Mir stockte der Atem. „Warum sehe ich ihn?“, flüsterte ich, meine Finger schwebten knapp über der glatten Oberfläche des Spiegels. Ein leises Grollen hallte von den Höhlenwänden wider. Die Stimme des Wächters, uralt und tief, erfüllte den Raum. „Weil deine Seele ohne ihn nicht vollständig ist. Aber Stärke, die aus Liebe entsteht, kann auch Schwäche sein.“ Der Spiegel schimmerte erneut. Diesmal zeigte er die Nacht, in der Chase unter der Sonnenfinsternis für mich blutete. Sein Körper sackte zusammen, die Schatten schlossen sich, und ich … stand wie erstarrt da. „Nein“, hauchte ich und wich zurück. „Ich – ich bin geblieben … Ich habe ihn nicht verlassen …“ „Du hast das Ritual seinem Leben vorgezogen.“ Tränen traten mir in die Augen. Die Schuld, die ich vergraben hatte, strömte wie Flu

