Kapitel 28: Die Klinge im Weiß

1002 Words

Viktor erwachte mit dem Geschmack von Blut im Mund. Nicht frisch. Nicht alt. Sondern ewig. Als hätte er sich selbst in die Zunge gebissen, während er schlief, und der Schmerz war nie wieder weggegangen. Er lag auf dem Rücken. Der Himmel über ihm war nicht mehr ganz weiß. Er hatte Risse bekommen. Feine, gezackte Linien aus dunklem Violett und stumpfem Gold sickerten durch, als würde jemand mit einem stumpfen Messer die Membran aufschneiden, die das Weiß von der alten Welt trennte. Der Wind roch nach verbranntem Fell und nach etwas Schärferem, Metallischem, das er lange nicht mehr gerochen hatte: nach Entschlossenheit. Neben ihm lag Liesel. Ihre Brust hob und senkte sich in flachen, schnellen Atemzügen. Ihre Finger krallten sich in das Gras, das inzwischen gewachsen war, aber nicht grün. E

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