Der Frühling war über das Land gekommen wie ein sanfter Zauber. Der letzte Schnee war geschmolzen, und aus den Rissen der Erde sprossen junges Gras und kleine weiße Blumen. Das Dorf war erfüllt von Stimmen, Lachen und dem Hämmern der Schmiede. Auf dem Marktplatz standen die Stände der Händler dicht beieinander. Felle, Wolle, getrocknete Kräuter und frisch gebackenes Brot lagen ausgebreitet. Der Duft von Rauch, warmem Teig und frischem Harz hing in der Luft. Kinder rannten barfuß über die gepflasterten Wege, ihre Rufe mischten sich mit dem leisen Bellen von Welpen, die vor der Schmiede spielten. Und mitten in all diesem Leben stand Elena – mit zerzausten Haaren, einem müden, aber glücklichen Lächeln – und versuchte, ihre Tochter einzufangen. Das Mädchen, kaum ein Jahr alt, hatte gerade e

