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1516 Words
P.o.V.: Louis Wie ich es mir schon dachte, hatte ich viel zu wenig geschlafen. Kaum war ich eingeschlafen und in meinen tiefen Träumen gefangen, hatte mich Liam schon wieder geweckt. Es war Gefühlt eine Stunde, welche ich geschlafen hatte. Dabei waren es doch etwas mehr als drei.  Liam war der Papa unserer kleinen Gruppe und so benahm er sich auch manchmal. Er war echt liebevoll, wenn er in der Stimmung dazu war. Trotzdem zog er uns alle immer wieder auf, was aber dazu gehörte. Väter machen das schließlich bei ihren Kindern doch auch immer. Auch, wenn Liam nur um ein paar Monate älter war als Zayn und ich, war er die meiste Zeit um einiges reifer als wir. Das machte ihn auch zu unserem Papa. Papa Payno. Sanft strich er mir über die Seiten und flüsterte, damit er Niall nicht weckte, dass ich aufwachen soll. Langsam öffnete ich meine Augen und sah nur das kleine Licht, was durch die geöffnete Tür in unser Zimmer herein schien.  "Guten Morgen, Lou. Wir beide müssen deine Aufgabe noch erledigen. Kommst du?" Langsam rieb ich mir über die Augen und brummte. "Wie viel Uhr ist es?", fragte ich leise. "Halb sieben. Also war ich eh schon gnädig mit dir. Ich bin seit sechs wach. Ich hab Tee gekocht, also zieh dich an und mach dich fertig"  Ohne auf ihn einzugehen zog ich mir die Decke bis über den Kopf und drehte mich müde weg. Gedämpft hörte ich Liam kichern. Leicht klopfte er mir auf meine Schulter und ging dann aus dem Zimmer. Ich musste aufstehen. Wenn ich es nicht machte, stempelten mich die anderen noch als Weichei ab. Es ist ja nicht so, als hätte ich Angst davor. Ich hab schon oft jemanden Blumen geschenkt. Sowohl Mädchen als auch Jungen. Es war kein Geheimnis, dass ich wie Niall bisexuell war - mit der Ausnahme, dass ich eher Interesse an Männern hatte. Aber den Leuten, welchen ich bisher Blumen geschenkt hatte, für die hatte ich immer Gefühle. Jemanden Blumen zu schenken, für den man gar keine Gefühle hatte war doch also total schwachsinnig. Am Ende machte sich Harry noch Hoffnungen oder dachte, ich würde was von ihm wollen. Aber so war es nicht. Selbst wenn er zugegebener Maßen gut aussah.  Langsam strampelte ich die Decke von meinem Körper und streckte mich. Es war viel zu früh.  Trotzdem raffte ich mich auf und zog mich irgendwie im dunkeln an. Ich war noch so loyal und gönnte Niall seinen sorglosen Schlaf. Er war aber auch der, welcher am meisten in der Gruppe schlief. Außerdem konnte er einfach überall schlafen! Manchmal war das echt komisch mit anzusehen und sah absolut unbequem aus. Aber vielleicht lag das daran, dass er irische Gene hat und die einfach anders tickten als wir Briten.  Leise verließ ich mein Zimmer und tapste an Liam vorbei ins Bad. Als meine Morgenroutine beendet war, setzte ich mich zu Liam an den Tisch und schlürfte meinen morgendlichen Tee. "Und, weißt du schon, welche Blumen zu Harry passen würden?" Liam grinste leicht. Fragend sah ich ihn an. "Nein? Ich kenn ihn ja nicht mal wirklich. Vielleicht einfach ne Rose. Das muss reichen" - "Nur eine? Also ich hätte ihm Tulpen geschenkt. Einen ganzen Strauß" Ich sah ihn noch fragender an. "Wieso denn Tulpen?" Liam lehnte sich in seinem Stuhl zurück. "Rosen sind so ein Klischee"  Ich verstand den Jungen nicht. Nur weil die Rose einfach ein Zeichen der Liebe war, hieß es doch nicht, dass sie ein Klischee waren. Jeder schenkt der Person, die sie liebt Rosen. Zu Valentinstag sieht man auch überall Rosen. Das ist doch einfach so. Was hatte das denn bitte mit Klischees zu tun? Tauben- also diese weißen Tauben waren doch auch ein Symbol für Freiheit, oder nicht? Das ist doch so, dass an Hochzeiten immer Tauben freigelassen werden und dann freut sich jeder immer so krass darüber, dass stundenlang eingesperrte Tauben endlich freigelassen werden. Das hatte doch auch nichts mit Klischee zu tun. Liam merkte anscheinend, dass ich auf seine Aussage keine richtige Antwort fand und erklärte mir, wieso Rosen anscheinend so ein Klischee seien. "Jeder schenkt der Person, die er liebt Rosen. Aber ich würde der Person, die ich liebe vielleicht eher Tulpen schenken oder Lilien, die sind auch sehr schön, aber Rosen bekommt jeder. Das zeigt mir irgendwie, dass die Leute total einfallslos sind. Außerdem sind Rosen die einzigen Blumen an denen man sich verletzen kann. Die kann man ja nicht mal normal in der Hand halten, ohne dass man aufpassen muss, an welcher Stelle man sie hält. Verstehst du, was ich meine?" Während Liam redete musste ich erstmal Google fragen, wie überhaupt Lilien aussahen. Tut mir sehr leid, aber Blumenkunde hatte ich nie in der Schule. Und selbst wenn hätte ich es sowieso schon wieder vergessen. Sowas interessierte mich nicht. Ich wusste, was Sonnenblumen, Rosen, Gänseblümchen und Mohnblumen waren. Alles andere keine Ahnung. Margeriten kannte ich auch noch. Aber sonst..  