~Prinz~
Seit dem Tag, an dem Königin mich in meinem Zimmer besucht hat, scheint es, als hätte sie es wirklich so gemeint. Seitdem hat Königin mich nie wieder belästigt, weder an der Uni, noch in der Wohnung oder zu Hause. Es war echt cool, dass mich niemand störte, aber tief in mir fühlte ich eine seltsame Einsamkeit, als würde etwas in meinem Leben fehlen.
„Hey, Prinz, warum war deine hübsche Verlobte in letzter Zeit nicht hier?“, fragte mich Wayne.
„Ist es nicht gut, dass sie nicht kommt? Warum erwähnst du diese kleine Unruhestifterin? Sie könnte noch auftauchen.“
„Ich war nur neugierig, weil ich sie diese Woche noch gar nicht gesehen habe“, sagte Wayne.
„Von jetzt an wird mich diese kleine Unruhestifterin nicht mehr belästigen.“
„Was hast du gemacht? Sag es mir, ich bin neugierig“, fragte diesmal August.
„Das müsst ihr nicht wissen...“
„Jetzt, wo sie nicht mehr da ist, ist es ruhig...Es ist seltsam, euch beide nicht streiten zu hören“, meinte Wayne.
„Ja! Es ist seltsam ruhig“, fügte August hinzu.
„Aber ich finde es besser so...es ist schön ruhig“, antwortete ich ihnen, obwohl ich insgeheim genauso empfand wie sie. Aber es war besser so, weil ich es satt hatte, diese kleine Unruhestifterin zu sehen, und ich die Streitereien satt hatte.
„Hey, ich finde, wir sollten heute Abend in den Club gehen“, schlug August vor.
„Lass uns gehen“, antwortete Wayne.
„Okay, lass uns gehen“, stimmte ich zu, weil ich mich auch gelangweilt und unruhig fühlte, ohne zu wissen, warum.
~Königin~
„Königin, hast du wirklich losgelassen von Bruder Prinz?“, fragte April mich.
„Ob ich das habe oder nicht, ich muss es tun...Er hat es ziemlich klar gemacht.“
„Das ist gut...Du musst nicht mehr traurig herumhocken. Schade um die ganze verschwendete Zeit. Du hättest schon längst loslassen sollen“, mischte sich Anna ein.
„Ja, ich hätte meine Zeit nicht mit jemandem verschwenden sollen, der mich nie geschätzt hat. Wie auch immer, vielen Dank euch beiden, dass ihr immer für mich da seid.“ April und Anna sind seit der Mittelschule meine engen Freundinnen, und wir haben an derselben Universität studiert. Sie sind wirklich meine besten Freundinnen.
Seit diesem Tag ist über eine Woche vergangen, und ich habe Bruder Prinz nicht mehr gesehen. Ich habe gerade gemerkt, dass es mich nicht umbringt, Prinz’ Gesicht nicht zu sehen. Ich kann immer noch atmen, immer noch leben, und ich muss mich nicht in Traurigkeit, Enttäuschung oder Groll gegenüber einem Mann ertränken, der mich nicht so liebt, wie ich ihn liebe.
Von jetzt an kann ich ohne Bruder Prinz in meinem Leben leben.
„Hey, wollen wir in den Club gehen?“, fragte April.
„Lass uns gehen“, antwortete Anna.
„Okay, wir sehen uns später im Club“, sagte ich.
Ein beliebter Club
~Prinz~
„Hey! Prinz, ist das nicht deine Verlobte? Sie ist umwerfend!“, rief Wayne. Ich drehte mich um und schaute in die Richtung, in die Wayne zeigte.
Sie war mit zwei Freundinnen zusammen, aber die auffälligste war Königin. Sie trug ein kurzes schwarzes Spaghettiträgerkleid mit einem Schlitz, der fast den Rand ihres Höschens enthüllte. Ihr dunkelbraunes, welliges Haar fiel ihr bis zur Mitte des Rückens. Sie und ihre Freundinnen schwangen ihre Hüften und hatten sichtlich Spaß.
