„Frau Winters!“ rief Herr Brucke. Wir blickten ihn alle an. „Ich will diese Ausdrücke in meiner Klasse nicht mehr hören!“
„Natürlich, Herr Brucke. Wir haben uns doch nur unterhalten.“ Ich lächelte süß und er grunzte und fuhr mit dem Lehrplan fort. Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf Chelsea. „Fass mich noch einmal an und du wirst sehen, was dann passiert.“ schnauzte ich leise und drehte mich wieder auf meinem Platz um. Chelsea und Monica kicherten.
Nach der Mathearbeit fuhren Sherri und ich nach Hause. Ich kurbelte das Fenster in ihrem 2019er Impala herunter, der Wind rauschte durch mein Haar und warf es herum. Ich lachte, als Doja Cat's Say So im Radio lief, drehte es lauter und sang es mit. Wir hielten auf dem Parkplatz des Rudelhauses an, viel zu früh für mich, um glücklich zu sein. Sherri lächelte mich entschuldigend an.
„Nun ja, ich muss sowieso mit meinen Hausaufgaben anfangen.“ Ich lächelte, schnappte mir meinen Rucksack und stieg aus dem Auto aus. Wir gingen ins Rudelhaus, das Geschnatter erfüllte unsere Ohren. Ich lächelte meiner Mutter zu und ging die Treppe hinauf, um mit meinen Kalkül-Hausaufgaben zu beginnen.
Drei Stunden später hatte ich alle Hausaufgaben erledigt. Ich schloss meine Bücher leise und packte meine Sachen für morgen in meinen Rucksack. Ich sah auf die Uhr und lächelte. Ich hatte 30 Minuten, um zum Trainingsgelände zu kommen. Ich zog schnell meine schwarzen Nike-Shorts und einen schwarzen Sport-BH an, steckte meine Haare zu einem unordentlichen Dutt hoch und schlüpfte in meine brandneuen schwarz-weißen Nike-Schuhe. Mit bester Laune hüpfte ich die Treppe hinunter.
„Guten Tag, Lily!“ Mein Bruder packte mich und nahm mich in den Schwitzkasten. Ich versetzte ihm einen Schlag in die Seite und er zuckte zurück, ließ aber nicht locker.
„Shawn, lass mich los!“ schrie ich und kämpfte darum, meinen Kopf aus seinem Griff zu befreien. Ich zwackte ihn in die Oberschenkel, schlug ihm an die Seite, kitzelte ihn in die Achselhöhle, aber nichts half.
„Sag Onkel!“ lachte er und wir drehten uns im Kreis. Mein leerer Magen konnte es nicht verkraften, und mir wurde übel.
„Onkel! Onkel! Onkel!“ rief ich immer wieder. Er hat mich endlich gehen lassen und ich habe ihn geschubst, wir beide haben gelacht. Ich habe mir ein Sandwich geschnappt, das mein Lieblingsomega Thalia gemacht hat, und die Hälfte davon in meinen Mund gestopft, bevor ich abgebissen habe. Shawns Augen sind aus dem Kopf gerollt. „Was denn?“ habe ich mit vollem Mund gefragt.
„Dein Partner wird alle Hände voll zu tun haben mit dem, wie du isst.“ hat er gelacht und mich in den Bauch gestoßen. Ich habe den Rest in meinen Mund gestopft, bevor die Stimme von Alpha Leo in unseren Köpfen widerhallte, und ich machte mich auf den Weg zum Trainingsplatz. Sherri trat an Shawns und meine Seite und wir drehten uns nach vorne.
Zu beiden Seiten von Alpha Leo standen seine Söhne. Sie sahen aus, als wären sie aus der Göttin selbst gemacht, denn sie trugen nur ihre Hemden und ein paar einfache Basketballshorts. Ich hob meinen Kiefer vom Boden auf, als ich Sherri lachen hörte, und sah sie finster an.
„Alles klar, Leute.“ dröhnte die Stimme von Alpha Leo über den leeren Platz, der mit 77 von uns Wölfen gefüllt war. Er war ein sehr gerechter Alpha, und wir alle liebten ihn und wären bereit, unser Leben für ihn und Luna Addison zu opfern, so wie sie es für uns tun würden. „Meine Söhne sind vom Training am Sonntagabend zurückgekommen und sind bereit, euch alle zu perfekten Kämpfern auszubilden, sowohl in Wolf- als auch in Menschenform. Ab jetzt werden sie für das Training verantwortlich sein, während sie sich auf ihre Position als Alpha vorbereiten.“ Sein Gesicht strahlte vor Stolz, während meins vor Abscheu verzerrt war. Genau das habe ich gebraucht, Mobbing zu Hause und in der Schule. Großartig. Das wird Scheiße werden.
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Nach dem Training, Essen und Duschen bin ich endlich in mein Bett gestürzt. Ich war froh, dass ich meine Hausaufgaben vor dem Training erledigt habe und nicht danach. Sonst wäre ich stundenlang wach gewesen. Ich habe meinen Wecker gestellt und mich an mein Kissen gekuschelt, einen Atemzug ausstoßend. Mein Körper tut weh, und es wird morgen noch viel schlimmer sein. Aber am Ende lohnt es sich IMMER.
Als ich meine Augen schloss, stellte ich mir vor, wie mich zwei bernsteinfarbene Augenpaare anstarrten. Meine Augen flogen auf und ich setzte mich auf. Ich hatte erst zwei Stunden geschlafen und war schon unruhig. Leise öffnete ich das Fenster meines Schlafzimmers, atmete die Gerüche von draußen ein und beruhigte mich. Als ich mich wieder hinlegte, schlief ich schließlich friedlich zu den Geräuschen der Natur wieder ein.