Kapitel 4-1

1872 Words
4 Nora Wenn ich auf diesen Tag zurückblicke, ergibt mein Verhalten keinen Sinn. Ich verstehe nicht, weshalb ich mich ihm nicht stärker widersetzt habe, auf diese eigenartige Weise meine Zustimmung gegeben habe. Es war keine rationale Entscheidung von mir – es war keine bewusste Wahl, zu kooperieren, um Schmerzen zu verhindern. Nein, ich habe rein instinktiv gehandelt. Und mein Instinkt ist, mich ihm zu unterwerfen. Er legt mich auf dem Bett ab, und ich liege einfach nur da. Ich bin zu erschöpft von unserem vorangegangenen Kampf und fühle mich immer noch ein wenig benommen von der Betäubung. Das, was passiert, ist so surreal, dass mein Kopf es gar nicht verarbeiten kann. Ich fühle mich, als ob ich ein Theaterstück oder einen Film anschaue. Ich kann mich unmöglich in dieser Lage befinden. Ich kann nicht dieses Mädchen sein, welches betäubt und verschleppt wurde, welches sich von ihrem Entführer berühren und am ganzen Körper streicheln lässt. Wir liegen beide auf der Seite und schauen uns an. Ich kann seine Hände auf meiner Haut spüren. Sie sind ein wenig rau, schwielig. Warm auf meinem eiskalten Fleisch. Stark, auch wenn er diese Kraft gerade nicht benutzt. Er könnte mich mit Leichtigkeit unterwerfen, genauso wie vorhin, aber das ist nicht nötig. Ich kämpfe nicht gegen ihn an. Ich schwebe in einem diesigen, sinnlichen Nebel. Er küsst mich wieder und streichelt meinen Arm, meinen Rücken, meinen Hals, meinen äußeren Oberschenkel. Seine Berührung ist sanft, aber fest. Es ist fast so, als massiere er mich, nur dass ich die sexuelle Motivation seiner Berührungen spüren kann. Er küsst meinen Hals, knabbert sanft an dieser empfindlichen Stelle, an der er auf die Schulter trifft, und ich erschaudere lustvoll. Ich schließe meine Augen. Sie ist entwaffnend, seine überraschende Zärtlichkeit. Ich weiß, ich sollte mich benutzt fühlen, aber ich fühle mich gleichzeitig sonderbar geschmeichelt. Mit meinen geschlossenen Augen tue ich so, als sei das nur ein Traum. Eine dunkle Fantasie, in der Art, wie ich sie manchmal spätnachts habe. Das macht die Tatsache erträglicher, dass der Fremde das mit mir machen kann und ich es zulasse. Eine seiner Hände liegt nun auf meinen Pobacken und knetet das zarte Fleisch. Seine andere Hand wandert meinen Bauch und meinen Brustkorb hinauf. Er erreicht meine Brüste und bedeckt die linke mit seiner Hand, drückt sie sanft. Meine Nippel sind schon hart, und seine Berührung fühlt sich gut an, fast beruhigend. Rob hatte das auch schon bei mir gemacht, allerdings hatte es sich nie so angefühlt. Es hat sich noch nie so angefühlt. Ich halte die Augen geschlossen, als er mich auf den Rücken dreht. Er ist zum Teil auf mir, aber der Großteil seines Gewichts liegt auf dem Bett. Er möchte mich nicht zerdrücken, wird mir klar, und ich bin ihm dankbar dafür. Er küsst mein Schlüsselbein, meine Schulter, meinen Bauch. Sein Mund ist heiß und hinterlässt eine feuchte Spur auf meiner Haut. Dann umschließen seine Lippen meinen Nippel und saugen an ihm. Mein Körper biegt sich, und ich fühle die Spannung in meinem Unterleib. Er macht das Gleiche bei meinem anderen Nippel, und die Anspannung in mir wächst. Er spürt das. Ich weiß, dass er das macht, weil seine Hand zwischen meine Oberschenkel vordringt und die Feuchtigkeit dort fühlt. »Braves Mädchen«, murmelt er und streichelt meine Falten. »So süß, so zugänglich.