Ava Perspektive
Die Spannung in der Luft ist so d**k, dass man sie mit einem Messer durchschneiden könnte, so erstickend, dass ich fast an meinem Speichel ersticke, als ich den Kloß in meinem Hals herunterschlucke.
Ich huste ein paar Mal, was fast die Aufmerksamkeit von allen auf mich zieht. Jeder Blick scheint eine stille Warnung zu übermitteln. Einige sehen aus, als wollten sie sagen: „Halt dich zurück“, andere „Verarsch uns nicht, du Idiotin“, während wieder andere blicken, als wollten sie fragen „Bist du verrückt?“
Zitternd gehe ich um den Tisch, wobei mich die vorsichtigen Blicke der anderen noch nervöser machen.
Unbewusst ziehe ich einen Schritt zurück von dem Tisch mit den drei bedrohlichsten Männern, die ich je gesehen habe. Die Ausstrahlung, die von ihnen ausgeht, ist gefährlich genug, um jemanden im Handumdrehen zu töten. Besonders derjenige, der zwischen den anderen beiden sitzt.
Er ist ein griechischer Gott, der auf die Erde gesandt wurde, um Chaos unter den Frauen zu verbreiten. Kein Zweifel, er wurde von Gott selbst erschaffen, um eine zweite Version von sich selbst auf der Erde sichtbar zu machen.
Er hat schwarz, warte, nein, streiche das. Er hat kohlschwarzes Haar, das ordentlich nach hinten gekämmt ist. Kein einziges Haar steht heraus. Heiße, schokoladenbraune Augen, aus denen kalter Dampf strömt. Seine Augen sind scharf wie ein Schwert, durchbohren die Tiefen deiner Seele und graben deine dunkelsten Geheimnisse aus.
Seine dicken Brauen sind perfekt geformt, ganz von selbst. Aber sie scheinen in einem permanenten Stirnrunzeln verankert zu sein, was meine Hände fast dazu bringt, sie aus der Stirn zu befreien. Seine blassen Lippen sind zu einer geraden Linie verzogen, das Kinn fest zusammengepresst, was seine Schönheit noch unterstreicht.
Seine männlichen Muskeln spannen sich unter dem grauen, maßgeschneiderten Anzug, den er trägt. Meine Augen wandern wieder zu seinem Gesicht. Ich zucke zurück, schockiert von der Kälte in seinen Augen, die ich vorher nicht bemerkt hatte, und das reicht aus, um mich zurück in die Gegenwart zu holen.
Ein Schamgefühl kroch mir ins Gesicht, als mir die Erkenntnis kam, dass ich einfach so vor ihnen stand und ihn anstarrte, wie eine Idiotin, die offensichtlich auf ihn herabschaut. Wenn ich dachte, ich hätte in der 12. Klasse sterben sollen, als ich im Unterricht laut redete, dann ist das nichts im Vergleich zu dem, was ich gerade fühle. Der Boden sollte sich einfach auftun und mich verschlucken.
Ich räusperte mich.
„Guten Nachmittag, was möchten Sie bestellen?“ stotterte ich, dann schalt ich mich innerlich dafür, dass ich stotterte, was meine Verlegenheit noch verstärkte.
Oh, bitte gib mir eine Pause, einige Menschen zittern hier auf ihren Sitzen, dachte mein innerer Dialog.
Es ist wahr, alle sind angespannt, als ich spreche, es scheint, als erwarteten sie irgendeine Art von Reaktion von den drei griechischen Göttern.
Ich habe das Gefühl, dass alle den in der Mitte fürchten, allein seine Präsenz ist erstickend.
„Schwarzen Kaffee“, sagte seine raue, aber beruhigende Stimme, die mich zurück in die Gegenwart holte.
Oh! Mein Gott.
Meine Knie fühlten sich schwach an, sie hätten fast unter mir nachgegeben, wenn nicht die kleine Selbstkontrolle, die ich noch hatte.
Wie kann die Stimme eines Menschen so mächtig und beherrschend und gleichzeitig so beruhigend klingen? Ihm zuzuhören könnte selbst den mutigsten Mann dazu bringen, sich zu verkriechen.
„Ich nehme eine Tasse Kaffee mit einem Würfel Zucker und einem Löffel Sahne“, sprach der Mann zu meiner Rechten ruhiger als der erste. Fast hätte ich es überhört. Er hat so eine Stimme, die jeden in ihre Falle locken könnte und jede Frau ins Bett bekommt.
Schnell, mit zitternden Händen, schrieb ich ihre Bestellungen auf und drehte mich dann zum letzten, aber bevor ich sprechen konnte, ergriff er das Wort in einem vertrauten Ton, den ich durch Tricia gut kenne.
