Emilias Sicht Ich sitze am Fenster mit dem Kopf in den Händen, meine Unterlippe zittert. Der Lärm. Die Schüsse, das Schreien der Verwundeten und Sterbenden – es lähmt mich. Ein Schaudern läuft mir den Rücken hinauf, und ich krümme mich noch mehr zusammen. So ein Chaos war ich nie zuvor. Ich kenne keinen physischen Kampf – und schon gar nicht einen tödlichen. Das Schlimmste: Ich bin mitten drin. Ich vergrabe mein Gesicht in den Knien und kämpfe gegen die Tränen. Ich vermisse meine Familie, sogar meinen Vater, obwohl er mich an die Mafia verkauft hat. Während ich mich zusammenkauere und über mein neues Leben sinniere, stelle ich mir eine Frage: Warum bin ich hier? Ich hätte in diesem Moment weglaufen können. Luca würde das nie erfahren. Ein weiterer Schuss lässt mich zusammenzucken. Richti

