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2208 Words
P.o.V.: Harry Am nächsten Morgen hatte mich meine Mutter dazu beauftragt Semmeln beim Bäcker zu holen. Wir teilten uns die Arbeit hier immer auf. Ich hole die Semmeln und sie machte Rühreier und deckte solange den Tisch. Ich bekam einen 5€-Schein in die Hand gedrückt und sollte dann los laufen. "Trödel aber nicht so viel rum, ich kenn dich", meinte meine Mutter. "Ich trödle nie!", vergewisserte ich ihr grinsend. Sie schüttelte nur wissend den Kopf und ließ mich dann gehen. Den Weg zum Bäcker kannte ich bereits. Es war nur den Weg gerade aus laufen und dann einmal rechts. Ich betrat den kleinen Laden, welcher verknüpft mit einem Supermarkt war und stellte mich in der Schlange an. Natürlich wollte der gefühlt ganze Campingplatz zur selben Zeit frische Semmeln. Innerlich seufzte ich auf. Dann hieß es wohl erstmal warten. Jedes mal, wenn jemand neues den Laden betrat oder verließ bimmelte eine Glocke, welche über der Tür hing. Kurz nach mir betrat jemand ebenfalls den Laden und erneut klingelte es kurz. Ich guckte hinter mich und musste feststellen, dass es der gleiche Junge war, welcher gestern zu uns kam. Neben ihm jemand größeres mit brauen Haaren. Sofort drehte ich mich wieder um. Ich fand den kleineren braunhaarigen irgendwie schon süß. Gestern Abend saßen meine Mum und ich noch etwas länger draußen. Und er war irgendwie immer oberkörperfrei. Und holy.. Er hatte einen geilen Körper. Er war schon krass attraktiv und ich glaube Ben wäre eifersüchtig auf mich, wenn er wüsste, was ich hier um mich rum habe. Bilder hat er schließlich keine. Und erzählt hab ich gestern Abend auch nichts mehr. "Wir brauchen noch Milch, Liam hol mal bitte von da drüben eine- ne nimm gleich zwei", forderte der, welchen ich irgendwie schon gut aussehend fand seinen Kumpel auf. Liam war also sein Name.  Jemand tippte mir auf die Schulter. Ich drehte mich um und sah diesem Liam direkt in die Augen, da wir etwa gleich groß waren. Automatisch trat ich einen Schritt zurück. "Sorry, könnte ich vorbei?", fragte er mich und lächelte freundlich. Sofort nickte ich und trat einen Schritt zur Seite. Kurz musterte ich nochmal den anderen Jungen, dessen Namen ich immer noch nicht wusste. Er sah noch ziemlich müde aus. Konnte ich verstehen. Ich war auch kein Frühaufsteher. Aber meine Mutter weckte mich immer auf. Weiterschlafen konnte ich dann auch nicht mehr. Die Menschenschlange vor mir wurde immer weniger und schlussendlich sagte ich der Dame hinter dem Tresen, was ich gerne hätte. Ich zeigte zwar eher drauf, aber das war mir egal. Ich bekam eine Papiertüte in die Hand gedrückt und bezahlte. Das Rückgeld steckte ich in meine Hosentasche und ging dann wieder. Als ich an den beiden Jungs vorbei war, drehte ich mich nochmal um. Er entsprach irgendwie total meinen Vorstellungen. Also der rechte. Der kleinere. Der braunhaarige. Nicht der andere. Ben könnte sich zwischen allen vieren nicht entscheiden, so wie ich ihn kannte. Ich wusste nicht mal, ob er überhaupt feste Vorstellungen von seinem Traumboy hat. Bei ihm musste er nur einen Schwanz haben. Ich war bei der ganzen Sache viel mehr wählerisch. Mag