Kapitel 5

995 Words
Fest hielt ich mein überaus großes Messer in meine vor Nervosität und Aufregung schwitzigen Hände. Mein Herz klopfte ungewöhnlich schnell gegen meine Brust, vor Angst erwischt zu werden. Mein Rücken presste sich bei jedem Atemzug mehr gegen die kalte, harte Wand und meine zitternden Beine trieben mich zum Wahnsinn. Ganz vorsichtig wagte ich mich dann schließlich einen kurzen Blick auf den gigantischen, grauen Raum zu werfen, doch es hatte sich nichts verändert. Ein schwarzbekleideter Mann saß, mir dem Rücken zugewandt, vor einem eher schmaleren Tisch, der sich ziemlich in der Mitte befand. Er wartete gelassen auf McAllen, während er mit seinen Fingerspitzen immer wieder auf den Tisch klopfte. Adam hatte mir nichts über ihn berichtet. Alles, was ich über ihn wusste war, dass Jayden ihn gerne töten würde. Ich bin mir aber sicher, heute mehr zu erfahren. Leise, aber weit schallende Schritte rissen mich aus meinen Gedanken und augenblicklich stieg mein Puls wieder um einiges. McAllen ist da. Niemand gab einen Laut von sich, doch ich spürte die unerträgliche Anspannung zwischen McAllen und dem schwarzbekleideten Mann. Plötzlich hörte ich ein Räuspern, welches die Härchen auf meine Arme schlagartig aufstellte. ,,Wer hätte gedacht, dass Isaac dich ohne Begleitung hier her schicken würde.. Angst?", fragte Jayden provokant und mir lief ein Schauer über den Rücken, als ich seine Stimme hörte. Der mir Fremde lachte spöttisch auf. ,,Nimm doch Platz mein Freund.", fing der Fremde an und fuhr fort. ,,Wir verlangen nicht viel. Nur eine etwas höhere Summe, aber das müsste für dich doch kein Problem sein, stimmt's?" Auch wenn ich ihn nicht sehen konnte, spürte ich sein Grinsen. Viel zu gerne hätte ich mich umgedreht, doch ich musste warten. Warten auf Adam. ,,Aus welchem Grund sollte ich auch nur einen Cent an euch verschwenden?", fragte McAllen nun lachend. ,,Diandro steht unter unserer Hand. Ich nehme mal an, dass er ziemlich wichtig für dein Geschäft ist. Das ist echt schade, denn er wird leider sterben müssen, wenn du mir nicht das Geld gibst." Abrupt ließ mich ein lauter Schlag auf den Tisch und ein verärgertes, von Wut überfülltes Zischen aufzucken. ,,Wo ist er?", fauchte er gehässig. ,,Oh, ihm geht es noch den Umständen entsprechend gut. Ich kann dir aber versichern, dass Isaac ihn ohne zu zögern umlegen wird, wenn du uns das Geld nicht überreichst." Nun klang der Fremde auch wütend. Wer zum Teufel sind Diandro und Isaac? Die Spannung und der Hass zwischen McAllen und dem Fremden stiegen von Minute zu Minute immer mehr, wobei auch meine Ungeduld wuchs und ich hoffte, dass Adam mich nicht vergessen hatte. ,,Ich würde lieber vorsichtig sein Logan oder ich schwöre dir, das wird dein letzter Tag auf dieser Welt sein.", flüsterte Jayden nun bedrohlich, woraufhin ich schluckte und mich mehr gegen die Wand drückte. Logan hieß er also! Logan schwieg, woraufhin McAllen ein wütendes Brummen von sich gab. ,,Wie viel möchte denn Isaac für Diandro haben?", fragte er dann in einem sehr arroganten Ton. ,,500Tausend. Ihr habt 2 Tage Zeit." flüsterte Logan und grinste wohl wieder. Ich riss meine Augen weit auf und verschluckte mich fast an meiner eigenen Spucke. Fast. Gottseidank. Ich habe mich noch nicht einmal gewagt an so viel Geld zu denken. Wenn es um eine so hohe Summe geht, muss dieser Diandro tatsächlich von Bedeutung sein. Laut dem Schweigen Jaydens konnte ich erschließen, dass ihn diese Anforderung genau so schockte wie mich und er sicherlich ganz und gar nicht damit zufrieden war. Verdammt Adam! Wo bleibt er nur ?! Erneut hörte ich das leichte, jedoch aufdringliche Klopfen von Fingerspitzen auf dem Tisch. ,,Ich werde dich und Isaac so qualvoll töten lassen. Ihr werdet jedes einzelne Wort und jede Tat, die ihr begangen habt, bereuen. Man spielt nicht mit mir. Du weißt es und Isaac weiß es auch.", wisperte McAllen unheimlich und gefährlich. Das war der Ansatz, an dem ich mich verlor. Schleunig und das silberne Messer stets in meiner Hand, drehte ich mich um und starrte neugierig und so unauffällig wie möglich in den großen, kühlen Raum voller Hass und Wut. Obwohl McAllens Augen fest in die Logans starrten, strahlten sie mir förmlich entgegen. Es fühlte sich so an, als würden seine Augen den ganzen Raum noch kühler werden lassen. Logan sagte nichts, aber ich erkannte seine Ungeduld und plötzlich sprang er auf, woraufhin auch McAllen sich erhob. Logan hob seine Hand, ballte sie zu einer Faust und wollte sie voller Wucht in sein Gesicht schlagen, doch McAllen war schneller. Er griff nach seiner Hand und schubste ihn gewaltig weg. Soll ich jetzt? Nein.. Adam muss mir das Stichwort geben! Logan zückte eine Waffe heraus und zielte sie auf Jayden, der ebenfalls nun eine Waffe in der Hand hielt, doch Logan schoss sie aus seiner Hand, wobei er auch Jaydens Hand traf und er zischend aufschrie. Scheiß auf Adam! Mein Griff um mein Messer wurde fester, während ich mit schnellen Schritten von hinten zu Logan eilte und ihn mit großer Kraft auf seine Knie drückte. Ich trat auf seine nun angewinkelten Beine, schmiss seine Waffe weg, woraufhin ich seine Arme hinter seinem Rücken verschränkte und mein Messer an sein Hals hielt. Er stöhnte schmerzerfüllt auf und versuchte sich zu wehren, was ihm aber nicht gelang, da ich dadurch das Messer nur mehr an seinen Hals drückte. Nur im Augenwinkel konnte ich das Blut an meinem Messer fließen sehen. McAllen blinzelte einige Male vor Schock und starrte mich mit einem leicht offenen Mund an. Seine Brust hob und senkte sich viel zu schnell, während er immer noch seine blutige Hand fest hielt. Ich sah ihn fragend an, brauchte nur noch seine Bestätigung. Jetzt sah ich auch Adam und noch zwei andere im Hintergrund mich geschockt anstarren. Langsam fiel es mir schwerer, Logan so zu halten, weswegen ich Jayden ein letztes Mal aufdringlich auf Bestätigung wartend ansah. Er schüttelte sich kurz, woraufhin er einmal fest entschlossen nickte. Ich schloss meine Augen, nahm alle Kraft, die ich besaß und schnitt ihm mit einem Mal die Kehle durch.
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