Kapitel 65 – Die Masken fallen Der Regen hatte vor Stunden aufgehört, doch der feuchte Geruch von nassem Asphalt und zerfallenen Gebäuden lag immer noch schwer in der Luft, als ich mich in einem verlassenen Industriekomplex wiederfand. Es war spät – oder vielleicht war es früh am Morgen –, und das fahle Licht der aufsteigenden Sonne kämpfte sich durch dicke Wolkendecke und zerbrochene Fenster. Ich hatte mich hierher begeben, getrieben von einem unstillbaren Drang, endlich Antworten zu finden – Antworten auf all die Fragen, die mich seit Finns Verschwinden quälten. Inmitten des staubigen, hallenden Raumes stand ein alter Tisch, umgeben von Stühlen, deren Polster längst zerschlissen waren. Ich setzte mich, die Hände fest um meine Tasse Kaffee geklammert, obwohl mir das Getränk schon kalt g