irgendwie eingebildet klingen, aber Liam war jetzt nicht unbedingt mein Typ. Ich stand auch eher auf süße aber dennoch dominante Jungs. Er war halt irgendwie heiß und dominant. Okay. Stopp. Ich werde schon wieder komisch. Gerade wollte ich mich wieder umdrehen und aus dem Laden gehen, da sah der namenlose zu mir hinter. Kurz kreuzten sich unsere Blicke. Ich konnte schwören, ich wurde in dem Moment rot, weshalb ich mich umdrehte und mich mit schnellen Schritten auf den Rückweg machte. Peinlich, peinlich.. Als ich wieder kam, war der Tisch bereits gedeckt. "Du hast getrödelt", merkte meine Mutter an. "Mama, da waren hunderte von Menschen!", übertrieb ich. "Jaja" Sie lachte. "Hast du jemanden getroffen?", fragte sie und setzte sich. Ich tat es ihr gleich und nickte wahrheitsgemäß. Sie sah etwas überrascht aus. "Ä-ähm.. Halt.. Ach egal. Nein hier ist keine Menschenseele, die mir gefällt. Ich seh die Leute hier in zwei Wochen doch sowieso nie wieder", redete ich mich raus. "Du könntest ja auch einfach Freundschaften schließen", schlug sie vor. Ich zuckte die Schultern. "Bin zu schüchtern um jemanden anzusprechen", meinte ich etwas leiser und beschmierte mir mein Brötchen. Meine Mum redete mir nur gut zu, dass das alles doch halb so schlimm ist und so weiter und sofort. Aber glaubt mir. Jemanden anzusprechen ist für mich, wie wenn ich ein Referat vor der ganzen Klasse alleine halten müsste. Schlimmer als das. Was ist denn, wenn er mich total blöd findet, mich nicht mag oder so. Lieber habe ich einen richtig guten Freund und nicht zehn normale Freunde, die ich nach der Schule nie wieder sehen werde. Ben und ich hatten Pläne nach der Schule. Wir werden in eine WG ziehen und in der selben Stadt anfangen zu arbeiten. Auf ein Studium hatten wir beide irgendwie keine l**t. Es ist einfach zu anstrengend. Lieber verdiene ich Geld, anstatt, dass ich nochmal mehr Jahre lernen musste. So dumm ist das Argument doch nicht, oder? * * * Heute verbrachten wir den restlichen Tag am Strand. Es waren nur knapp 10 Minuten zu Fuß, weshalb wir liefen. Auch, wenn alle halbe Stunde ein Bus von unserem Campingplatz aus fuhr. Ich fand dem Strand mega schön. Irgendwie das einzige Highlight am Urlaub. Es war eben nicht wie der Strand in England und das Wasser arschkalt. Es war erfrischend kühl. Also genoss ich es einfach im Salzwasser auf einer Matratze zu treiben. Die Augen geschlossen, mit Blick in Richtung Sonne. Wäre ich nicht Harry, hätte ich davor mein Gesicht mit Sonnencreme eingecremt. Aber ich war vergesslich und tollpatschig. Und somit hatte ich, nachdem ich aus dem Wasser kam einen Sonnenbrand um die Nase herum. Zumindest laut meiner Mutter. "Du siehst aus wie ein Krebs", lachte sie. Ich setzte mich auf mein Handtuch und schmollt. "Ja-ha.. Ich hab vergessen mich einzucremen..", gab ich zu. "Ach, nein. Wirklich?", fragte sie sarkastisch. "Mama. Das ist nicht lustig. Du hättest mich auch ruhig nochmal erinnern können", meinte ich und holte mir die Sonnencreme aus der Badetasche. Auch, wenn es sowieso nicht mehr schlimmer werden konnte. Aber ich tat es trotzdem. Lieber spät als nie, oder? Ich nahm mir mein Handy, steckte mir meine