Ja, Tricia.
„Ich nehme einen Schokoladen-Milchshake“, sagte er. Ich hob meinen Blick von dem Notizbuch, das ich fest in der Hand hielt, um nicht wieder den griechischen Gott anzustarren.
Der, der eben gesprochen hatte, ist niemand anderes als Dario, Tricias Freund.
Meine Augen weiteten sich, und mein Kiefer fiel fast zu Boden. Was zur Hölle macht er mit diesen beiden, die aussehen, als könnten sie jederzeit jemanden ermorden?
Ja, Dario sieht vielleicht ein wenig hart aus, aber im Vergleich zu diesen beiden – besonders dem in der Mitte – ist er ein Witz.
„Geht es dir gut?“ fragte Mason besorgt, fast so, als hätte er etwas Schlimmes vorausgesehen. Aber nichts war passiert, trotzdem hatte ich das Gefühl, als würde ich nach einem 1500-Meter-Lauf nach Luft schnappen.
Ich warf ihm einen flüchtigen Blick zu und gab ihm ihre Bestellungen. Dann suchte ich mit meinen Augen das Café ab, aber ich konnte meine beste Freundin nirgendwo finden. Versteckt sie sich vor Dario? Es wäre verständlich, da er nie die Idee mochte, dass sie arbeitet – und schon gar nicht in einem kleinen Café wie diesem.
„Sie ist in der Küche“, nickte Mason in die Richtung der Küche. Ich schenkte ihm ein kleines dankbares Lächeln. Er hatte wohl meinen suchenden Blick bemerkt.
Ich klopfte mir mental auf die Schulter, dass ich ihre Bestellungen erfolgreich ohne Zittern oder Verschütten auf den Tisch gelegt hatte. Doch ich war fast schon weg, als diese mächtige Stimme mich wieder ansprach.
„Hol mir deinen Manager.“ Diese Stimme ließ mich vor Angst erschaudern.
Mein Manager? Was jetzt?
Was habe ich diesmal verbockt? Oh, Gott, bitte lass mich diesen Job nicht verlieren, er ist die einzige Möglichkeit, wie ich mich selbst unterstützen kann.
Ich nickte steif und ging weiter zur Büro meines Managers, ohne zurückzusehen. Ich hatte große Angst. Was, wenn ich irgendetwas getan hatte, das diesen Mann verärgert hatte?
Oh, Herr, lass mich meinen Job wenigstens heute oder dieses Jahr nicht verlieren. Bitte!
Ich klopfte an die Tür zu Mr. Williams’ Büro, hielt den Atem an und wartete geduldig auf seine unhöfliche Antwort.
Mr. Williams war früher ein netter Mann, aber das war, bevor seine Frau an einem brutalen Gehirntumor starb. Er war so verzweifelt, dass er bitter und schlecht gelaunt wurde, ganz wie mein Vater.
Mein Vater? Das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.
„Kommen Sie rein“, kam die grimmige Antwort. Ich zuckte zusammen, als ich sie hörte, nicht damit gerechnet, dass sie so schroff wäre. Ich schob die hölzerne Tür auf, sie quietschte dabei, und sein Blick schnappte zu mir, und ich widerstand dem Drang, die Augen zu verdrehen.
Sein Gesicht ist immer in einer finsteren Miene, und er ist immer schlecht gelaunt. Kein Wunder, das hatte ich erwartet. Aber ich gebe ihm keinen Vorwurf, der Schmerz, jemanden lieben zu müssen und dann seine geistige Gesundheit zu verlieren, ist kein Kindergeburtstag.
Nun, um es klarzustellen:
Nein, wir haben niemanden verloren zu Hause, aber jemand, der eigentlich unsere Stärke und Unterstützung sein sollte, hat den Verstand verloren. Mein Vater.
„Ja?“ grummelte Mr. Williams ungeduldig.
„Jemand möchte Sie sehen, Sir.“
„Geh!“ war seine einzige Antwort, und er musste es mir nicht zweimal sagen. Ich rannte aus dem Büro, als ob mein Hintern in Flammen stünde.
Ich blickte mich im Café um und zum Glück war niemand da, dem ich meine Aufmerksamkeit schenken musste. Tatsächlich war der Laden, der eben noch voll war, nun so leer wie ein Friedhof. Man konnte es ihnen nicht verübeln, die bloße Anwesenheit dieses Mannes war alarmierend.
Wer ist er nur?
Ich bete nur, dass ich ihn nie wiedersehen muss.