Trotzdem musste ich Liam recht geben. Ich verstand sein Argument irgendwie.  "Ja, du hast schon irgendwie recht. Also soll ich Tulpen kaufen?" Liam nickte und lächelte zufrieden. "Aber sag mal. Hast du gerade ernsthaft nachgucken müssen, wie Lilien aussehen" Mein gegenüber lachte. Ich verdrehte die Augen. "Tut mir ja leid, aber ich bin eben kein Gärtner" - "Das hat doch damit nichts zu tun" Er lachte immer noch. "Grundwissen, oder was?" Liam zuckte die Schultern. "Ja. Sowas" Ich schüttelte den Kopf und stand auf. "Komm, ich will es hinter mich bringen" Liam verschränkte die Arme. "Wer hat denn gesagt, dass ich mit komme. Ich hatte nur die Aufgabe dich zu wecken" Ich öffnete entsetzt den Mund. "Du kennst dich mit Blumen besser aus, als ich, also beweg deinen Arsch jetzt mit mir mit."  Wir liefen nicht lange zu dem kleinen Supermarkt hier auf dem Campingplatz. Es dauerte höchstens zwei Minuten. Ich sah mich bei den Blumen um, während Liam noch ein paar Lebensmittel suchte. Ich hob einen kleinen Kaktus hoch, welcher in einem Topf gepflanzt war. "Liam! Der?!", rief ich quer durch den ganzen Laden.  Bei seinem Gesichtsausdruck wusste ich sofort, dass er sich jetzt am liebsten wünschen würde, dass er mich nicht kannte. Tja. Er war schuld daran, dass ich die Aufgabe machen musste. Zusammen mit Zayn, aber sie hätten es ja auch einfach lassen können.  Liam kam auf mich zu und sah mich skeptisch an. "Ein Kaktus?" Er lachte leise. "Das ist auch eine Pflanze und wenn ich ehrlich bin halten die viel länger. Kein Mann kann sich um Blumen kümmern. Also. Den könnte er zumindest mit nach Hause nehmen" Ich zuckte die Schultern und war irgendwie sogar echt stolz auf meine Begründung. Es war was wahres dran. Aber natürlich war Liam nicht meiner Meinung. Was hätte ich auch anderes erwarten sollen? "Das ist ein Kaktus. Kennst du überhaupt die Bedeutung davon?! Sowas schenkt man doch niemandem, wenn man ihn gerne ha-" - "Halt stop. Du hast vergessen, dass das immer noch nur eine Pflichtaufgabe ist. Ich mag Harry nicht so wie du denkst. Wir kennen uns doch nicht mal. Alles, was ich über ihn weiß ist sein Name, sein Alter und woher er kommt", stellte ich nochmals klar. Liam nahm mir den Kaktus aus der Hand und stellte ihn neben die anderen. "Hier. Die sind schön" Er ging gar nicht erst auf meine Aussage drauf ein. Idiot. Ich sah mir die Tulpen an und zuckte die Schultern. "Ja. Okay. Dann nehm ich halt die", brummte ich monoton. Sie waren nichts besonderes für mich. Es waren um die 15-20 Tulpen, welche zu einem Strauß gebunden waren. Die Blumen hatten die verschiedensten Lilatöne. Hell oder dunkel. Und auch zwei oder drei weiße waren dabei. Zwischendrin steckten noch ein paar dickere und größere Blätter zur Zierde. Alles in einem machten sie ein echt schönes Bild, aber es war immer noch in meinen Augen ein einfacher Blumenstrauß.  Liam gab mir den Strauß in die Hand und ging vor an die Kasse, an welcher wir schließlich die Blumen und die wenigen Lebensmittel bezahlten, welche Liam für wichtig hielt.  Zurück in unserem Bungalow gab Liam mir einen Faden und ein Stück bereits gelochtes Papier. "Was soll ich damit?", fragte ich ihn. "Mach es um den Strauß und schreib Harrys Namen drauf. Damit er auch sicher an ihn weiter geleitet wird. Nicht, dass seine Mutter noch dachte sie hatte einen heimlichen Verehrer" Liam lachte und ließ mich dann einfach alleine in der Küche zurück. Ich machte mir keine Mühe Harrys Namen auf dem Papier schön zu schreiben. Aber das konnte ich sowieso nicht. Ich habe einfach keine schöne Schrift. Mit Mühe und Not fummelte ich den Faden durch das kleine Loch und band ihn schließlich um den Strauß Blumen.  Wenigstens hab ich es jetzt hinter mir. Jetzt musste ich nur noch zu Harry rüber gehen und ihn vor die Türe legen. "Ich bin dann kurz weg, Liam!", rief ich quer durch das kleine Haus, da ich absolut keine Ahnung hatte, wo er gerade war. Trotzdem bekam ich eine Bestätigung zurück, nahm die Schlüssel, schlüpfte in meine Flip Flops und ging über den Kiesweg, welcher unsere beiden Häuser voneinander trennte. 
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