Kopfhörer in die Ohren und drehte die Musik auf. Ich wollte einfach entspannen und eventuell doch etwas braun werden. Damit es nicht so langweilig blieb, entschloss ich mich dazu, Ben doch etwas zu ärgern. H: Hey! Na du? Eigentlich hatte ich nicht erwartet, dass er sofort antwortet. Aber anscheinend hatte dieser Junge nie etwas zu tun und kam sofort online. B: Na? Was macht ihr heute so? H: Sind gerade am Strand. Mega warm! Ich hoffe ich werd n bissle braun :) B: Mal sehen xD würde dir definitiv nicht schaden B: Und... Wie siehts aus? Heute schon auf die heißen boys gestoßen? H: Tatsächlich ja B: Erzähl! H: Also heute früh beim Bäcker, hab ich zwei davon getroffen B: Hast du sie angesprochen? H: Nein, natürlich nicht! B: Och, Harry..... B: Wieso denn nicht? H: Das weißt du ganz genau B: Du könntest dich doch einfach vorstellen H: Ne.. Das wird nur peinlich H: Aber weißt du was? H: Ich muss dir was sagen B: Hau raus H: Es sind Engländer. Besser gesagt. Sie kommen aus London H: Einer von den 4 ist aus Irland. Hört man auch voll an seinem Akzent H: Mama meinte, der würde dir gefallen xD H: Und es sind alles Studenten B: Und das erzählst du mir erst jetzt?! H: Ja? Weil ich genau weiß, was jetzt kommt B: Jaa! Sprich sie an B: Und schick mir n Bild von dem Iren, wenn sogar deine Mum sagt, dass der was für mich wäre H: Ben -.- Du würdest mit allen vier ficken wollen B: Das is ne Unterstellung H: Das ist die Wahrheit B: Du bist gemein :c H: Ne, du bist einfach Notgeil B: Stimmt nicht! H: Ahja, und wieso? XD B: Ich wollte noch nie mit dir schlafen! H: Ja ich hoffs für dich! Oh Gott.. Das wäre ja noch das aller beste.. B: Also. So notgeil bin ich auch wieder nicht H: Oke, wenn du dann jetzt ruhe gibst H: Aber.. Ich find einen von denen schon ganz süß B: Harryyyyy B: Sprich ihn einfach an!! H: Das ist peinlich! Außerdem ist er bestimmt schon über 20 B: Ja und. Du bist 17. Ist doch scheiß egal. In 10 Jahren würde das auch keinen Unterschied mehr machen. Wie sieht er denn aus? H: Braune Haare. Also kurze Haare. Irgendwie sehen die voll fluffig aus. Er ist glaube ich n bisschen kleiner als ich (oder gleich groß) aber nicht all zu viel. Und er hat nen gut trainierten Körper. Sogar paar Tattoos auf der Brust und den Armen. Und ich meine, er hat blaue Augen. Und gut gebräunt ist er auch *-* B: Harrrryyyyy B: BIIIIIITTE SCHICK MIR BILDER H: Wie denn?! B: Mit deiner Handykamera H: -.- ach ne, wirklich? B: Ja! H: Och man, wenn du hier wärst, dann wäre das alles viel cooler B: Jap. Ich würde dir einen klären. Und ich mir natürlich auch H: Aber ich weiß nicht mal seinen Namen B: Ja und? Was ist schon n Name? Ist doch scheiß egal. Das bekommst du noch raus H: Oh Ben, warte mal kurz! B: Okey? Was ist jetzt? Ich legte mein Handy bei Seite und nahm die Kopfhörer raus. Gerade legten sich die vier Jungs ein paar Meter neben den Platz von mir und meiner Mum. Alle zogen sich ihre Oberteile aus und rannten direkt in Richtung Wasser. Ich brauchte unbedingt einen Namen für den Jungen mit den braunen Haaren und den blauen Augen.. Er tauchte unter, als das Wasser tief genug war. Als er wieder auftauchte lachte er und strich sich seine Haare nach hinten. Ich