KAPITEL 2 - GUCK- GUCK... ALBTRAUM

1359 Words
SIENNAS POV Ich zog den Vorhang beiseite und erstickte fast an meinem Atem. Welche mutige Seele hatte sich heute vorgenommen, meine Nerven auf die Probe zu stellen? Und plötzlich packte mich mein ganzer Mut, kaum dass ich einen Blick darauf geworfen hatte. Oh, Mondgöttin… was war das für ein grausamer Scherz? Meine Brust stockte, als mein Blick auf die blauesten Augen fiel, die ich je gesehen hatte … so blaue Augen … Ich fragte mich kurz, ob der Ozean irgendwie in seinen Schädel eingezogen war. Mein Magen drehte sich um, und doch, wie der Masochist, der ich offenbar war, glitt mein Blick tiefer zu seinem perfekten Kiefer, den wohlgeformten Wangenknochen und den Lippen, die eindeutig nach Ärger schrien. Dann senkte sich mein Blick noch weiter, und heilige Göttin, ich bereute es sofort. Verdammt! Seine Brust war nackt und breit. Kräftige Muskeln, die aussahen, als wären sie von einem grausamen Künstler geformt worden, der zu viel Spaß daran hatte, Frauen wie mich mit unmöglichen Versuchungen zu quälen. Mein Blick verriet mich erneut und glitt hinunter zu seiner Hose, die tief an seinen Hüften klebte, und zu dieser sündigen Silhouette, die kaum zu verbergen war. Sofort war jeder Nerv in mir in Alarmbereitschaft. „Hör auf zu starren, Sienna. Hör auf zu starren!“, schrie mein Verstand. Aber meine verräterischen Augen? Ja, denen war es egal. Scheiße. Ich war verlobt. Aber trotzdem … da stand ich und starrte einen Fremden an, als wäre er eine verbotene Frucht, die nur Zentimeter von meinen Lippen entfernt baumelte. Ich sollte wirklich nicht hinsehen … aber Mondgöttin, wie zum Teufel sollte ich da aufhören? Aber der Blick verschwand so schnell, wie er gekommen war. Mein Gesichtsausdruck verfinsterte sich sofort, als mein Blick auf den Block in seiner Hand fiel … Igitt. Er schaute sich tatsächlich Pornos in einem Krankenhaus an. Ich meine, wer macht so etwas? Wirklich. Wer? „Genug gesehen?“ Seine Stimme durchschnitt meinen Tagtraum, und plötzlich glühten meine Wangen. Ich versuchte, cool zu bleiben, aber er ließ mir keine Chance. „Jetzt sag mir“, er ließ den Block fallen und beugte sich vor, sodass meine Haut kribbelte, „was genau macht eine schöne Frau allein … im Zimmer eines unverheirateten, nackten Mannes?“ Meine Lippen zitterten, und ich konnte die dunkle, gebieterische Aura, die von ihm ausging, nicht ignorieren. Dieser Alpha … gefährliche, sinnliche Energie wie Feuer, von dem man weiß, dass man sich daran verbrennen wird, das man aber trotzdem berühren möchte. Moment … wie zum Teufel ist er überhaupt in dieses Zimmer gekommen? Die nächste Station sollte leer sein … Ich überprüfte es dreimal. Ich teilte meine Angelegenheiten nicht gern mit jemandem … es reichte schon, mit einer Person zu tun zu haben. Der Gedanke, dass jemand anderes mithören könnte, ließ mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Meine Augen hatten begonnen, unwillkürlich zu wandern, und wohin sie nun wanderten, ließ mein Herz erstarren. Ich sah das Crestmoon-Symbol auf seinem linken Arm eingebrannt. Verdammt! Ein Crestmoon-Lykaner. Natürlich. Denn warum sollte er nicht eines der gefährlichsten Rudel Kaliforniens sein? Mein Puls raste, als ich vorsichtig einen Schritt zurücktrat und überlegte, ob ich weglaufen oder ihm etwas Schweres zuwerfen sollte. Aber zu meinem Entsetzen ... und meiner Aufregung, Mondgöttin, verzeih mir ... ging er direkt auf mich zu. Ich wirbelte herum, um zu fliehen, und zack ... stand er mir im Weg. Meine Güte! Wie konnte er sich nur so schnell bewegen? Mein Magen drehte sich um, als mich sein Duft wie ein Blitz traf. Er beugte sich herunter, und mein Herz blieb fast stehen, als sein warmer Atem mein Ohr streifte. „Du siehst so heiß aus. Ich hätte nie gedacht, dass die Krankenschwestern so etwas mit ‚Werkzeug‘ meinen.