Zweites Kapitel.Ich han der Welt gedienet also schone, Seht an den ihren schwachen Sold! Ein leinen Kleid, das geit sie mir zu Lohne. Im Laufe dieses Morgens schritt Cheyle, die schöne Jüdin, ungeduldig in ihrem Gemache auf und nieder. Eine fieberhafte Röthe zeigte sich auf ihren Wangen, ihre Augen leuchteten seltsam, sie warf irre, scheue Blicke rings umher. Wer sie in der Pracht ihres Anzugs, im Glanze der Edelsteine, der Perlen und des Goldes, womit sie sich bedeckt, gesehen hätte, der würde sie für eine Braut oder wenigstens für die Königin eines Festes, dem sie entgegenzugehn bereit war, gehalten haben. Doch nein! Eine Braut trägt das Gepräge der seligsten Befriedigung in allen Zügen, in jeder Bewegung, eine Braut fürchtet nichts, sie hofft nur. Cheyle war in diesen Augenblicken ni

