Kapitel 19

230 Words
ELEANORS S. I. Ich sah mir die anderen Vorfälle an – Brandanschläge, Lecks, gestohlene Frachtladungen. Jemand zielte eindeutig auf uns ab, und ich war mir nicht sicher, wer. Ich schob den Laptop von mir weg, als mich plötzlich ein starker Kopfschmerz überfiel und ich mich auf dem Stuhl zurücklehnte. Meine Augen schlossen sich, und für einen Moment spürte ich es wieder. Christians Finger. Seinen Atem. Seine Lippen. Ich schüttelte den Kopf und setzte mich auf, doch schon bald ertappte ich mich dabei, wie ich mich fragte, ob es ihm jetzt gut ging. Ob er das Dach verlassen hatte. Ob seine Wange noch von der Ohrfeige brannte. Ich stand auf und lief eine lange Minute ruhelos im Zimmer auf und ab, bevor ich zum Bett zurückkehrte. Ich legte mich hinein, blinzelte zur Decke hinauf, während mein Geist keine Ruhe fand. Warum ausgerechnet er? Warum hatte er das tun müssen? Warum fühlte ich mich gleichzeitig verletzt und… Ich wusste es nicht. Ich schloss die Augen und zwang mich zur Ruhe. Meditieren. Ein Nickerchen. Irgendwann, inmitten der Unruhe und der endlosen Stimmen, die in meinem Kopf und hinter meinen Lidern widerhallten, schlief ich ein. Vielleicht würde ich von ihm träumen. Vielleicht würde mein Verstand mir wieder Streiche spielen. Aber für den Moment würde ich mich von ihm fernhalten, bis ich mich endgültig entschieden hatte, ob ich mich auf die Seite seines Bruders schlug.
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