“ Werkzeug? Ja, klar, ich wurde schon schlimmer genannt ... aber normalerweise von Leuten, in deren Fantasie ich mich nicht nackt sehen wollte. Ich versuchte, ihm auszuweichen, ganz lässig, als wäre ich nicht zwei Sekunden von der Explosion entfernt, aber nein ... er packte mein Handgelenk und zog mich direkt an sich, Brust an Brust, als würde das Universum meine Selbstbeherrschung auf die Probe stellen. „Ich kann mich nicht erinnern, dir gesagt zu haben, dass du gehen sollst“, murmelte er, und seine Augen glänzten mit der Schärfe eines Raubtiers, die mir den Puls in die Höhe trieb. „Mein Sperma sammelt sich nicht von selbst. Fang lieber an zu arbeiten. Ich brauche eine Weile, bis ich fertig bin.“ Mit einem Achselzucken, das schrie: „Ich tue, was ich will“, nahm er ein kleines Gefäß vom Bett und drückte es mir direkt in die Hand. Wie bitte? Was zur Hölle! Ich wollte widersprechen, doch meine Antwort blieb mir im Hals stecken, als seine Hände unter meine Bluse glitten und mir den Atem und jeden rationalen Gedanken raubten. „Was … was machst du da?“ Meine Stimme zitterte. „Was glaubst du denn, was ich tue?“, flüsterte er an meinem Hals. Ich öffnete den Mund, um zu protestieren, vielleicht um ihn wegzuschubsen, aber ja … mein Körper hatte es offensichtlich nicht verstanden. Sobald seine Berührung anhielt, zogen sich meine Brustwarzen verräterisch zusammen, und eine Hitzewelle kroch tief in meinen Magen und verhöhnte jedes bisschen Selbstbeherrschung, das ich zu haben glaubte. „Bitte hör auf!“, blaffte ich. Obwohl es ehrlich gesagt viel mehr nach Betteln klang als nach dem herrischen Befehl, den ich eigentlich erreichen wollte. Er grinste, seine Finger strichen über meinen BH, bevor er mich scharf in eine Brustwarze kniff … und das ließ mich nach Luft schnappen. „Du sehnst dich geradezu danach“, sagte er gedehnt. „Also hör endlich auf mit der Schauspielerei.“ Vielleicht lag es daran, dass Nigel mich drei ganze Monate lang im Stich gelassen hatte … ja, drei … Gott, Nigel. Doch plötzlich wollte ich nur noch die Hände eines gefährlichen Lykaners an mir. Überall … irgendwo. Mein Kopf war ein Nebel aus Hitze und rücksichtslosem Verlangen, und klar denken? Ja, der Zug war abgefahren. Als hätte er meine Gedanken gelesen, zupfte seine freie Hand am Bund meiner Unterhose und glitt zwischen meine Schenkel. Ich keuchte, als seine Finger meinen feuchten Körper streiften. „Bitte“, flüsterte ich, und mein Körper verriet mich, als ich mich seiner Hand näherte. „Fass mich endlich an.“ Mehr brauchte es nicht. Er knurrte kurz, bevor er seine Lippen auf meine presste und mich verschlang, als wäre ich das Einzige, was er je wollte. Mein Stöhnen entfuhr ihm, doch er schluckte es gierig hinunter, als genoss er den Klang. Seine Finger drangen tiefer ein und entwirrten mich mit einer Kunstfertigkeit, die mir die Knie weich werden ließ. Seine Hände waren überall … beanspruchten, formten, drückten meine Brüste und umschlangen meine Brustwarzen. Dann glitt er nach unten, packte meinen Hintern fest und zog mich so nah an sich, dass es sich anfühlte, als wolle er uns zu einer Einheit verschmelzen. Ich hätte schwören können, ich würde gleich den Verstand verlieren … der Druck, der sich in mir aufbaute, wie sich mein Innerstes um seine Finger schloss und nach mehr bettelte, als ich je laut zugeben würde. Und dann, gerade als ich dachte, ich hätte eine Sekunde zum Atmen, löste er den Kuss und … Gott steh mir bei … er half mir schon aus meinem Hemd … ja, genau wie Nigel es immer tat. Verdammt … Was zur Hölle tat ich da? In diesem Moment schrie mein Gehirn STOP!, denn anscheinend hatte mein Körper seinen eigenen Willen. Ich riss meine Arme los, so heftig, dass er blinzeln musste, und warf ihm den Behälter zu. Er fing ihn auf, ohne auch nur ins Schwitzen zu kommen, und zog verwirrt die Augenbrauen hoch. Ich stolperte einen Schritt zurück, mein Herz raste, bevor ich den Vorhang zwischen uns zuschlug. Ja. Als könnte dieser dünne Stoffstreifen meine Fehlentscheidungen wie von Zauberhand auslöschen. Meine Finger umklammerten die Falten, und als wäre das, was ich gerade erlebt hatte, nicht genug, wagte ich einen Blick durch einen einzigen Schlitz … denn natürlich konnte ich nicht widerstehen, zu sehen, ob er immer noch da stand wie ein ärgerlicher, wunderschöner Albtraum.
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