« Ich wimmere, als seine Lippen meinen Körper hinunterwandern, sein Haar auf meiner Haut kitzelt. Ich weiß, was er vorhat, und mein Kopf wird leer, als er sein Ziel erreicht. Einen Augenblick lang versuche ich zu widerstehen, aber er öffnet meine Beine ohne Anstrengungen. Seine Finger tasten mich sanft ab und legen dann die Öffnung zwischen meinen Schamlippen frei. Er beginnt, mich dort zu küssen, und eine Hitzewelle jagt durch meinen Körper. Sein erfahrener Mund leckt und knabbert um meine Klitoris herum, bis ich stöhne. Dann umschließt er sie mit seinen Lippen und saugt ganz leicht. Die Lust ist zu stark, so unerwartet, dass ich meine Augen aufreiße. Ich verstehe nicht, was mit mir passiert, und es macht mir Angst. Ich brenne innerlich, spüre ein Pochen zwischen meinen Beinen. Mein Herz schlägt so schnell, ich kann kaum Luft holen, und ich bemerke, dass ich keuche. Ich beginne, mich zu wehren, und er lacht sanft. Ich kann den Lufthauch seines Atems auf meinem empfindlichen Fleisch fühlen. Er hält mich mit Leichtigkeit unten und fährt mit dem fort, was er gerade macht. Die Anspannung in mir wird unerträglich. Ich winde mich an seiner Zunge, und meine Bewegungen scheinen mich näher an einen unglaublichen Abgrund zu bringen. Und dann falle ich mit einem sanften Schrei. Mein gesamter Körper spannt sich an, und ich werde von einer so intensiven Lustwelle mitgerissen, dass sich meine Zehen durchbiegen. Ich kann fühlen, wie meine inneren Muskeln pulsieren und dann wird mir plötzlich klar, dass ich gerade einen Orgasmus hatte. Den ersten Orgasmus meines Lebens. Und das durch den Mund meines Entführers. Ich bin so am Boden zerstört, ich möchte mich nur noch zusammenrollen und weinen. Ich kneife meine Augen wieder fest zusammen. Aber er ist noch nicht fertig mit mir. Er schiebt sich an meinem Körper entlang nach oben und küsst mich wieder auf den Mund. Er schmeckt jetzt anders, salzig, mit einer leichten Moschusnote. Nach mir, wird mir klar. Ich kann mich selbst auf seinen Lippen schmecken. Eine heiße Welle von Verlegenheit überkommt mich, auch wenn sich der Hunger in mir verstärkt. Sein Kuss ist verlangender als zuvor, rauer. Seine Zunge bewegt sich mit Bewegungen, die den Sexualakt in meinem Mund imitieren, und seine Hüften liegen schwer zwischen meinen Beinen. Eine seiner Hände hält meinen Hinterkopf, während die andere sich zwischen meinen Oberschenkeln befindet, um mich leicht zu reiben und mich erneut zu erregen. Ich widerstehe immer noch nicht wirklich, obwohl mein Körper sich anspannt, als die Angst zurückkehrt. Ich kann die Hitze und die Härte seiner Erektion an den Innenseiten meiner Oberschenkel spüren, und ich weiß, er wird mir wehtun. »Bitte«, flüstere ich und öffne die Augen, um ihn anzusehen. Meine Sicht ist durch die Tränen verschwommen. »Bitte … Ich habe das noch nie gemacht …« Seine Nasenlöcher beben, und seine Augen leuchten stärker. »Das freut mich«, entgegnet er sanft. Er beugt seinen Kopf nach unten und küsst mich erneut, bevor er seinen Mund zu meinem Ohr bringt. »Und jetzt sage mir, dass du mich willst«, flüstert er, und sein warmer Atem streicht über meinen Hals, bevor er seinen Kopf wieder anhebt, um mich intensiv anzuschauen. Ich atme flach und erwidere seinen Blick, da mich der eigenartige Drang, ihm zu gehorchen, überkommt. »Sag es mir, Nora«, wiederholt er mit einer dunkleren, befehlenderen Stimme, und entsetzt bemerke ich, dass mein Mund die Worte ausspricht. »Ich–ich will dich.« Er lächelt. »Braves Mädchen.« Dann bewegt er seine Hüften ein wenig und benutzt seine Hand, um seine Erektion zu meiner Öffnung zu führen. Ich schnappe nach Luft, als er beginnt, vorzustoßen. Ich bin feucht, aber mein Körper wehrt sich gegen den unbekannten Eindringling. Ich weiß nicht, wie groß er ist, aber er fühlt sich riesig an, als sich seine Eichel langsam in meinen Körper bohrt. Es beginnt zu schmerzen, und ich schreie auf und klammere mich an seinen Schultern fest. Seine Pupillen werden größer, was seine Augen dunkler aussehen lässt. Er hat Schweißperlen auf der Stirn, und mir wird klar, dass er sich gerade zurückhält. »Entspanne dich, Nora«, flüstert er rau. »Es wird wehtun, wenn du dich nicht entspannst.