MORITZ
Ich sitze in meinem Auto vor dem Club, die Jungs warten drinnen auf mich… aber ich schaffe es nicht, hineinzugehen.
Ich bin am Boden.
Es verschwindet nicht… im Gegenteil, es wird schlimmer.
Jeder Tag ohne sie fühlt sich wie eine Ewigkeit an.
Ich hätte nie nach Mallorca gehen dürfen, seitdem bin ich von der Welt abgeschnitten.
Weder hier noch dort… tot oder lebendig.
Ich kann nicht aufhören, mich zu fragen, wo sie ist, was sie tut. Ich fühle mich besser, wenn ich es weiß.
Ich wähle Kavishs Nummer; ich halte über ihn ihre Bewegungen im Auge.
„Hey, Boss“, meldet er sich.
„Hi, die Computer werden heute Abend irgendwann fertig.“
„Okay, super.“
„Kannst du sie abholen und zum Flughafen bringen? Das Flugzeug soll um elf starten.“
„Klar.“
Mein Computer ist explodiert, und da er so sensible Daten enthält, die ich unbedingt zurückhaben muss, kann ihn nur jemand auf unserer Gehaltsliste reparieren. Leider wohnt er in Amsterdam, also müssen wir das Flugzeug buchstäblich zu ihm fliegen, meinen Computer abliefern und dann wieder zurück. Zwei weitere Computer müssen auch noch gewartet werden.
Ein teures Vergnügen, aber wir haben keine andere Wahl.
Wir können nicht riskieren, dass jemand Zugriff auf unsere Daten bekommt.
„Er ruft dich an, wenn er ihn abholbereit hat“, antworte ich.
„Okay.“
Ich schließe die Augen; es ist immer so verdammt unangenehm, wenn ich mit meiner versteckten Agenda anrufe.
„Wo bist du?“
„Vor einem Restaurant.“
Sie ist draußen.
Ich wähle meine Worte sorgfältig. „Sie isst zu Abend, ja?“
„Ja.“
„Mit wem?“ Ich versuche, gelassen zu wirken.
„Erik.“
Ich runzle die Stirn. „Ihr Ex?“
„Ja… sie sind wieder zusammen.“
Was?
Ich bin sprachlos, meine Nüstern weiten sich.
„Ich warte auf den Anruf“, sagt Kavish.
„Okay“, murre ich abgelenkt, lege den Hörer auf und lehne meinen Kopf zurück gegen die Kopfstütze.
Verdammt.
Ich meine, ich wusste es… aber… sie ist immer wieder zu ihm zurückgekehrt.
Mit dem Ellbogen auf dem Lenkrad drücke ich die Fingerspitzen auf den Nasenrücken und atme tief aus. Ich stelle mir die beiden zusammen vor, und mir dreht sich der Magen vor Wut.
Scheiße.
Die Autotür geht auf. „Hey“, sagt Simon, als er an meinem Wagen vorbeigeht. „Was machst du da?“
Ich starre ihn an, wütend, sauer auf sie… auf mich selbst.
Aber am meisten bin ich einfach nur verdammt erbärmlich.
„Komm schon“, sagt Malte. „Du gehst da rein, kriegst dir was Hochwertiges, und reiß dich verdammt nochmal zusammen.“
Meine Augen treffen Simons. „Er hat recht, Mann. Vertrau mir, du wirst uns morgen danken.“
Sie ist mit ihm.
Ich steige aus dem Auto, neue Entschlossenheit im Rücken, und knalle die Tür zu. „Los geht’s.“ Wir betreten das Foyer durch die Vordertür.
Der Türsteher nickt und öffnet das rote Seil für uns. „Guten Abend, Herr von Dunkelfeld.“
„Hallo.“ Ich werfe einen Blick durch die Doppeltüren in den Club – laute Musik, knapp bekleidete Frauen.
Ich habe Lust auf eine Blonde… und verdammt, ich kriege mir eine.
Vielleicht auch ein paar mehr.