Kapitel 2

415 Words
Ich hatte eine glückliche Kindheit. Ich hatte alles was sich ein Kind hätte wünschen können. Mutter. Vater. 3 Geschwister. Eine Haus mit Garten. Und Freunde. Gut.... über das Doppelzimmer mit meiner Schwester kann man sich streiten... aber das sich Luxusprobleme heutzutage... oder?... Mit 12 Jahren fing mein Essgestörtes Verhalten an. Alles fing im Urlaub an, als meine Mutter uns Kinder gebeten hat, zum Fernsehen zu kommen. Es sei sehr interessant. Wir alle kamen natürlich und erblickten auf dem fernsehen eine Doku über Magersüchtige. Um ehrlich zu sein war ich niemals das Kind wo man sagte „Iss'doch ein bisschen, du wirst sonst zu dürr.', sondern eher „Iss nicht zu viel, sonst nimmst du noch zu.' Im Vergleich zu meinen Geschwistern hatte ich also immer ein bisschen auf Hüften. Und das war auch okay. Ich liebte das Essen, hatte mir nie Gedanken gemacht, noch irgendwelche Verbote mir ins Gedächtnis eingeredet. Bis auf diesen Tag wo ich diese Doku sah. Manchmal Frage ich mich, wie mein Leben jetzt aussehen würde, wenn meine Mutter uns nicht zum fernsehen gerufen hätte. Wenn ich einfach weiter ohne schlechtem Gewissen und Verbote gelebt hätte. Hätte ich trotzdem irgendwann eine Essstörung entwickelt? In der Doku wurde das schreckliche Leben einer Magersüchtigen verfolgt und kommentiert. Sie wollte daraus, das konnte man sehen. Doch ich sah Erfolge. Schnelle Erfolge. Abnehmen nach Plan, schnelle Ergebnisse und mit einer hohen Erfolgsquote. Das hatte mich getriggert. So begann ich weniger zu Essen, das Besteck nach jedem Bissen wegzulegen, einen Schluck Wasser dann zu trinken und meine Portion nie leer essen. Ich fand es super so strick nach Plan zu Leben, eine Community im Internet zu finden und vor allem: Es Geheim zu halten. Natürlich ging das nicht lange, denn meine Mutter hat Erfahrung mit Essgestörten. Nach nicht mehr als 3 Tagen brachte sie mich also zur Rede und legte all'meine Tricks auf dem Tisch und stelle mich allen Bloß. Ich fühlte mich verraten. Ich fühlte mich ertappt. Nach nur 3 Tagen. Ein innerer Trieb führte mich vor voller Wut und Hunger dazu, alles zu essen was in der Küche ansprechend war. Unzwar die letzten 3Tage lang. Ein sogenannte „Essanfall". Mein Erster von vielen um genau zu sein. Es scheint mir so eigenartig, dass ich mich an jedes Detail, jeden kleinen Bissen und an all'das Essen noch bis heute dran erinnern kann. Ist das Normal? Ist das ein schlimmes Physisches Erlebnis an das ich mich mein Leben lang erinnere? Obwohl ich es doch so sehr genoss? 
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