Man sagt, beste Freunde wissen alles. Dass du müde bist, bevor du selbst merkst, dass du Pause brauchst. Dass du traurig bist, auch wenn du versuchst zu lächeln. Dass du jemanden magst, noch bevor du dich überhaupt traust, es zu denken. Aber mein bester Freund weiß nichts. Nicht das Wichtigste. Nicht das Ehrlichste. Nicht das, was mich seit Monaten auffrisst. Er heißt Leo. Seit der Grundschule hängen wir zusammen. Wir haben Fußball auf dem Bolzplatz gespielt, LAN-Partys in seinem Keller organisiert und endlos lange Gespräche über Serien, Games, Lehrer und das Leben geführt. Er war immer da – konstant, loyal und unkompliziert. Und ich? Ich war nie ganz ich. Nicht, weil ich ihm nicht vertraue. Sondern weil ich zu viel Angst habe, dass Vertrauen nicht reicht. Weil ich nicht weiß, wie jeman

