Autoren- Perspektive Lisa schloss die Tür hinter sich mit bedachter Zurückhaltung und ließ ihre Handfläche einen Herzschlag länger als nötig auf dem Holz ruhen. Der Raum war still – zu still – und es kostete sie jede Faser Selbstbeherrschung, nicht zu schreien, nicht die Vase vom Tisch zu fegen oder die Vorhänge von ihren Schienen zu reißen. Stattdessen ging sie tiefer in den Raum hinein, jeder Schritt abgemessen, bewusst – kontrolliert. Der äußere Schein war alles. Sie trat vor den Spiegel und starrte ihr Spiegelbild an. Das Mädchen, das ihr entgegenblickte, war gefasst, elegant, unberührt vom Chaos. Ihr Haar saß noch perfekt. Ihr Kleid war makellos. Niemand hätte geahnt, dass unter der ruhigen Oberfläche etwas Hässliches, Gewalttätiges darum kämpfte, auszubrechen. Wie kann sie ihre