« Ich zittere. Ich kann nicht auf seinen Rat hören, weil ich zu nervös bin – und weil es schon schmerzt, ihn nur dieses kleine bisschen in mir zu haben. Er drückt weiter, und mein Fleisch macht ihm langsam Platz, dehnt sich widerstrebend für ihn aus. Ich krümme mich, schluchze, und meine Nägel zerkratzen seinen Rücken. Er bleibt aber unnachgiebig, arbeitet sich Stück für Stück voran. Dann hält er einen Augenblick inne, und ich kann eine Ader sehen, die neben seiner Schläfe pulsiert. Er sieht aus, als habe er Schmerzen. Aber ich weiß, er bereitet ihm Lust, dieser Akt, der mir so wehtut. Er beugt seinen Kopf nach unten und küsst meine Stirn. Und dann durchbricht er mein Jungfernhäutchen, zerreißt die dünne Membran mit einem entschlossenen Stoß. Er hält nicht inne, bevor er nicht vollständig in mir ist und sich seine Schambehaarung gegen meine drückt. Ich falle vor Schmerzen fast in Ohnmacht. Mein Magen krampft vor Übelkeit und ich habe das Gefühl, dass ich gleich umkippe. Ich kann nicht einmal schreien; alles, was ich machen kann, ist, flach zu atmen, um eine Ohnmacht zu verhindern. Ich kann seine Härte, tief in mir vergraben, spüren, und es ist die quälendste, aufdringlichste Sache, die ich jemals erlebt habe. »Entspann dich«, murmelt er in mein Ohr, »entspann dich einfach, mein Kätzchen. Der Schmerz wird vergehen, und es wird besser werden …« Ich glaube ihm nicht. Es fühlt sich an, als sei ein heißer Baseballschläger in meinen Körper geschoben worden und hätte mich aufgerissen. Ich kann nichts machen, dem zu entkommen, die Schmerzen zu mindern. Er ist so viel größer als ich, so viel stärker. Alles, was ich tun kann, ist, hilflos unter ihm eingeklemmt dazuliegen. Er bewegt seine Hüften nicht, stößt nicht zu, obwohl ich die Anspannung in seinen Muskeln spüre. Stattdessen küsst er mich wieder zärtlich auf die Stirn. Ich schließe meine Augen, und bittere Tränen fließen meine Schläfen hinab. Ich fühle die leichte Berührung seiner Lippen auf meinen Augenlidern. Ich weiß nicht, wie lange wir so bleiben. Er bedeckt mein Gesicht und meinen Hals mit sanften Küssen. Seine Hände umarmen mich, streicheln meine Haut, parodieren die Berührung eines Liebenden. Währenddessen ist er die ganze Zeit tief in mir, seine unnachgiebige Härte verletzt mich, verbrennt mich von innen heraus. Ich weiß nicht, an welchem Punkt der Schmerz sich zu verändern beginnt. Mein verräterischer Körper entspannt sich langsam und beginnt auf seine Küsse zu reagieren. Der gemeine Bastard merkt das. Er fängt langsam an, sich zu bewegen, zieht sich ein Stück aus meinem Körper zurück, um sich dann wieder hineinzudrängen. Zuerst machen seine Bewegungen alles schlimmer, quälen mich noch mehr. Dann schiebt er eine Hand zwischen unsere Körper und benutzt einen Finger, um einen ganz leichten, aber steten Druck auf meine Klitoris auszuüben. Seine Stöße gegen meine Hüften führen dazu, dass ich rhythmisch an seinem Finger entlangreibe. Zu meinem Entsetzen spüre ich die Spannung, die sich in mir aufbaut. Der Schmerz ist immer noch da, aber jetzt auch die Lust. Ich winde mich in seinen Armen, kämpfe jetzt allerdings auch gegen mich selbst an. Seine Stöße werden härter, tiefer, und ich schreie wegen der unerträglichen Intensität. Der Schmerz und die Lust vermischen sich, bis sie nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind – bis für mich nur noch eine Welt überwältigender Empfindungen existiert. Und dann explodiere ich. Ein Orgasmus rast mit einer solchen Kraft durch meinen Körper, dass einen Moment lang alles dunkel vor meinen Augen wird. Plötzlich kann ich ihn in mein Ohr stöhnen hören und merke, wie er in mir noch dicker und länger wird. Sein Schwanz pulsiert, zuckt tief in mir und ich weiß, er hat sich entladen. Kurz darauf rollt er sich von mir herunter und zieht mich zu sich heran, um mich an sich gedrückt zu halten. Ich weine in seinen Armen, suche Trost bei derselben Person, die für meine Tränen verantwortlich ist.
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