Die unausgesprochene Wahrheit

1482 Words

Die Luft im Schloss war voller Unruhe, die sich a den Wänden festsetzte, in die Korridore sickerte und durch die Wandteppiche flüsterte. Die Diener huschten mit gesenkten Blicken umher, ihre Bewegungen waren steif, ihre Stimmen gedämpft. Selbst die Wachen, die normalerweise so stoisch wie Steine dastanden, zeigten eine ungewohnte Schärfe in ihrer Haltung – angespannt, wachsam, aufmerksam. Ich ignorierte es jedoch – oder zumindest versuchte ich es. Im Gegenteil: Ich saß mit gekreuzten Beinen auf meinem Bett, in eine dicke Decke gehüllt, und aß langsam Löffel für Löffel warmen Brei. Er war mit Honig gesüßt, hatte eine angenehme Konsistenz und schmolz auf meiner Zunge – und doch fühlte ich mich alles andere als wohl. „Etwas stimmt nicht“, sagte ich innerlich und beobachtete meine Umgebung.

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