Der Weg zum Thronsaal fühlte sich wie ein Trauermarsch an. Mein Trauermarsch. Absätze klackerten zu laut, Rock klebte an den Innenseiten meiner Schenkel, weil ja, ich war immer noch nass.
Jeder Schritt erinnerte mich: Cassians Finger, Calders Handabdruck brannte auf meinem Arsch. Ich dachte ständig, vielleicht könnte ich mich freikaufen. Das Vorschussgeld zurückgeben, betteln, kriechen, wenn es sein musste. Oder mich einfach dem König zu Füßen werfen und heulen, dass ich nach Hause will. Aber der Vertrag sagte Lebensbeendigung, und Wölfe bluffen nicht.
Zwei bewaffnete Wachen öffneten die riesigen Türen. Der Saal traf mich wie kaltes Wasser. Reihen von Wölfen in formeller Kleidung, Augen glühten schwach im Kronleuchterlicht. Die Luft roch nach Geld und Raubtier.
Dort, auf dem Podium, saß der König. Riesig. Silber durchzog sein goldenes Haar, Schultern wie ein Gebirge. Und neben ihm, in flüssigem Silberseide, die jede gefährliche Kurve umschmeichelte, die Königin. Die Luna; dieselbe füllige Brünette, die vor einer Stunde über dem Bibliothekstisch gebeugt war und vom Schwanz der Bibliothekarin durchgenommen wurde.
Sie sah mich an und verdrehte die Augen so stark, dass ich es in meiner Wirbelsäule spürte.
Mein Herz versuchte, aus meinem Brustkorb zu krallen. Boom-boom-boom. Ich war sicher, jeder konnte es hören.
„Du stehst vor Alpha-König Maguire Bloomfield, Erster seines Namens und Herr der Bloomfield-Provinzen, verbeuge dich oder stirb …“
Ich hörte. Verarbeitete und eilte durch den Knicks.
Der König lächelte. Warm, fast freundlich. „Sie muss überwältigt sein. Willkommen, Fräulein Crowe. Wir freuen uns, dass Sie angenommen haben.“
Seine Stimme rollte durch den Raum wie Donner, der heute beschlossen hatte, höflich zu sein.
Die Königin beugte sich vor, Nägel trommelten auf die Armlehne. „Sprich nur, wenn man dich anspricht, kleine Blume. Ein Wort zu viel und ich füttere dich selbst den Grubenwölfen. Es gibt hundert. Sie sind immer hungrig.“
Sie sagte es süß, als würde sie Dessert vorschlagen.
Ich schluckte. Nickte. Verstand perfekt.
Der König fuhr fort, als hätte sie mich nicht gerade mit Mord bedroht. „Beginnen Sie morgen mit der Blumendekoration. Machen Sie es sich heute Abend gemütlich. Bestellen Sie, was Sie brauchen – wir wollen den Palast in Winterrosen ertrinken sehen. Ich freue mich darauf, Ihre … Kunstfertigkeit zu sehen.“
Das war’s. Entlassen.
Ich drehte mich um. Jede Wache (männlich, weiblich, egal) zwinkerte oder leckte sich die Lippen, als ich vorbeiging. Eine Frau warf mir tatsächlich einen Kuss zu.
Ist das ein Palast oder ein High-End-Sexclub mit Krone?, fragte ich mich.
Ich brauchte Luft. Musste schreien. Musste verschwinden.
Ich verirrte mich und irrte umher. Ich schaffte keine zehn Schritte den Gang hinunter, bevor eine weiche Hand mein Handgelenk packte und mich seitwärts zog – direkt zurück in die Bibliothek. Tür zu. Abgeschlossen.
Die Bibliothekarin. Aus der Nähe war sie noch schöner. Herzförmiges Gesicht, Rosenknospenmund, kleine, perfekte Brüste unter ihrer Seidenbluse. Aber ich hatte gesehen, was in ihrer Hose war. Keine Halluzination.
„Du zitterst“, sagte sie, Stimme wie Honig und Rauch. „Atme, Liebling.“
Ich wich zurück, bis Regale in meine Wirbelsäule stachen. Sie ist eine Frau. Weich, hübsch, Brüste und alles, aber ich weiß, was ich gesehen habe. Einen Schwanz.
„Einen Schwanz?“, lächelte sie und trat näher. Als hätte sie meine Gedanken gelesen.
„Beides. Keines. Was auch immer der Mond mir in jener Nacht geben wollte. Das Rudel nennt uns sternberührt. Du wirst dich daran gewöhnen.“ Sie neigte den Kopf. „Oder auch nicht. Die meisten bekommen keine Wahl.“
Ihre Hand glitt unter meinen Rock, bevor ich blinzeln konnte. Kühle Finger umfassten mich durch den durchnässten Slip. Ich zuckte zusammen.
„Pssst. Nur um sicherzugehen, dass du noch bei uns bist.“ Zwei Finger schoben den Stoff beiseite und glitten in mich, als gehörten sie dorthin. Ich war so nass, dass es keinen Widerstand gab. Meine Knie gaben fast nach.
