Ludwig Bechstein Der Hahn und der FuchsIn einer kalten Winternacht kroch ein hungriger Fuchs aus seinem Bau und ging dem Fange nach. Da hörte er auf einem Meierhofe einen Hahn fort und fort krähen, der saß auf einem Kirschbaum und hatte schon die ganze Nacht gekräht. Jetzt strich der Fuchs hin nach dem Baum und fragte: "Herr Hahn, was singst du in dieser kalten und finstern Nacht?" Der Hahn sprach: "Ich verkünde den Tag, dessen Kommen meine Natur mich erkennen lehrt." Darauf versetzte der Fuchs: "O Hahn, so hast du etwas Göttliches in dir, daß du zukünftig kommende Dinge weißt!" Und alsbald begann der Fuchs zu tanzen. Jetzt fragte der Hahn: "Herr Fuchs, warum tanzest du?" Ihm antwortete der Fuchs: "So du singest, o weiser Meister, so ist billig, daß ich tanze, denn es ziemet, sich zu freue