„Huh!“, grunzte ich.
„Willst du sie nicht begrüßen?“, fragte August mich.
„Warum sollte ich?“, antwortete ich, hob ein Glas mit bernsteinfarbenem Likör an meine Lippen und warf einen Blick auf die Gruppe von Mädchen.
Schau dir an, wie sie angezogen ist...Will sie etwa einen Typen abschleppen oder was?
Sie muss verzweifelt nach einem Freund suchen...Sie hat ihre Chance bei mir verpasst, also ist sie jetzt auf der Jagd.
„Na ja, als jemand, den du mal kanntest“, antwortete August.
„Ich kenne sie? Auf keinen Fall, mit solchen Frauen hab ich nichts zu tun“, sagte ich, trank weiter und ignorierte sie komplett.
„Ich geh mal kurz auf die Toilette“, sagte ich zu meinen Freunden, bevor ich aufstand, um mich auf die Toilette im hinteren Teil des Clubs zu begeben.
Als ich aus der Toilette kam, ratet mal, wen ich da traf? Königin und ich wären fast zusammengestoßen.
„Entschuldigung“, sagte ich.
„Entschuldigung“, antwortete sie.
Als wir beide aufschauten, waren wir beide überrascht. Kurz darauf ging sie in eine andere Richtung davon.
„Warte...wo willst du denn so schnell hin? Willst du nicht Hallo sagen?“, fragte ich und packte sie am Arm. Sie versuchte, sich aus meinem Griff zu befreien.
Was, finde ich sie plötzlich abstoßend?
„Lass Königin los.“
„Warum? Darf ich dich jetzt nicht mal mehr anfassen?“
„Bist du verrückt oder was? Hatten wir nicht vereinbart, dass wir so tun, als würden wir uns nicht kennen, wenn wir uns sehen? Du hasst Königin, oder? Warum belästigst du Königin dann?“
„Ich würde dich nicht belästigen, wenn du nicht Tante Patrices Tochter wärst. Weiß deine Mutter, dass du hier bist und dich so herausgeputzt hast, um Jungs anzulocken?“
„Was Königin macht, ist Königins Sache. Prinz hat sich da nichts einzumischen.“
Willst du wirklich so dringend einen Freund? Hast du mich verloren und suchst jetzt nach einer neuen Beute?“
„Ob Königin einen Freund will oder nicht, warum mischt sich Prinz ein? Das geht Prinz nichts an. Lass mich los, du tust mir weh.“
„Glaubst du, ich will dich so dringend festhalten?“, sagte ich, ließ ihren Arm los und sie ging schnell von mir weg.
~Königin~
„Warum so traurig?“, fragte April, als ich an den Tisch kam.
„Ratet mal, wen ich gerade getroffen habe?“
„Wen?“, fragte Anna.
„Ich bin Prinz begegnet.“
„Wirklich? Und was ist dann passiert?“, fragte April aufgeregt.
„Ich habe versucht, ihn zu ignorieren, aber Prinz, ugh! Er war so nervig, wie immer.“ Um ehrlich zu sein, habe ich es geschafft.
Wenn ich Prinz sehe, ist die Aufregung weg und mein Herz rast nicht mehr. Bedeutet das, dass ich endlich über Prinz hinweg bin? Wenn ja, kann ich endlich glücklich sein und aufhören, jemandem hinterherzulaufen, der mich nicht liebt. „Vergiss ihn, lass dich nicht davon beeinflussen. Lass uns einfach Spaß haben“, sagte Anna, und damit tranken und tanzten wir die ganze Nacht durch.
Ich hab mich nicht mal darum gekümmert, wo Prinz saß.
Gegen 2 Uhr morgens machte der Club zu und wir fuhren zurück zu unseren Wohnungen. Wir hatten nicht viel getrunken, also war keiner von uns betrunken und wir waren alle noch gut drauf.
Nachdem wir zurück in den Wohnungen waren, schickten wir alle Nachrichten in unseren Gruppenchat. Dann bin ich eingeschlafen, weil ich beim Tanzen so viel Energie verbraucht hatte.