen, aber es ist nichts passiert." meint er, als er meinen Blick sieht. "Genau das habe ich auch gesagt, schon vergessen?" sage ich zu ihm und greife nach meiner Jacke. "Entschuldige die Frage, aber warum hast du es nicht mit ihr getrieben?" "Mit ihr schlafen? Ist das dein Ernst, so über Frauen zu reden? Ich bin neugierig, was deine Gefährtin denkt, wenn du sie kennenlernst." Er hatte sich viel vorgenommen, wenn er so über Frauen sprach. "Man 'macht' keine Frau, Seth! Ich schlage vor, dass du das nie wieder sagst, denn es könnte als respektlos rüberkommen und ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen." "Ich werde es mir merken." Mit diesen Worten schließe ich meine Zimmertür und wir gehen gemeinsam in den Frühstücksraum. Obwohl es schon fast sechs Uhr ist, werden wir hineingelassen. Wir suchen uns einen Tisch für zwei Personen in der Nähe des Fensters, Seth und ich. Sobald wir sitzen, holt Seth uns Kaffee, während ich die Zeitung auf unserem Tisch aufschlage. In diesem Moment kommen mehrere Männer herein. Sie setzen sich alle an einen großen Tisch, an dem noch drei weitere Personen Platz finden. Seth kommt mit dem Kaffee zurück und kündigt an, dass er sich sofort etwas zu essen holen wird. Genau in diesem Moment kommt Hailey herein. Sie trägt eine dunkelblaue Hose und ein Seidentop und hält eine Jacke in den Händen, die zu ihrem Outfit passt. Kurz nach ihr kommen zwei stark bemuskelte Männer herein. Hailey geht direkt auf den Tisch zu, an dem die anderen Männer sitzen, ohne einen Blick nach oben oder hinten zu werfen. Die beiden Männer hinter ihr folgen ihr in Richtung dieses Tisches. Einer der Männer drückt ihr einen Kuss auf den Kopf und nimmt ihr gegenüber Platz. "Hast du gut geschlafen?", fragt der Mann zu ihrer Linken. "Ja, sehr gut. Und du?" Sie richtet eine nachdenkliche Frage an alle Männer am Tisch. Alle geben eine ähnliche Antwort. Es sind keine Titel in Gebrauch, aber die Anzahl der Männer am Tisch erfordert einen Alpha, Beta und Gamma unter ihnen. Hailey geht mir ständig durch den Kopf, aber ich behalte es für mich und nutze die Gelegenheit, sie ungestört zu beobachten. Als Seth mit einem Teller voller Essen zurückkommt, steht Hailey auf, um sich selbst etwas zu holen. Ich beschließe, mein Spielgesicht aufzusetzen und mir ebenfalls etwas zu essen zu holen. Ich kann sie besser kennenlernen, wenn ich sie von den Männern an ihrem Tisch trennen kann. Obwohl ich weiß, dass sie bereits einen Gefährten hat, fühle ich mich von ihr sehr fasziniert. Ich kann es nicht in Worte fassen, und vielleicht ist das auch gut so, denn seien wir mal ehrlich. Einer Wölfin hinterherzujagen, die bereits gedeckt ist, ob ich nun ein Alpha bin oder nicht, ist ein inakzeptables Verhalten. Sie geht auf den Joghurt und das frische Obst zu, also schließe ich mich ihr an. Ich stoße "versehentlich" gegen ihren Arm, während sie sich Joghurt einschenkt. Der Joghurt bedeckt ihre Hand, doch sie bleibt still. Ihr Blick wandert von mir zu meiner Hand, und dann breitet sich langsam ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus. "Möchtest du auch etwas Joghurt?" Ihre Stimme wird süßer, als sie fragt. "Ja, meinst du, das ist möglich, oder hast du schon alles?" Sie lacht, und das klang wie Musik in meinen Ohren. "Hier", sagt sie, als sie mir ihren Behälter anbietet, aber anstatt ihren Behälter zu nehmen, nehme ich die Hand, die mit dem Joghurt bedeckt ist, und lecke sie komplett sauber. Wir hielten weiterhin Blickkontakt, während ich mit meiner Zunge durch ihre Finger fuhr. Ihre schönen grünen Augen weiteten sich für einen Moment, dann kehrte das schöne Lächeln in ihr Gesicht zurück. Sie kicherte sogar einen Moment lang. "So, jetzt ist alles geregelt", sagte ich mit einem Zwinkern und griff nach meiner eigenen Schüssel. "Danke, aber wenn du mich nicht absichtlich angerempelt hättest, gäbe es kein Problem", sagte sie in einem