fand irgendwie, dass er total süß dabei aussah. Sein Lächeln war total schön.. Der, mit dem ich bisher am wenigstens Kontakt hatte, hatte einen Wasserball dabei. Er warf ihn zu Liam und dieser dem Iren direkt ins Gesicht. Leise musste ich kichern, als dieser sich bei ihm beschwerte und den Ball mit voller Wucht zurück warf. Und da sollte jemand mal sagen, dass sie erwachsen waren. Damit ich Bens Wunsch erfüllte, schoss ich heimlich ein Bild von ihnen und schickte es ihm. H: [Bild] H: Also der, der ganz rechts steht heißt Liam. Das weiß ich, weil der fancy Junge ganz links heute mit ihm beim Bäcker war und ja. Halt eben seinen Namen genannt hat. Und der, der gerade den Ball in der Hand hat, ist der Ire. Von dem anderen weiß ich nichts genaues. Aber ja.. Hier. Dein gewünschtes Bild B: Ich erkenn zwar nicht viel von deren Gesichtern, aber gut gebaut sind sie auf jeden fall *-* H: XD joa, schon B: Geh doch ins Wasser und frag, ob du mitspielen darfst H: Nee.. ich kann da gar nicht mithalten mit deren Figur. Da mach ich mich doch voll zum Affen B: Red doch keinen scheiß. Du siehst gut aus. Und das sag ich, weil ich dein bester Freund bin H: .-. B: Och komm schon Harry. Du wirst es bereuen H: Ich glaube nicht B: :c für mich? H: Niemals B: Ich tröste dich nicht, wenn du nach Hause kommst und mich volljammerst, dass du sie doch hättest ansprechen sollen H: Ich bin aber schüchtern.. B: Ja das weiß ich xD und das is kinda annoying gerade, aber.. Hazzaaa! So ne Chance bekommst du nie wieder! H: :/ Ja, vielleicht H: Aber trotzdem H: Wie hoch ist bitte die Wahrscheinlichkeit, dass der fancy-dude auch schwul ist. Oder zumindest bi? B: Ja klar. Die Wahrscheinlichkeit is vielleicht nicht hoch, aber du kannst es nicht wissen. Und selbst wenn er hetero ist. Ja uuuund. Dann siehst du ihn danach nie wieder. Aber wenn ihr Kontakt aufbaut und er doch schwul ist, dann seht ihr euch vielleicht ja nach dem Urlaub in London wieder ^^ H: Hör auf mich doch noch dazu zu überreden. Ich mach das nicht.. B: Ach komm schon B: So schlimm is das nicht B: Wirklich nicht H: Ja wow. Du bist ja auch nicht ich. Klar is es für dich einfach, weil du dir davor keine Gedanken drüber machst. Aber ich tu das schon.. B: Okey.. Dann mach es nicht. Aber bereue es auch nicht H: Werde ich nicht B: Okey, wenn du meinst. Ich muss jetzt off. Bei uns gibts Mittagessen H: Okey, bye ❤️ Aber die Nachricht bekam er nicht mehr. Leise seufzte ich und legte mich so hin, dass ich die Jungs im Wasser beobachten konnte. Ich hasste es, wenn meine Hormone mit mir spielten und sich jetzt einbilden mussten, dass ich den braunhaarigen Jungen attraktiv fand. Sehr sogar. Konnte es nicht einfach jemand aus meinem Jahrgang sein? Oder jemand, der vielleicht in Reichweite ist? Nicht jemand, der studiert und wahrscheinlich hetero ist. Ich sah weg und schloss die Augen. Ein bisschen Schlaf würde vielleicht ganz gut tun. Und ich schlief tatsächlich ein. Zwar nur für eine knappe Stunde, aber es hatte mich entspannt. Und danach war ich sofort etwas fröhlicher. Meine Mutter hatte recht. Ich musste mich einfach an mein neues Umfeld gewöhnen..
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