Kapitel 26: Der erste Atemzug des Weiß

1005 Words

Die Welt war nicht fort. Sie war nur anders geworden. Viktor spürte den Übergang nicht als Schmerz, nicht als Fall, nicht einmal als Verlust. Es war eher so, als würde jemand eine Decke aus schwerem Samt über die gesamte Existenz ziehen. Alles wurde weich. Alles wurde still. Und doch blieb ein Nachhall, ein winziger Puls, der sagte: Du bist noch hier. Irgendwo. Als er die Augen öffnete, stand er auf einer Ebene, die kein Ende kannte. Kein Horizont. Kein Himmel im klassischen Sinn. Nur ein sanftes, gleichmäßiges Leuchten, das von überallher kam und nirgends seinen Ursprung hatte. Das Licht war nicht grell. Es war das Weiß von frisch gefallenem Schnee bei Dämmerung, wenn die Sonne noch nicht ganz aufgegangen ist, aber auch nicht mehr schlafen will. Es gab keine Schatten. Und doch warf

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