Worte, die fehlen

290 Words
Doch nicht immer konnten sie sagen, was sie fühlten. Worte konnten Brücken bauen, aber sie konnten auch Mauern errichten. Es gab Tage, an denen Danny sich verschloss. Er beantwortete Jennys Nachrichten nur kurz und distanziert, nicht aus Bosheit, sondern weil seine Gedanken woanders waren. Und Jenny, obwohl sie wusste, dass Danny manchmal Raum brauchte, konnte nicht anders, als sich zu fragen, ob sie etwas falsch gemacht hatte. Eines Tages, nach einer besonders langen Stille, schrieb sie ihm: „Ich weiß, dass du manchmal deine Zeit für dich brauchst. Aber ich bin hier. Immer. Auch wenn du nicht antwortest. Bitte vergiss das nicht.“ Danny las die Nachricht mehrmals, bevor er antwortete: „Ich vergesse es nie, Jenny. Manchmal weiß ich nur nicht, wie ich die richtigen Worte finde, um dir zu sagen, was in meinem Kopf los ist. Aber danke, dass du mich nie aufgibst.“ Es war keine perfekte Lösung, aber es war ein Anfang. Sie wussten beide, dass ihre Verbindung von der Balance zwischen Nähe und Freiheit lebte. Worte, die verbinden Ihre Gespräche entwickelten sich mit der Zeit zu einer Sprache, die nur sie beide verstanden. Bestimmte Wörter und Phrasen, die für andere bedeutungslos gewesen wären, waren für Danny und Jenny voller Emotionen. „Schatz“ war nicht nur ein Kosenamen. Es war ein Versprechen. Es war ein Zeichen dafür, dass sie sich wichtig waren, dass sie trotz aller Unklarheiten füreinander da waren. „Mein Ruhepol“ war Jennys Art, Danny zu sagen, dass er ihr Halt gab, selbst in den stürmischsten Zeiten. „Mein Ruhrpol“ war Dannys Art, Jenny zu zeigen, dass sie der einzige Ort war, an dem er wirklich Frieden fand. Diese Worte verbanden sie, auch wenn die Welt um sie herum chaotisch war.
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