Kapitel 28: Blut, das nicht mehr fließt Die Knochen begannen zu schweigen. Nicht allmählich. Nicht mit der Vorsicht des Frühlings, der sich an den Winter klammerte. Sie schwiegen einfach — an den Stellen, wo sie am dichtesten waren, am schwersten, am nächsten an dem, was unter ihnen lag. Esther stand in der Mitte der Brücke. Die Knochen der Brücke trugen noch, aber leiser, ferner, als ob sie sich zurückzogen, als ob sie sich sammelten, als ob sie — Sie spürte etwas anderes. Nicht die Knochen. Nicht die Struktur. Nicht das Gesicht, das nicht aufhörte. Etwas, das flüssiger lag. Das sich bewegte, ohne zu fließen. Das stand, ohne zu stagnieren. Das zwischen dem Fließen und dem Stehen lag, zwischen dem Leben und dem — Sie spürte — Blut. Nicht ihr eigenes. Nicht das von Levi. Nicht das de

