Lili wachte am nächsten Morgen auf und bemerkte, dass sie immer noch an Diogos Brust lag. Trotz allem, was letzte Nacht passiert war, fühlte es sich in seinen Armen tröstlich an. Es dauerte nur ein paar Sekunden, bis auch das Verlangen wieder in ihr aufkam. Sie wollte ein wenig näher kommen, also glitt sie vorsichtig mit ihrer Hand über seinen Bauch und hielt sehr nah an seinem besten Stück inne.
Das Verlangen, ihn dort zu berühren, überwältigte sie. Aber sie wusste, dass sie es nicht konnte. Was würde er sagen, wenn er aufwachte?
Und genau das passierte. Er wachte kurz darauf auf. Sie hörte seine tiefen Atemzüge, also schloss Lili die Augen.
Sie spürte, wie er ihre Hand hielt und sie sanft zurück auf seine Brust legte. Sie erwartete bereits, dass er mit ihr schimpfen würde, als ihr plötzlich eine Idee kam. Sie stöhnte so, als hätte sie einen Albtraum, und bewegte leicht ihren Kopf.
Dann hörte sie Diogo. „Lili! Lili, ist alles in Ordnung?“, fragte er.
„Ähm, ja?“, täuschte sie Überraschung vor. Sie setzte sich schnell aufrecht hin und raffte sich zusammen.
„Geht es dir gut? Du hast dich viel bewegt und gestöhnt. Ich dachte daran, dich aufzuwecken“, sagte Diogo.
„Ich glaube, ich hatte nur einen schlechten Traum“, log sie.
„Alles gut, Prinzessin. Komm, gib mir eine Umarmung“, sagte Diogo.
Sie positionierte sich zwischen seinen Beinen und umarmte ihn.
„Alles Gute zum Geburtstag, Lili. Ich hoffe, was gestern passiert ist, ruiniert nicht diese ganz besondere Reise.“
Sie nickte und drückte sich an ihn.
„Lass uns noch ein bisschen weiterschlafen“, schlug Lili vor.
„Willst du nicht rausgehen? Spaß haben? Den Strand erkunden? Heute ist doch dein Geburtstag“, sagte Diogo.
Sie schüttelte nur den Kopf als Antwort.
Diogo seufzte und schloss die Augen. Er fühlte sich schuldig und entschied sich, ihrem Wunsch nachzukommen. Er legte sich wieder hin, zog sie nah an sich und kuschelte sie an seine Brust.
Getröstet, umsorgt, beschützt und entspannt fühlte sich Lili schnell wieder in den Schlaf gleiten.
Als sie aufwachten, war es bereits Mittagszeit. Sie entschieden sich, Essen vom Hotel zu bestellen. Während sie darauf warteten, ging Diogo kurz hinaus.
Bei seiner Rückkehr klopfte er an die Tür. Lili öffnete schnell, in der Annahme, es sei einer der Hotelangestellten. Doch sie war überrascht, Diogo dort stehen zu sehen, mit einem Strauß Rosen in der Hand.
„Sind die für mich?“, fragte sie und ihre Augen weiteten sich vor Überraschung.
„Für wen sollten sie denn sonst sein?“, antwortete Diogo und reichte ihr den Strauß.
Lili nahm die Blumen in die Hand, inhalierte ihren süßen Duft und gab Diogo dann eine feste Umarmung.
„Danke, Diogo. Sie sind wunderschön.“
„Die Rezeptionistin hat ein tolles Restaurant empfohlen und ich habe für heute Abend reserviert. Also, wirst du mit mir zum Abendessen ausgehen?“, fragte Diogo.
„Natürlich, das würde ich sehr gerne!“, antwortete Lili aufgeregt.
„Großartig! Lass uns essen. Das Essen ist gerade angekommen. Es ist heiß und riecht fantastisch.“ Lili hielt Diogos Hand und führte ihn zu dem Wagen, auf dem das Essen stand.
