Kapitel 62 - Blut unter dem Mond

873 Words

Der Nebel hing schwer über der Schlucht, als hätte er auf sie gewartet. Er schmeckte nach Eisen, roch nach feuchter Erde und nassem Fell. Elena spürte, wie jeder Schritt, den sie tat, die Stille lauter machte. Die Bäume am Rand wirkten wie stumme Wächter, ihre knorrigen Äste reckten sich in den Himmel wie Finger, die sie warnen wollten. „Etwas stimmt nicht,“ flüsterte Bran und blieb abrupt stehen. Sein Atem dampfte in der kalten Nachtluft, die Muskeln unter seinem Fell angespannt. Adrian trat einen Schritt vor, die Nase leicht erhoben. „Ich rieche sie,“ knurrte er. „Sie sind hier.“ Elena spürte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte. Sie griff instinktiv nach der Kette an ihrem Hals, dem silbernen Talisman, den ihr Vater ihr gegeben hatte. Etwas in der Luft vibrierte – nicht nur Gefahr,

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