spielerischen Ton. Ein fröhliches Grinsen erschien auf meinem Gesicht. "Okay, du hast mich erwischt. Ich hatte gehofft, wir könnten uns heute unterhalten, da wir gestern keine Gelegenheit dazu hatten, als du beschlossen hast, auf dem Boden zu schlafen." Obwohl ich wusste, dass sie nicht geschlafen hatte, versuchte ich, das Gespräch leicht und fröhlich zu halten. Sie will etwas sagen, überlegt es sich dann aber anders. Sie braucht einen Moment, um zu überlegen, wie sie reagieren soll. Ich habe das Gefühl, dass der Kommentar frech sein wird. Vielleicht ist es das, was mich so stark zu ihr hinzieht. Sie ist nicht nur wunderschön, sondern hat auch eine Menge Frechheit. Sie ist offensichtlich gut in Form und hat ein freundliches und nettes Wesen. Ist es möglich, sich nach nur einer Nacht, in der man jemanden beobachtet hat, zu verlieben? Vor allem in jemanden, der nicht mein Gefährte ist? Ich spüre etwas Neues und zweifle an mir selbst. Wie würden meine Gefühle und Handlungen sein, wenn ich meinem Gefährten begegnete? Jemand, der von der Mondgöttin auserwählt wurde, speziell für mich. Wer ist mein Seelengefährte und wer ergänzt mich? "Ich schätze, das bin ich dir nach der letzten Nacht schuldig." Spricht sie schließlich, eine leichte Röte auf ihren Wangen. Ich habe keine Selbstbeherrschung. Wenn uns jemand sehen würde, könnte er denken, wir seien wahnsinnig. Mit einer sanften Geste streiche ich ihr eine Haarsträhne, die ihr vor das Gesicht gefallen ist, hinter das Ohr. "Du bist wunderschön, Hailey." Meine Hand streichelt ihre Kieferpartie, während ich ihr ins Ohr flüstere. Während sie kurz die Augen schließt, ruft jemand laut ihren Namen aus dem Eingang, woraufhin sich ihre Augen sofort weiten. "Tut mir leid, ich habe heute Abend Zeit. Wollen wir dann etwas trinken gehen?" Fragt sie leise. Bevor sich eine Frau um ihren Hals wirft, sage ich: "Das Vergnügen ist ganz meinerseits." "Hailey!!" Ihr begeistertes Rufen geht weiter. "Guten Morgen, Mara. Was ist der Grund für den ganzen Lärm heute Morgen?" Fragt Hailey mit ruhiger Stimme. "Ich habe dich nicht mehr gesehen seit... Ich weiß nicht, wie lange. Es ist mir erlaubt, Lärm zu machen!" Mara, die Frau, deren Namen ich gerade erfahren habe, antwortet. "Du weißt, dass wir in einem Hotel voller Werwölfe sind, oder?" erwidert Hailey, woraufhin sie Mara erneut umarmt. "Schön, dich wiederzusehen. Wo ist dein Gefährte?" fragt Hailey und schafft einen Abstand zwischen sich und Mara. "Vince redet mit Jared und Zino", sagt Mara und deutet auf die Männer hinter mir. "Wen haben wir denn da?" fragt Mara und sieht mich an. "Oh, entschuldige, Mara, das ist Alpha Aiden. Aiden, das ist Luna Mara." Hailey stellt uns einander vor. Ich strecke meine Hand aus und sage: "Schön, dich kennenzulernen." Mara mustert mich von Kopf bis Fuß. Es ist fast wie eine Fleischbeschau, denn sie ist dabei auch nicht gerade subtil. "Schön, dich kennenzulernen. Sei nett zu Hailey", ermahnt sie mich und wendet sich dann an Hailey. "Das hast du gut gemacht, Mädchen!" "W-was meinst du?", stammelt Hailey. "Du weißt genau, was ich meine." Mara zwinkert. "Mara, ich werde dich genau hier unterbrechen. Ich habe Aiden gestern Abend getroffen, und das war's. Wir haben nur geredet, sonst nichts!" Hailey kommuniziert so direkt, als hätte sie Angst vor den Konsequenzen. "Schade. Was nicht ist, kann ja noch werden, oder?" sagt Mara, nur um sofort wieder wegzugehen. Wahrscheinlich zurück zu den Männern am Tisch. "Nichts passiert, hm?" Ich spreche leise, flüstere nur für Haileys Ohren. Sie blickt ängstlich auf, weil sie befürchtet, ich könnte etwas sagen, das ihr peinlich ist. "Du passt genau in mein Bett, in meine Arme." Kichernd gehe ich zu dem Tisch, an dem Seth gerade fertig gegessen hat. Seth starrt mich mit einem durchdringenden Blick an, als ob er alles weiß, was ich denke.
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