Lili stellte die Rosen unter den kleinen Tisch. Dann nahmen sie sich jeder einen Teller, bevor sie sich aufs Bett setzten, um ihr Essen zu genießen.
Nach dem Mittagessen legte Lili sich auf Diogos Bett und hielt ein Kissen in den Armen. Diogo bemerkte, dass sie den Platz einnahm, der eigentlich für ihn gedacht war, und sprach sie darauf an.
„Warum gehst du nicht in dein eigenes Bett, Fräulein?“, fragte er.
„Weil deins viel gemütlicher aussieht“, antwortete Lili.
„Aber sie sind beide genau gleich“, bemerkte Diogo.
„Sag mal, wie habt ihr euch denn eigentlich kennengelernt, du und Mama? Sie hat es mir nie erzählt“, fragte Lili nach einer Weile.
Diogo setzte sich auf die Bettkante und strich sanft das Haar aus ihrem Gesicht. Er holte tief Luft und begann, die Geschichte zu erzählen.
„Deine Mutter arbeitete in der Firma als Putzfrau. Als ich sie das erste Mal sah, sagte mir etwas in mir, dass ich mit ihr zusammen sein musste“, begann Diogo.
„War es Liebe auf den ersten Blick?“, fragte Lili.
„Vielleicht war es Schicksal. Es war nicht einfach, ihr Vertrauen zu gewinnen. Sie war immer traurig und hielt Abstand. Aber als ich ihr Vertrauen gewonnen hatte, verstand ich, warum sie sich so verhalten hatte. Danach fühlte sich alles so natürlich an und ging ziemlich schnell. Wir unterhielten uns einen Moment, während sie mein Zimmer putzte, und dann, nun, die Details musst du nicht wissen“, sagte er und brachte Lili zum Lachen.
„Das traumatisiert mich nicht. Aber sag mir, wann sind wir zusammen in dein Haus gezogen?“, fragte Lili.
„Wir waren bereits ein paar Monate miteinander ausgegangen und ich war mir sicher, dass ich sie nicht mehr gehen lassen wollte. Sie fühlte genauso. Tatsächlich hatte ich bereits meinen Wunsch geäußert, mehr als nur ihr Liebhaber zu sein. Doch sie schien zögerlich. Sie war bereit, ihr Zuhause zu verlassen, aber sie fürchtete die Konsequenzen. Sie hatte Angst davor, was dieser Mann ihr antun würde. Eines Tages kam sie in die Firma und begann, mich zu meiden. Ich wusste, dass etwas nicht stimmte. Es stellte sich heraus, dass es wahr war. Als wir uns schließlich gegenüberstanden, erkannte ich, was passiert war. Sie hatte Verletzungen. Ich konnte die Spuren an ihrem Körper sehen. In jenem Moment fasste ich den Entschluss. Sie würde nicht in ihr Haus zurückkehren. Aber sie machte sich auch Sorgen um dich. Also fuhren wir sofort zu deiner Schule und sobald ich dich sah, sagte mir etwas in mir, dass ich mich um dich kümmern musste. Du warst ein so schönes und intelligentes Kind, genau wie deine Mutter. Aber wie bei ihr musste ich auch dein Vertrauen gewinnen“, erzählte Diogo.
„Und das hast du“, erwiderte Lili.
„Und es war es absolut wert, mein kleines Schätzchen“, antwortete Diogo.
Lili erwiderte seine Worte mit einem Lächeln. Während sie Diogos Geschichte lauschte, schlichen sich Zweifel in ihren Kopf. Sie begann zu überlegen, ihren Plan nicht weiterzuverfolgen.
***
Diogo nahm sanft ihre Hand und führte sie durch einen atemberaubenden Garten, der von verschiedenen Lichtern erleuchtet und mit dem Funkeln der Sterne geschmückt war. Es kam ihr vertraut vor und bald erkannte sie, dass es der Garten seines Hauses war.
