Lillith Pov.
Ein entspannter Tag, um zu trainieren, obwohl man immer vorbereitet sein muss. Valentine wird Tag zu Tag stärker.
Ich hörte auf mit Gedanken zu machen und ging in den Trainingsraum, wo mein Trainingspartner auf mich wartete. Adrian. Er war wie ein Bruder für mich. Ich kenne ihn schon mein ganzes Leben lang. Wir sind zusammen aufgewachsen. „Ach Püppi auch mal da..." sagte er grinsend und warf mir den Stock zu, womit er gleich angriff. Ich wich gekonnt aus und versuchte ihn zu Boden zu drängen. Ich schlug zu und entwaffnete ihn. Nun lag er auf dem Boden. Ich bedachte aber nicht wie meine Beine standen. Adrian zog mir die Beine weg. Jetzt lag ich mit dem Rücken auch auf dem Boden und er über mir.
„Tja, Püppi, verloren." Ich stieß ihn von mir weg. „Adrian, hast du schon was neues?" fragte ich ihn voller Hoffnung. Ich warte schon so lange darauf Valentine endlich zu erwischen. „Nein, man sieht rein gar nichts auf den Monitoren. Er muss ein Hexen-wesen bei sich haben. Seine Spur wird überdeckt." sagte er. Ich konnte die Enttäuschung in seiner Stimme deutlich raushören.
„Wie kann man sich nur so gut verstecken wie er?" äußerte ich meinen Gedanken laut. Es entstand eine kurze Stille zwischen uns beiden. „Was sagt der Rat dazu?" fragte er schließlich. „Die können genauso wenig tun wie wir, aber jedes Institut sucht nach ihm und keiner hat neue Ergebnisse."
„Aber man hat seine Tochter gefunden." teilte er leicht triumphierend mit. „Valentine hat eine Tochter?" fragte ich mit weit aufgerissenen Augen. Ich konnte es kaum glauben was ich grade von Adrian gehört habe. „Ja, ich war auf einer Mission und habe mich mit ein paar Unterweltlern unterhalten, die nicht weit von hier stammen. Sie haben erzählt das die grad im New Yorker Institut sei. Jeder hat nach ihr gesucht, weil sie anscheinend den Kelch der Engel hat." sagte er halb als wäre es ein Bericht gewesen und halb als war es nur so nebenbei mal erwähnt.
„Das war zu viel auf einmal. Sie...sie soll den Kelch der Engel haben?" fragte ich verdutzt.
„Richtig Lilly." grinste er.
„Nenn mich bitte nicht so, Adrian." sagte ich lächelnd und kniff ihm in die Seite.
„Wollen wir jetzt frühstücken gehen?" fragte er mich. Er stand auf und hielt mir eine Hand hin, die ich dankend mit einem Lächeln annahm. Er zog mich hoch und ich folgte ihm vom Trainingsraum in die Küche.„Ich werde noch verrückt bei dem gesunden Fraß." sprach Elena, sie war heiß, keine Frage, und zeigte es auch. Jeder starrte ihr hinterher.
„Wir essen dieses Zeug jetzt schon fast über 10 Jahre, also kriegt euch wieder ein." lachte Chris. Elena, Adrian, Chris und ich waren seit gefühlten Ewigkeiten beste Freunde, ja sogar wie Geschwister benahmen wir uns. Wir vier trainierten jeden Tag zusammen und lebten seit vielen Jahren schon gemeinsam im Institut. Wir waren außerdem Missionspartner fürs Leben. Mein Dad wollte das ich zu ihm ins Büro kam, also ging ich nach dem Frühstück zu ihm. „Hey Dad" sprach ich, als ich in sein Büro eintrat. „Hallo mein Liebes... setz dich." sagte er und deutete auf den Stuhl vor seinem Tisch, also setzte ich mich hin. Ich tat immer alles was mein Vater von mir wollte, ich gehorchte ihm ständig und befolgte seine Anweisungen zu jeder nur erdenklichen Lebenslage. Das hört sich jetzt vielleicht schrecklich an, aber ich verstehen meinen Vater, er will nur das Beste für mich.
