„Gibt es denn wenigstens ein paar Spazierwege in der Umgegend?“ fragte Frau Bovary im Laufe ihres Gespräches mit dem jungen Manne. „Leider nur sehr wenige“, entgegnete er. „Einen hübschen Ort gibt es auf der Höhe, am Waldrande, der ‚Futterplatz‘ genannt. Dort sitze ich manchmal Sonntags und vertiefe mich in ein Buch und seh mir den Sonnenuntergang an.“ „Es gibt nichts Wunderbareres als den Sonnenuntergang,“ schwärmte Emma, „zumal am Gestade des Meeres!“ „Ach, ich bete das Meer an!“ stimmte Leo bei. „Haben Sie nicht auch die Empfindung,“ fuhr Frau Bovary fort, „daß die Seele beim Anblicke dieser unermeßlichen Weite Flügel bekommt, die Flügel der Andacht, die ins Reich der Ewigkeiten emporheben, in die Sphäre der Ideen, der Ideale?“ „Im Hochgebirge ergeht es einem ebenso“, meinte Leo. „