Als sie eintraten, drückte er sie gegen die Wand und küsste sie leidenschaftlich. Der Kuss war intensiv, kraftvoll, und sie fühlte, wie ihr ganzer Körper sich seiner Umarmung hingab.
Die Küsse wanderten zu ihrem Hals hinunter, was sie dazu brachte, ein leises Stöhnen auszustoßen und seinen Namen zu murmeln. „Diogo ...“
„Lili, wach auf!“, hörte sie ihn sagen.
Und allmählich verblasste das Bild, als sie aufwachte. Er war an ihrer Seite und betrachtete sie mit einem fragenden Blick.
„Wovon hast du geträumt?“, fragte er sie.
Sie schwieg. Als sie sich an den Traum erinnerte, erröteten ihre Wangen vor Verlegenheit. Also log sie, um die peinliche Situation zu vermeiden.
„Also, ich habe irgendwie geträumt, dass du mich kitzelst. Ich bin froh, dass du mich geweckt hast. Entschuldige, ich muss auf die Toilette.“ Sie stand hastig auf und eilte den Kopf schüttelnd ins Badezimmer. Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass sie eingeschlafen war.
Im Badezimmer angekommen, schaute sie in den Spiegel und atmete tief durch. „Oh Gott, ich begehre diesen Mann“, flüsterte sie zu sich selbst, berührte leicht ihre Lippen und erinnerte sich an den leidenschaftlichen Kuss.
Nach ein paar Minuten kehrte Lili ins Zimmer zurück.
Diogo lag auf seinem Bett und war in sein Handy vertieft. Er schaute zu ihr auf und kicherte.
„Worüber kicherst du?“, fragte sie.
„Stell dir nur vor, das Personal müsste die in Urin getränkten Bettlaken wechseln“, sagte er lachend. Lili dachte bei sich: „Wenn du nur wüsstest.“
„Du Idiot, das kann jedem passieren, auch dir. Ich schwöre, wenn du alt und senil bist, werde ich jedes Mal lachen, wenn es dir passiert“, entgegnete sie, während sie spielerisch auf sein Bett zuging.
„Du wirst auch mal alt werden“, erwiderte Diogo.
„Aber das wird noch sehr, sehr lange dauern. Aber bei dir ist es ja bald so weit“, neckte sie.
„Ist es nicht. Außerdem erinnere ich mich deutlich, dass du mir erst gestern gesagt hast, dass ich noch sehr jung aussehe“, sagte er und setzte sich schnell hin.
„Ich könnte gelogen haben“, antwortete sie mit einem amüsierten Lächeln.
„Ich glaube, du hast nicht geträumt. Sondern du hattest eine Vorahnung.“ Diogo packte ihren Arm und begann, sie zu kitzeln.
Lili brach in schallendes Gelächter aus und versuchte, seinem Kitzeln auszuweichen. Aber er war viel stärker und schneller.
„Hör auf, Diogo!“, flehte Lili.
Aber er hielt sie fest auf seinem Schoß und quälte sie weiter. Tränen liefen ihr vor Lachen über das Gesicht.
„Diogo, ich werde auf deinem Schoß pinkeln, wenn du weitermachst“, warnte sie immer noch kichernd.
Er hörte sofort auf und sah sie fragend an. „Ernsthaft?“
„Nein, aber mein Bauch tut schon weh vor Lachen“, antwortete Lili.
Sie lachten zusammen und teilten eine warme Umarmung. Lili kuschelte sich an seinen Hals und genoss seinen beruhigenden Duft.
„Es wird langsam spät. Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst, aber wir wollten zum Abendessen ausgehen“, erwähnte Diogo.
„Oh, das hab ich total vergessen. Ich mache mich schnell fertig, ja?“
„Ich gehe zuerst duschen. Denn wenn du einmal im Bad bist, dauert es ewig, bis du wieder herauskommst“, neckte er.
Lili lachte nur über seine Bemerkung.