„Valentine besitzt...", ich schnitt ihm das Wort ab.
„eine große Macht... ich weiß." sagte ich schon fast gelangweilt und genervt.
„Deswegen haben der Rat und ich entschieden ein paar Schattenjäger umzuquartieren. Natürlich nicht lange, nur bis der Kelch der Engel in Sicherheit ist und wegen Valentine keine Gefahr mehr ist." Erklärte mir mein Vater, aber für mich war das alles nur verwirrend. Ich versteh nicht warum er das alles mir erzählt, ausgerechnet mir.
„Und was hab ich damit zu tun?" fragte ich ihn verwirrend
„Du wirst einer davon sein. Du kommst selbstverständlich in das beste Institut, nach uns natürlich." sagte er lächelnd zu mir.
„Du weißt das ich nicht gerne bevorzugt werde Dad." meinte ich und grinste ihn an.
„Prinzessin, du bist wunderschön. Warum versteckst du deine Runen immer noch?" fragte er mich verwirrt und leicht traurig.
„Weiß ich nicht Dad." sagte ich zu ihm, obwohl ich den Grund dafür genaustens wusste. Ich überdeckte sie mit Make Up. Ich hatte zu viele Runen, weil ich mich ständig in irgendeine irrelevante Situation brachte.
„Eine Gesandte vom Rat wird dich mit nach New York begleiten." teilte er mir mit.
„Und wann werde ich nach New York reisen?"
„Bereits morgen" sprach er und stand von seinem Stuhl hinter dem Tisch auf. Jetzt lief er im Raum hin und her, als ob er etwas suchen würde.
„Das ist echt kurzfristig!" rief ich ihm zu und war baff. Dass ich schon in so kurzer Zeit meine Freunde verlassen musste traf mich schon ins Herz.
„Richtig, und bitte versuche ihnen dort keinen Ärger zubereiten. Du bist eine der Besten, also zeig dich auch so und vertraue niemandem." meinte er und ging wieder zu seinem Stuhl hinter dem Tisch. „Das war alles Prinzessin."
„Danke Daddy." sagte ich und verließ den Raum. Ich war leicht traurig, aber ich habe es mir nicht anmerken lassen und das werde ich auch nie.
Ich lief in mein Zimmer, um eventuell schonmal ein paar Sachen zu packen. Es war zwar groß, aber trotzdem ziemlich gemütlich eingerichtet. Ich würde es vermissen, wenn ich nach New York ziehe, denn mein Leben ist hier und nicht dort.
Ich wurde von einem Klopfen an der Tür abrupt aus meinen Gedanken gerissen. Ich ging hin und öffnete die Zimmertür. Es war Adrian.
„Hey Adrian." begrüßte ich ihn freundlich, aber trotzdem mit ein bisschen Traurigkeit in der Stimme.
„Du wirst auch umquartiert?" fragte er mich mit einem mitfühlenden Blick, der aussagte er verstand meine Traurigkeit.
„Natürlich wird ich das, bin ja schließlich die Tochter vom Rat..." sagte ich zu ihm in einem leicht angepissten Tonfall und schmiss weitere Klamotten in den Koffer. Man hätte meinen können ich wäre wütend, was ja auch ein bisschen zutraf.
„Wir werden ja nicht lange weg sein." sagte er. Wahrscheinlich um mich zu beruhigen oder auch um sich selber den Abschied von allen anderen etwas leichter zu machen.
„Ich weiß, aber ich will jetzt alleine sein. Mir wird das alles hier zu viel." sagte ich und deutete auf die offene Tür. Er ging, ohne ein Wort zu sagen. Ich hab ihn ja nicht angelogen, mir wird das alles wirklich zu viel, und ich hab jetzt auch echt keine Lust auf Mitleid.
Mein Vater benutzte mich für den Rat und das tat weh, weil für ihn nur der Rat zählte. Einerseits hasste ich es ein Schattenjäger zu ein, aber andererseits liebte ich es Leuten in den Arsch zu treten. Finde den Fehler Lillith... Finde den Fehler.