Müde-2

741 Words

Noch bevor sich die Tür hinter ihm ganz geschlossen hatte, richteten sich seine Sinne nach außen. Zuerst der Klang. Atem. Leise. Gleichmäßig. Lebendig. Als Nächstes der Geruch. Sie. Er hing in der Luft wie die Wärme, die eine erlöschende Flamme hinterlässt – zerbrechlich, ungewohnt und nun unverkennbar in seinem Raum verankert. Sein Kiefer spannte sich an. Sie war hier. Sein Blick wanderte zum Wohnbereich, und da war sie. Zusammengekauert auf dem Sofa. Schlafend. Einen langen Moment lang stand er einfach nur da. Sie wirkte kleiner, als er sie in Erinnerung hatte. Nicht nur von der Statur her – auch in ihrer Ausstrahlung. Die übliche Anspannung, die sie wie eine unsichtbare Rüstung umhüllte, hatte sich im Schlaf aufgelöst und etwas schmerzlich Schutzloses zurückgelassen. Ein Ar

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