Sie redete weiter, lässig wie beim Sonntagsbrunch, während ihre Finger sich krümmten und streichelten.
„Dieser Palast ist ein einziges großes schmutziges Geheimnis, Süße. LGBTQIA+ ist hier keine Flagge – es ist Sauerstoff. Der König liebt hübsche Jungen auf Knien nachts, liebt es, sie für das richtige enge Loch zu beugen, fast so sehr, wie er beim Zusehen liebt. Die Königin?“ Sie lachte leise. „Bevorzugt ihren Schwanz an jemandem Weichem und Duftendem. Wie mir“, sagte sie und grinste breit.
Ihr Daumen fand meinen Kitzler. Kreiste. Ich biss mir so fest auf die Lippe, dass ich Blut schmeckte, zu verängstigt, um zu stöhnen.
Ihre Augen funkelten. „Cassian und Calder sind Team, sie teilen alles. Mägde in der Waffenkammer, weibliche Wachen über dem Kriegstisch, Lordessen und Lunas von Alphas unter ihrem Vater, und vielleicht tun sie sich gegenseitig, wenn die Stimmung stimmt und niemand genau hinsieht.“
Sie beschleunigte ihr Tempo und brachte mich dazu, mich gegen die Wand zu stemmen, versuchte, ihren Eintritt zu verhindern.
„Sie haben ihre Cousine Lilian immer wieder gefickt und sind es leid. Sie suchen eine Omega, die beide Schwänze gleichzeitig nehmen kann, ohne zu zerbrechen. Das Gerücht sagt, sie denken, du bist die Richtige. Sie haben schon Wetten abgeschlossen, wie oft du kommst, bevor du sie anflehst aufzuhören … oder sie anzuflehen, nicht aufzuhören. Und zuletzt wird meine Schwester hinter dir her sein, sie liebt junge Mösen, und hab keine Angst, sie ist ganz Frau.“
Ihr Daumen strich wieder über meinen Kitzler und meine Hüften zuckten gegen meinen Willen.
„Es gibt eine Herzogin, die nur kommt, wenn sie von drei Betas gleichzeitig geknotet wird. Einen Lord, der Omegas sammelt wie Uhren. Einen ganzen Flügel, wo das Personal bei Vollmond Orgien veranstaltet, damit niemand feral wird. Geschlecht ist ein Buffet und jeder hungert.“
Sie fügte einen dritten Finger hinzu, langsames Dehnen, und beugte sich vor, bis ihre Lippen mein Ohr streiften.
„Jetzt kennst du Bloomfields echte Kronjuwelen“, flüsterte sie. „Halt den Mund, es sei denn, er ist um einen Schwanz gewickelt, und halt deine Möse offen, es sei denn, du willst schreiend sterben. Das ist das einzige Gesetz, das hier zählt.“
Sie leckte ihre Finger sauber, lächelte und ließ mich los.
Ich rannte. Wieder. Gänge, Tränen, Panik. Knallte meine Schlafzimmertür zu, schloss ab, lehnte mich dagegen, als würde das helfen.
Ich konnte nicht weinen, konnte nicht denken, konnte nichts tun. Nur blinzeln und in die Ferne starren. Meine Mutter, die Schule und das Leben, das ich zurückgelassen hatte. Das Praktikum sollte Spaß machen, bis …
Ich zog die ruinierten, nassen Kleider aus. Wusch mich mit dem heißesten Wasser, das ich ertragen konnte, versuchte, Alpha-Duft und Bibliotheksfinger und Königin-Drohungen von meiner Haut zu schrubben. Zog ein weiches Baumwollnachthemd an. Rollte mich auf dem Bett zusammen und … wunderte mich nur und starrte blind auf Dinge.
Eine Stunde später knarrte die Tür.
Ich lächelte trotz allem. Ich hatte abgeschlossen. Ich war sicher.
Dann klickte das Schloss trotzdem. Die Tür schwang langsam auf, dramatisch, als hätten sie es geprobt.
Cassian und Calder standen da barfuß, oberkörperfrei, nur in tief sitzenden Seidenboxershorts. Ihre Schwänze drängten gegen den Stoff, seitlich gebogen, d**k und offensichtlich und schon an der Spitze mit Precum leckend.
Cassian ließ einen Schlüssel von einem Finger baumeln. „Generalschlüssel für jedes Schlüsselloch im Palast, kleine Blume.“
Calder trat ein, Lächeln scharf wie zerbrochenes Glas. „Und Meister-Schwänze für jede Möse.“
Sie schlossen die Tür hinter sich.
Ich setzte mich auf, drückte die Decke an meine Brust, Herz raste auf ganz neue Weise. Ich könnte Nein sagen. Ich könnte schreien. Ich könnte betteln.
Aber wir wussten alle, dass ich es nicht tun würde.
Zwei Schwänze. Prinzliche Schwänze. Echte Alpha-Schwänze …
Gott helfe mir, meine Schenkel fielen schon auseinander.